Helvetia, CH0466642201

Die Helvetia-Aktie bleibt mit stabilem Versicherungsgeschäft ein defensiver Wert

Veröffentlicht am: 14.07.2026 um 07:07 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die Helvetia-Aktie steht für ein breit diversifiziertes Versicherungsgeschäft in der Schweiz und Europa. Der Konzern setzt auf profitables Wachstum und solide Kapitalausstattung, was den Titel für langfristig orientierte Anleger interessant macht.

Helvetia, CH0466642201, Illustration mit AI erstellt.
Helvetia, CH0466642201, Illustration mit AI erstellt.

Die Helvetia-Aktie des Schweizer Versicherungskonzerns Helvetia (ISIN CH0466642201) steht für ein breit aufgestelltes Geschäft im Bereich Lebens-, Nichtleben- und Spezialversicherungen in mehreren europäischen Märkten. Helvetia ist an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange gelistet und gehört zu den etablierten Titeln im schweizerischen Versicherungssektor, der von stabilen Prämieneinnahmen und soliden Kapitalquoten geprägt ist. Für Anleger ist insbesondere die Kombination aus Dividendenkontinuität und konservativer Bilanzpolitik ein zentrales Argument.

Breites Versicherungsgeschäft als Ertragsbasis

Helvetia erwirtschaftet einen großen Teil der Prämieneinnahmen im Heimmarkt Schweiz, ergänzt um bedeutende Segmente in weiteren europäischen Ländern. Das Geschäftsmodell verbindet klassische Schaden- und Unfallversicherungen mit Lebensversicherungen und ausgewählten Spezialsparten wie Industrie- und Transportdeckungen. Diese Struktur sorgt für eine breite Risiko- und Ertragsstreuung und reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Produktkategorien. Die Segmentierung nach Regionen und Sparten ermöglicht zudem eine gezielte Steuerung von Wachstum und Profitabilität.

Versicherungskonzerne wie Helvetia arbeiten mit langfristigen Vertragsbeziehungen und wiederkehrenden Prämienströmen. Das führt zu vergleichsweise planbaren Einnahmen, während die Schadenkosten über Zeit statistisch kalkulierbar sind. Für Investoren ist wichtig, wie effizient ein Versicherer seine Kostenstruktur steuert und wie hoch die Combined Ratio im Nichtlebengeschäft ausfällt. Eine Combined Ratio unter 100 Prozent signalisiert, dass die Prämien die Schäden und Kosten übersteigen und der operative Underwriting-Bereich profitabel ist. Helvetia strebt in ihrem Kerngeschäft eine nachhaltige Profitabilität über den Prämienzyklus hinweg an.

Kapitalausstattung und Regulierung

Wie andere europäische Versicherer unterliegt Helvetia regulatorischen Kapitalanforderungen, die sicherstellen sollen, dass der Konzern auch in Stressszenarien genügend Eigenmittel vorhält. Die Solvenzquote, also das Verhältnis von verfügbaren Eigenmitteln zu den aufsichtsrechtlich geforderten Kapitalanforderungen, ist ein zentraler Kennwert für die finanzielle Stabilität eines Versicherers. Eine Solvenzquote deutlich über 100 Prozent zeigt, dass ein Unternehmen einen Puffer gegenüber regulatorischen Mindestanforderungen aufweist. Versicherer in der Schweiz und der EU berichten in der Regel Solvenzquoten, die im Durchschnitt oberhalb dieser Schwelle liegen.

Für Anleger ist die Kapitalausstattung deshalb ein wichtiges Kriterium, weil sie den Spielraum für Dividendenzahlungen, Wachstumsinitiativen und potenzielle Übernahmen beeinflusst. Eine solide Kapitalbasis erlaubt es, auch in Phasen erhöhter Schadenzahlungen oder hoher Kapitalmarktvolatilität handlungsfähig zu bleiben. Helvetia positioniert sich traditionell mit einem konservativen Risikoprofil und einer breit diversifizierten Kapitalanlage. Dazu gehören festverzinsliche Wertpapiere, Aktien, Immobilien und alternative Anlagen, die im Rahmen definierter Risikobudgets gesteuert werden.

Ertragsstruktur und Kostenmanagement

Die Ergebnisse eines Versicherungskonzerns lassen sich grob in Underwriting-Ergebnis und Kapitalanlageergebnis unterscheiden. Im Underwriting-Bereich zählt, wie effizient Helvetia Prämien, Schäden und Kosten in den verschiedenen Sparten ausbalanciert. Eine stabile oder sinkende Schadensquote und eine disziplinierte Kostenquote wirken sich positiv auf die Combined Ratio aus. Parallel dazu spielt das Kapitalanlageergebnis eine entscheidende Rolle, da Versicherer die ihnen anvertrauten Prämien langfristig investieren und daraus laufende Erträge erzielen.

Nach Jahren niedriger Zinsen hat der Zinsanstieg an den Kapitalmärkten die laufenden Erträge aus festverzinslichen Anlagen tendenziell erhöht. Für Versicherer wie Helvetia bedeutet dies, dass neu angelegte Gelder häufig höhere Renditen bringen als in der Niedrigzinsphase. Im Gegenzug können allerdings kurzfristige Marktwertschwankungen bei Anleihen auftreten, insbesondere wenn Zinsen rasch steigen. Langfristig orientierte Versicherer planen ihre Kapitalanlage strategisch und berücksichtigen die Duration ihrer Verpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern.

Vergleich mit europäischen Versicherungspeers

Im europäischen Versicherungssektor konkurriert Helvetia mit größeren und kleineren Anbietern, darunter globale Gruppen und regionale Spezialisten. Großkonzerne verfügen oft über Skalenvorteile und eine sehr breite internationale Präsenz, während mittelgroße Versicherer wie Helvetia mit regionaler Nähe, spezifischer Marktkenntnis und fokussierten Produktangeboten punkten. Ein quantifizierter Vergleich, der häufig herangezogen wird, ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im Verhältnis zum Sektor-Durchschnitt sowie die Dividendenrendite im Vergleich zu anderen Versicherern.

Versicherungsaktien in Europa notieren traditionell mit moderaten KGV-Multiples, die unter denen vieler Wachstumsbranchen liegen. Zugleich bieten sie im Durchschnitt vergleichsweise hohe Dividendenrenditen, die teilweise im Bereich mehrerer Prozentpunkte pro Jahr liegen. Damit zählen viele Versicherer zu klassischen Dividendenwerten. Ein Versicherer, dessen Dividendenrendite über dem Sektordurchschnitt liegt und der gleichzeitig eine solide Kapitalausstattung aufweist, wird von einkommensorientierten Anlegern häufig bevorzugt. Helvetia bewegt sich mit ihrem Profil in diesem Umfeld und adressiert Anleger, die Wert auf berechenbare Ausschüttungen legen.

Strategische Initiativen und Digitalisierung

Versicherer befinden sich seit Jahren in einem Transformationsprozess, der von Digitalisierung, veränderten Kundenbedürfnissen und neuen Wettbewerbern geprägt ist. Helvetia investiert in digitale Vertriebskanäle, modernisiert interne Prozesse und setzt auf Datenanalyse, um Tarife und Risikomodelle präziser zu gestalten. Online- und mobile Vertriebskanäle gewinnen an Bedeutung, sowohl im Privatkundengeschäft als auch in ausgewählten Firmenkundensegmenten.

Digitalisierung betrifft auch die Schadenbearbeitung. Automatisierte Workflows, digitale Schadenmeldungen und die Nutzung von Bild- und Sensordaten können den Bearbeitungsprozess beschleunigen und die Kundenzufriedenheit erhöhen. Gleichzeitig senken effizientere Prozesse die Verwaltungskosten und unterstützen damit eine bessere Kostenquote. Versicherer, die ihre IT-Landschaft konsequent modernisieren, sichern sich langfristig Wettbewerbsvorteile gegenüber weniger agilen Marktteilnehmern.

Nachhaltigkeit und regulatorische Anforderungen

Nachhaltigkeit gewinnt in der Finanzbranche deutlich an Bedeutung. Versicherer integrieren Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG) zunehmend in ihre Kapitalanlage- und Underwriting-Entscheidungen. Helvetia legt in ihrer Unternehmenskommunikation Wert auf nachhaltiges Wirtschaften, auf die Verantwortung gegenüber Kunden und Mitarbeitenden und auf die Berücksichtigung von Klimarisiken im Versicherungsgeschäft. Dies umfasst beispielsweise den Umgang mit Naturkatastrophen, die durch Klimawandel häufiger oder intensiver auftreten können.

Regulatorische Anforderungen rund um Nachhaltigkeitsberichterstattung und Transparenz nehmen zu. Versicherer müssen darlegen, wie sie ESG-Kriterien in ihre Geschäftsmodelle integrieren, und entsprechende Kennzahlen veröffentlichen. Für Anleger sind solche Informationen wichtig, da sie Rückschlüsse auf die langfristige Risikosteuerung und auf potenzielle Reputationsrisiken erlauben. Nachhaltigkeitsratings und -indizes spielen eine wachsende Rolle bei der Kapitalallokation institutioneller Investoren.

Bedeutung für den Schweizer Kapitalmarkt

Als etablierter Versicherer hat Helvetia eine gewisse Bedeutung für den Schweizer Kapitalmarkt. Versicherungsaktien zählen traditionell zu den defensiven Titeln, die in diversifizierten Portfolios Stabilität bringen können. Der Heimmarkt Schweiz ist geprägt von einer hohen Versicherungsdurchdringung, einem starken Bankensektor und einer international ausgerichteten Exportwirtschaft. Helvetia partizipiert an dieser Struktur, indem sie Privat- und Firmenkunden gegen unterschiedliche Risiken absichert und damit wirtschaftliche Aktivitäten unterstützt.

Im Vergleich zu größeren Schweizer Finanzinstituten steht Helvetia für ein fokussiertes Geschäftsmodell im Versicherungsbereich. Für Anleger kann die Aktie ergänzend zu Banktiteln und Industrieunternehmen im Portfolio dienen. Gerade in Phasen erhöhter Unsicherheit an den Aktienmärkten gelten Versicherungsaktien oft als weniger volatil als konjunktursensitive Wachstumswerte. Das ist allerdings keine Garantie für Kursstabilität, denn große Schadenereignisse, Zinsänderungen oder regulatorische Eingriffe können die Bewertung des Sektors beeinflussen.

Dividendenpolitik und Ausschüttungen

Die Dividendenpolitik ist ein zentraler Aspekt bei der Beurteilung von Versicherungsaktien. Helvetia strebt eine verlässliche Ausschüttungspolitik an, bei der die Dividende im Rahmen der Ertragsentwicklung und Kapitalausstattung festgelegt wird. Viele europäische Versicherer geben an, dass sie einen bestimmten Anteil des Gewinns in Form von Dividenden ausschütten, wobei die konkrete Ausschüttungsquote von Jahr zu Jahr variieren kann. Für Anleger sind Dividenden ein direkter Renditebaustein und ein Indikator dafür, wie das Management die Ertragslage einschätzt.

Eine nachhaltige Dividende setzt voraus, dass die operative Profitabilität und das Kapitalanlageergebnis solide sind und dass gleichzeitig die regulatorischen Kapitalanforderungen erfüllt oder übertroffen werden. Versicherungskonzerne achten darauf, dass Ausschüttungen die Solvenzquote nicht in kritische Bereiche drücken. Für Helvetia bedeutet dies, dass das Unternehmen die Balance zwischen attraktiven Zahlungen an die Aktionäre und der Stärkung der Eigenmittel hält.

Langfristiger Anlagehorizont

Versicherungsaktien wie die Helvetia-Aktie sprechen vor allem Anleger mit mittelfristigem bis langfristigem Horizont an. Aufgrund der zyklischen Natur von Schadenereignissen, Kapitalmarktzyklen und wirtschaftlichen Entwicklungen sind kurzfristige Kursschwankungen möglich. Auf längere Sicht kann ein stabil wachsendes Versicherungsunternehmen jedoch einen Mix aus Kursentwicklung und Dividendenrendite bieten, der zur Vermögensbildung beiträgt. Historische Erfahrungen zeigen, dass defensive Sektoren wie Versicherungen in breiten Indizes häufig über viele Jahre verlässliche Beiträge zur Gesamtrendite liefern.

Für langfristig orientierte Investoren ist es wichtig, regelmäßig die fundamentale Entwicklung des Unternehmens zu verfolgen. Dazu gehören die Entwicklung des Prämienvolumens, der Schaden- und Kostenquoten, der Solvenzkennzahlen und der Dividendenhistorie. Zusätzlich sollten strategische Maßnahmen wie Akquisitionen, Portfolioanpassungen und Digitalisierungsschritte beobachtet werden, um zu beurteilen, ob das Geschäftsmodell zukunftsfähig bleibt.

Helvetia als Versicherungsmarke

Helvetia ist in ihren Kernmärkten als Marke präsent, die für Versicherungslösungen im Privat- und Firmenkundensegment steht. Im Privatkundengeschäft umfasst das Angebot typischerweise Produkte wie Haushalts- und Gebäudeversicherungen, Motorfahrzeugversicherungen, Lebensversicherungen und Vorsorgelösungen. Im Firmenkundensegment bietet der Konzern Deckung unter anderem für Sachschäden, Haftpflichtrisiken, Transport- und Spezialrisiken. Eine starke Marke und eine hohe Kundenzufriedenheit sind in einem wettbewerbsintensiven Markt wichtige Differenzierungsfaktoren.

Versicherungskunden achten neben dem Preis insbesondere auf Servicequalität, Schadenregulierung und Beratungsleistung. Ein Versicherer, der im Schadenfall schnell und transparent reagiert, stärkt die Kundenbindung. Für Helvetia bedeutet dies, dass nicht nur die Produktpalette, sondern auch der Service und die Vertriebswege konsequent weiterentwickelt werden.

Produktbeispiel: Motorfahrzeugversicherung

Ein repräsentatives Produkt im Angebot von Helvetia ist die Motorfahrzeugversicherung für Privatkunden. Sie deckt typischerweise Haftpflichtschäden gegenüber Dritten, Teilkasko- und Vollkaskoschäden sowie optionale Zusatzleistungen wie Schutzbriefe oder erweiterte Leistungen bei Glas- und Parkschäden. In vielen Märkten ist eine Haftpflichtversicherung für Fahrzeuge gesetzlich vorgeschrieben, sodass die Nachfrage nach entsprechenden Produkten dauerhaft hoch ist.

Über modulare Bausteine können Kunden den Deckungsumfang an ihre Bedürfnisse anpassen. So lässt sich die Motorfahrzeugversicherung sinnvoll in eine umfassende Absicherungsstrategie integrieren, die auch weitere Sach- und Haftpflichtprodukte umfasst. Aus Investorensicht ist dieses Produkt beispielhaft für die breite Privatkundenbasis und die wiederkehrenden Prämieneinnahmen, die das Geschäftsmodell von Helvetia tragen.

Helvetia-Aktie und Börsennotierung

Die Helvetia-Aktie ist an der SIX Swiss Exchange in Zürich notiert und damit Teil des Schweizer Aktienuniversums, das zahlreiche Finanz- und Industriewerte umfasst. Die Notierung an einem etablierten Handelsplatz sorgt für Transparenz bei Kursbildung und Handelsvolumen. Investoren können die Aktie im Rahmen ihrer Portfolios einsetzen, um eine Position im Versicherungssektor aufzubauen oder auszuweiten. Die Kursentwicklung spiegelt die Erwartungen des Marktes hinsichtlich Ertragsentwicklung, Kapitalausstattung und Dividendenperspektive wider.

Wie bei anderen Titeln auch, wird die Bewertung der Helvetia-Aktie durch Kennzahlen wie KGV, Kurs-Buchwert-Verhältnis und Dividendenrendite beeinflusst. Im Vergleich zu wachstumsstarken Technologie- oder Konsumwerten sind Versicherungsaktien oft niedriger bewertet, was ihren defensiven Charakter unterstreichen kann. Anleger, die auf Stabilität und laufende Erträge setzen, berücksichtigen solche Titel in der Regel im Rahmen einer breiten Diversifikation.

Fakten zur Aktie und Unternehmensdaten

Helvetia ist als Aktiengesellschaft am Kapitalmarkt präsent und berichtet regelmäßig über ihre Geschäftsentwicklung. Für Investoren sind Eckdaten wie die Marktkapitalisierung, der Streubesitzanteil und die Indexzugehörigkeit relevant. Die Marktkapitalisierung gibt Aufschluss über die Größe des Unternehmens am Kapitalmarkt und beeinflusst, ob ein Titel in bestimmten Indizes oder institutionellen Strategien berücksichtigt wird. Eine höhere Marktkapitalisierung kann beispielsweise dazu führen, dass ein Wert in mehr Indexfonds und ETFs vertreten ist.

Die Indexzugehörigkeit entscheidet darüber, ob die Helvetia-Aktie in bestimmten Marktsegmenten automatisch nachgebildet wird. Schweizer Aktienindizes unterscheiden zwischen großen, mittelgroßen und kleineren Unternehmen, je nach Marktkapitalisierung und Liquidität. Für Helvetia ergibt sich daraus eine Einbettung in das schweizerische Finanzmarktumfeld, das wiederum Einfluss auf die Zusammensetzung breiter Anlegerportfolios hat.

Investor-Relations und Transparenz

Für den Kapitalmarkt ist eine transparente und verlässliche Kommunikation entscheidend. Helvetia betreibt eine Investor-Relations-Plattform, auf der Finanzberichte, Präsentationen, Ad-hoc-Mitteilungen und weitere Informationen für Aktionäre und Analysten bereitgestellt werden. Dazu gehören Jahres- und Halbjahresberichte, Quartalsupdates, Präsentationen zu Strategie und Geschäftsentwicklung sowie Informationen zu Generalversammlungen und zur Dividendenpolitik.

Die Verfügbarkeit detaillierter Finanzdaten und strategischer Erläuterungen erlaubt es Anlegern, sich ein eigenes Bild von der Ertragslage und den Zukunftsperspektiven zu machen. Insbesondere professionelle Investoren und Analysten nutzen diese Informationen, um Bewertungsmodelle für die Helvetia-Aktie zu erstellen und mit anderen Versicherern zu vergleichen. Eine konsistente und nachvollziehbare Kommunikation stärkt das Vertrauen in das Management und in die langfristige Ausrichtung des Konzerns.

Helvetia im europäischen Versicherungsumfeld

Der europäische Versicherungsmarkt ist von intensiver Konkurrenz und einem dynamischen regulatorischen Umfeld geprägt. Neben traditionellen Anbietern treten vermehrt digitale Neueinsteiger auf, die einzelne Produktbereiche mit innovativen Ansätzen adressieren. Helvetia reagiert darauf mit eigenen digitalen Initiativen und Kooperationen, um das Angebot für digital affine Kunden attraktiv zu halten. Zugleich bleibt der persönliche Vertrieb über Berater, Agenturen und Partnerkanäle in vielen Märkten wichtig.

Im Vergleich zu sehr großen internationalen Versicherungsgruppen ist Helvetia stärker fokussiert, was Chancen und Herausforderungen mit sich bringt. Eine fokussierte Marktpräsenz erlaubt detaillierte Kenntnis lokaler Bedürfnisse und Regulierungen, kann aber die Diversifikation über Regionen hinweg begrenzen. Für Investoren ist daher relevant, wie ausgewogen das geografische und produktbezogene Portfolio des Unternehmens gestaltet ist.

Ausblick für Versicherungskonzerne

Die Perspektiven für Versicherungskonzerne wie Helvetia sind eng mit gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen verknüpft. Eine wachsende Wirtschaft und steigende Vermögenswerte führen typischerweise zu höherem Versicherungsbedarf, während wirtschaftliche Abschwünge auf Prämienwachstum und Nachfrage nach bestimmten Produkten drücken können. Gleichzeitig verändern Technologie, Demografie und Regulierung die Rahmenbedingungen. Themen wie Cyberversicherungen, Gesundheits- und Pflegevorsorge sowie nachhaltige Investmentprodukte gewinnen an Bedeutung.

Helvetia ist in diesem Umfeld gefordert, ihr Produktportfolio und ihre Kapitalanlage kontinuierlich weiterzuentwickeln. Die Fähigkeit, neue Risiken zu versichern, attraktive Vorsorgelösungen zu gestalten und gleichzeitig die Stabilität des Geschäftsmodells zu bewahren, ist maßgeblich für die langfristige Wertentwicklung der Helvetia-Aktie. Anleger beobachten daher aufmerksam, wie der Konzern auf strukturelle Trends reagiert und welche strategischen Prioritäten er setzt.

Helvetia als defensiver Wert im Portfolio

Zusammenfassend ist die Helvetia-Aktie ein Titel aus dem defensiven Finanzsektor mit einem Geschäftsmodell, das auf wiederkehrenden Prämieneinnahmen, regulatorisch abgesicherter Kapitalausstattung und einer Dividendenorientierung beruht. Der Versicherungscharakter des Geschäfts und die regionale Verankerung in der Schweiz und weiteren europäischen Märkten verleihen dem Konzern eine gewisse Robustheit gegenüber konjunkturellen Schwankungen. Gleichzeitig bleibt das Unternehmen den üblichen branchenspezifischen Risiken ausgesetzt, etwa großen Schadenereignissen oder Änderungen im regulatorischen Rahmen.

Für Anleger, die im Versicherungssektor engagiert sein möchten, bietet Helvetia eine Möglichkeit, an der Entwicklung eines etablierten Schweizer Versicherers teilzuhaben. Die Aktie kann insbesondere im Rahmen eines breit diversifizierten Portfolios betrachtet werden, in dem defensive Werte neben wachstumsorientierten Titeln stehen. So trägt die Helvetia-Aktie zur Risikostreuung bei und ergänzt andere Branchen, die stärker konjunkturabhängig sind.

Produktwelt und Kundenorientierung

Über die Motorfahrzeugversicherung hinaus bietet Helvetia eine breite Palette an Produkten für Privat- und Firmenkunden. Dazu zählen etwa Hausrat-, Gebäude- und Reiseversicherungen, berufliche und private Vorsorgeprodukte sowie Lösungen für kleinere und mittlere Unternehmen. Die Ausgestaltung der Produkte folgt dem Ziel, Kundenbedürfnisse passgenau abzudecken und flexible Optionen zu bieten, etwa durch unterschiedliche Deckungsstufen, Selbstbehalte und zusätzliche Serviceleistungen.

Eine kundenorientierte Produktentwicklung erfordert intensive Marktbeobachtung und Feedbackschleifen. Helvetia nutzt unterschiedliche Kanäle, um Kundenrückmeldungen zu sammeln und Verbesserungen in Produktgestaltung und Service einzubringen. Dies stärkt die Wettbewerbsposition, da zufriedene Kunden eher bereit sind, zusätzliche Produkte beim gleichen Anbieter zu erwerben oder ihre bestehenden Verträge zu verlängern.

Die Helvetia-Aktie im Schlussblick

Als börsennotierter Versicherer verbindet Helvetia operatives Versicherungsgeschäft mit der Erwartung der Kapitalmärkte an transparente Berichterstattung und verlässliche Ausschüttungen. Die Helvetia-Aktie steht damit im Spannungsfeld zwischen Stabilität und Anpassungsfähigkeit. Für Investoren bleibt entscheidend, dass der Konzern seine Ertrags- und Kapitalbasis auf einem Niveau hält, das sowohl die regulatorischen Anforderungen als auch die Dividendenziele unterstützt. In einem diversifizierten Anlagekonzept kann die Aktie eine Rolle als defensiver Baustein übernehmen.

Geschäftsmodell und Helvetia-Aktie

Der Versicherungsansatz von Helvetia beruht auf der Kombination aus Risikoübernahme, Prämienkalkulation und Kapitalanlage. Diese drei Elemente greifen ineinander und bestimmen letztlich die Ertragslage und damit die Attraktivität der Helvetia-Aktie. Ein sorgfältig gesteuertes Underwriting, eine solide Kapitalanlage und eine umsichtig definierte Dividendenpolitik bilden die Grundlage dafür, dass der Konzern seinen Aktionären über die Zeit einen Mehrwert bieten kann.

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