Europa Schluss: EuroStoxx legt zu - Libanon und Dow-Rückenwind
04.06.2026 - 18:32:19 | dpa.deIm Kontext der internationalen Börsen gab es Rückenwind von den US-Standardwerten, während in New York Gewinnmitnahmen den Technologiesektor belasteten. Ein Kriterium blieb der sinkende Ölpreis wegen neuer Hoffnung auf eine Waffenruhe im Libanon.
Der EuroStoxx 50 EU0009658145 ging 0,82 Prozent höher bei 6.103,33 Punkten aus dem Handel. Außerhalb der Eurozone legte der schweizerische SMI CH0009980894 um 0,93 Prozent auf 13.341,27 Punkte zu. Der britische FTSE 100 GB0001383545 gewann 0,27 Prozent auf 10.360,32 Zähler. In den USA stieg der Dow Jones Industrial US2605661048 auf ein Rekordhoch, während der Nasdaq 100 US6311011026 dort um 0,7 Prozent fiel.
Die Lage im Nahen Osten bleibt trotz der Kursgewinne in Europa undurchsichtig. In den Iran-Verhandlungen erhöhte das US-Repräsentantenhaus den Druck, indem für den Abzug des Militärs aus den Kampfhandlungen gestimmt wurde. Zwischen Israel und dem Libanon gibt es zwar einen neuen Anlauf zur Umsetzung der bisher faktisch kaum wirksamen Waffenruhe, doch die Hisbollah-Miliz im Libanon lehnt die Bedingungen dafür ab.
In Europa zeigte sich der Tech-Sektor robuster als in den USA, nachdem er am hierzulande am Vortag schon unter Druck gestanden hatte. Ein enttäuschender Ausblick des US-KI-Riesen Broadcom US11135F1012 wirkte sich aber ebenfalls bei Chipwerten belastend aus. Titel von Infineon DE0006231004 und STMicroelectronics NL0000226223 verloren ihrem starken Lauf bis zu 3,4 Prozent unter Druck.
Der Chipausrüster ASML NL0010273215, dessen Aktie am Vortag zur europaweit wertvollsten aller Zeiten avanciert war, wurde zwar Anfangs auch belastet, beendet den Handel aber 0,9 Prozent höher. Sie näherte sich auf ihrer Rekordjagd ganz dicht der 1.500-Euro-Marke. Analysten von Bank of America und von Barclays sehen noch viel Potenzial, sie nannten am Donnerstag Kursziele im Bereich von 1.900 Euro und mehr.
In Paris zogen die Anteilsscheine des Spirituosenherstellers Remy Cointreau FR0000130395 nach der Präsentation der Jahresbilanz um knapp zehn Prozent an. Analystin Celine Pannuti von der US-Bank JPMorgan US46625H1005 lobte die Ergebnisse und rechnet mit einem Anstieg der Markterwartungen im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Auch der Ausblick sei ermutigend mit der erwarteten Rückkehr zu nachhaltigem Wachstum aus eigener Kraft.
Für die Papiere von Universal Music NL0015000IY2 ging es um fast fünf Prozent nach unten. Am Vorabend war nach Börsenschluss bekannt geworden, dass die vom US-Investor Bill Ackman geführte Pershing Square Capital GG00BPFJTF46 ihre Beteiligung an dem Musikunternehmen verkauft hat, nachdem ein Übernahmeangebot des Hedgefonds-Milliardärs von Universal abgelehnt wurde.
