Europa Schluss: Erneut Verluste - Ölpreis schürt Inflationssorgen
12.03.2026 - 18:37:56 | dpa.deAnleger scheuten insofern weiter Risiken. Die Nachrichtenlage mahnte einmal mehr zur Vorsicht, denn zum einen wurden in irakischem Gewässer zwei Öltanker angegriffen, und zum anderen verunsicherten Aussagen von Irans neuem Religionsführer und Staatsoberhaupt. Modschtaba Chamenei forderte Rache für die Opfer im Krieg gegen die USA und Israel. Auch müsse "weiterhin der Hebel der Blockierung der Straße von Hormus genutzt werden". Sie ist ein Nadelöhr der globalen Energieversorgung.
Vor diesem Hintergrund kostete ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent zuletzt wieder knapp unter 100 US-Dollar. Dies schürte Inflationssorgen, und aktuell ist wegen der Preisrisiken ungewiss, ob die US-Notenbank Fed überhaupt - wie eigentlich von den Anlegern erhofft - in diesem Jahr die Leitzinsen senken kann.
Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 sank um 0,79 Prozent auf 5.748,89 Punkte. Außerhalb der Eurozone gab der britische Leitindex FTSE 100 GB0001383545 um 0,47 Prozent auf 10.305,15 Punkte nach. Der Schweizer SMI CH0009980894 büßte 0,90 Prozent auf 12.842,16 Zähler ein.
Europaweit schwächster Sektor waren die Bankaktien EU0009658806. Sie reagierten damit auf die sich eintrübenden Konjunkturaussichten. "Am Markt wird zusehends das Risiko eingepreist, dass die Hoffnung auf kurzfristige Preisspitzen trügt und sich hohe Ölpreisnotierungen verfestigen, was ernsthafte Flurschäden für die Weltwirtschaft verursachen könnte", schrieb Timo Emden, Marktanalyst von Emden Research. Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst CMC Markets, verwies zudem auf die "hohen Mittelabflüsse im Private-Equity-Sektor", was zu Liquiditätsengpässen führe.
Unter dem Ölpreisanstieg, der Kerosin verteuert, litten insbesondere Aktien der Fluggesellschaften. So fielen Air France-KLM FR001400J770 um 2,3 Prozent. In London büßten Easyjet GB00B7KR2P84 4,2 Prozent ein.
Gegenläufige Signale bestimmten unterdessen den Versicherungssektor EU0009658822. Während Generali IT0000062072 um 1,5 Prozent zulegten, verloren Swiss Life CH0014852781 2,6 Prozent. Bei den Italienern lobten die Analysten der US-Bank JPMorgan die Aussagen zu den Ausschüttungen an die Aktionäre. Der Dividendenvorschlag der Schweizer dagegen wurde mit Enttäuschung aufgenommen. Zudem begründeten Händler die Verluste mit der hohen Bewertung der Papiere.
Es gab aber auch Gewinner der Entwicklung in der Golf-Region. So waren Rüstungswerte gefragt. Ein überzeugender Ausblick des italienischen Branchenunternehmens Leonardo IT0003856405 lieferte einen zusätzlichen Impuls. Die Aktien zogen um fast sechs Prozent an.
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