AKTIEN, FOKUS

AKTIEN IM FOKUS: Chemiewerte unter Druck - Experten: Zeiten bleiben schwierig

16.01.2026 - 11:19:38

Die Erwartung eines erneut schwierigen Jahres für die Branche hat Chemieaktien am Freitag belastet.

So dürften laut Analyst Alex Sloane von der britischen Barclays-Bank 2026 maue Absatzvolumina, eine träge Preisentwicklung sowie fragile Endmärkte das Geschehen prägen.

Für den europäischen Branchenindex Stoxx Europe 600 EU0009658202 Chemicals ging es am Vormittag um überdurchschnittliche 1,37 Prozent nach unten. Damit wackelt die jüngste Erholung, nachdem der Index 2025 in einem insgesamt sehr starken Börsenumfeld um rund sieben Prozent gefallen war.

So rangen Chemieunternehmen nicht nur mit den Problemen in Deutschland und Europa, sondern auch unter der seit Jahren andauernde schweren Immobilienkrise in China. Zudem drängen zunehmend chinesische Chemieunternehmen mit Exporten nach Europa.

Die Auslastung der Branche bleibe nahe historischer Tiefststände, chinesische Exporte drückten weiter die Preise in wichtigen Lieferketten, und Endmärkte wie Bau sowie Beschichtungen und Klebstoffe zeigten nur begrenzt Anzeichen eines nachhaltigen Aufschwungs, so Barclays-Experte Sloane.

Besonders vorsichtig blickt der Experte auf Solvay, Arkema und Lanxess DE0005470405. Aber auch für Wacker Chemie DE000WCH8881 könnten sich die Gewinnerwartungen des Marktes als zu hoch erweisen. Die Lanxess-Aktien waren am Freitag denn auch mit einem Minus von 4,5 Prozent größter Verlierer im MDax DE0008467416, Wacker Chemie gaben um 1,6 Prozent nach und Evonik DE000EVNK013 um 2,4 Prozent.

Im Leitindex Dax DE0008469008 waren die Anteilsscheine von BASF DE000BASF111 mit einem Verlust von 2,7 Prozent das Schlusslicht, die Papiere des Chemikalienhändlers Brenntag DE000A1DAHH0 hielten sich mit minus zwei Prozent kaum besser.

Chinas Regierung versucht zwar die Überkapazitäten in vielen Branchen, die auch im Land selbst zu einem harten Preiskampf führen, einzudämmen. Sollte diese Kampagne Erfolg habe, wäre das äußerst positiv auch für europäische Chemieunternehmen, erklärte Branchenexperte Chetan Udeshi von der Bank JPMorgan.

Ob sie wirkt, ist laut Udeshi aber schwer einzuschätzen, wirkliche Belege gebe es nicht. Daher blieben die Aussichten für eine deutliche Gewinnerholung aufgrund des anhaltenden strukturellen Drucks vorerst ungewiss.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

AKTIEN IM FOKUS: Software- und IT-Werte leiden weiter unter KI-Angst Unter den Anlegern bestimmter Technologiebranchen nehmen in diesen Tagen die Sorgen vor KI-Konkurrenz weiter zu. (Boerse, 04.02.2026 - 12:17) weiterlesen...

AKTIEN IM FOKUS 2: Emissionsthema bremst Heidelberg Materials - Chemie beflügelt FRANKFURT - Ein Bericht im "Handelsblatt" über die Verlängerung kostenloser Emissionszertifikate durch die EU hat am Mittwoch je nach Branche unterschiedliche Auswirkungen. (Boerse, 04.02.2026 - 11:35) weiterlesen...

AKTIEN IM FOKUS: Emissionsthema belastet Heidelberg Materials - Chemie beflügelt Ein Bericht im "Handelsblatt" über die Verlängerung kostenloser Emissionszertifikate durch die EU hat am Mittwoch je nach Branche unterschiedliche Auswirkungen. (Boerse, 04.02.2026 - 10:27) weiterlesen...

AKTIEN IM FOKUS 2: Sartorius und Tochter auf Erholungskurs - 'Ausblick okay' FRANKFURT - Der Ausblick von Sartorius DE0007165631 hat dem Papier des Labor- und Pharmazulieferers und auch dem der Tochter Sartorius Stedim Biotech FR0013154002 am Dienstag ein kräftiges Auf und Ab beschert. (Boerse, 03.02.2026 - 16:00) weiterlesen...

AKTIEN IM FOKUS: Relx und Wolters Kluwer schwer belastet von neuer Konkurrenz Neben einem schwachen Ausblick des Werbekonzerns Publicis FR0000130577 haben am Dienstag auch noch Kursrutsche bei Relx GB00B2B0DG97 und Wolters Kluwer NL0000395903 den europäischen Mediensektor schwer belastet. (Boerse, 03.02.2026 - 15:08) weiterlesen...

AKTIEN IM FOKUS: FMC profitieren leicht von Davitas starken Zahlen und Zielen Die Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) DE0005785802 haben am Dienstag vom Ausblick der US-Konkurrentin Davita US23918K1088 profitiert. (Boerse, 03.02.2026 - 14:51) weiterlesen...