Die BP-Aktie stabilisiert sich nach Milliardengewinn und höherer Dividende
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 08:49 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Der britische Energiekonzern BP Inc. (ISIN GB0007980591) hat im Geschäftsjahr 2023 einen kräftigen Gewinn erzielt, während die BP-Aktie zugleich von einer höheren Ausschüttung und stabilen Cashflows gestützt wird.
Laut dem BP-Geschäftsbericht für das Jahr 2023 erzielte der Konzern einen bereinigten Gewinn nach Steuern (replacement cost profit) von rund 13,8 Milliarden US-Dollar, nach 27,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022, was einem Rückgang um etwa 50 Prozent entspricht.
Im selben Zeitraum wurde der Umsatz inklusive sonstiger Erträge auf Konzernebene im Bereich von mehreren hundert Milliarden US-Dollar ausgewiesen, wobei die starke Volatilität der Öl- und Gaspreise die Schwankungen zwischen den Jahren 2022 und 2023 deutlich geprägt hat.
Für Anleger besonders relevant ist, dass BP die Dividende je Aktie für 2023 leicht angehoben hat: Nach zuvor 6,61 US-Cent je Quartal wurden im Laufe des Jahres 2023 Ausschüttungen im Bereich von etwa 7 US-Cent je Aktie beschlossen, was einem Plus von rund 6 Prozent entspricht und die Ertragskraft unterstreicht.
Die BP-Aktie ist an der London Stock Exchange in Pfund Sterling notiert und gehört als internationaler Bluechip zum FTSE-100-Index, was den Titel für weltweite Index- und ETF-Anleger bedeutsam macht.
Milliardengewinn und Dividende als Stabilitätsanker
Im Fokus vieler Marktteilnehmer steht zunächst der operative Gewinn des Konzerns: Im Jahr 2023 verbuchte BP laut Geschäftsbericht ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Milliardenbereich, das gegenüber dem Rekordjahr 2022 zurückging, aber weiterhin eine solide Profitabilität im Kerngeschäft widerspiegelt.
Der bereinigte Gewinn von 13,8 Milliarden US-Dollar für 2023 liegt zwar deutlich unter dem außergewöhnlich hohen Ergebnis von 27,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022, bleibt aber weit über den Niveaus der Vor-Corona-Jahre und zeigt, dass BP auch in einem normalisierten Preisumfeld hohe Cashflows generieren kann.
Ein wesentlicher Teil der freien Mittel wurde 2023 für Aktienrückkäufe und Dividenden verwendet: Insgesamt flossen zweistellige Milliardenbeträge in US-Dollar an die Aktionäre zurück, wobei BP über das Jahr mehrere Tranchen von Rückkaufprogrammen abschloss und gleichzeitig die Quartalsdividende moderat erhöhte.
Für Privatanleger ist insbesondere der Vergleich der Dividende interessant: Ein Wachstum von rund 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr mag auf den ersten Blick überschaubar wirken, deutet aber darauf hin, dass der Vorstand trotz der rückläufigen Gewinne an einer progressiven Ausschüttungspolitik festhält.
Hinzu kommt, dass der Konzern seine Nettoverschuldung in den letzten Jahren spürbar reduziert hat: Der Schuldenstand wurde zwischen 2020 und 2023 um mehrere Milliarden US-Dollar abgebaut, was dem Management Spielraum für Investitionen in die Energiewende und für weitere Ausschüttungen eröffnet.
Cashflow, Verschuldung und Energiewende
Mit Blick auf die Kapitalstruktur berichtet BP, dass der operative Cashflow 2023 deutlich im Milliardenbereich lag und nur leicht unter dem Rekordniveau des Jahres 2022, in dem vom Preissprung bei Öl und Gas profitiert wurde.
Die frei verfügbare Liquidität und der Rückgang der Nettoverschuldung sind zentrale Argumente dafür, dass BP seine Investitionsprogramme im Bereich erneuerbarer Energien und Wasserstoff vorantreiben kann, ohne die Bilanz zu überdehnen.
Quantitativ lässt sich die Transformation am Investitionsbudget ablesen: BP hat im Zeitraum 2023 geplante Investitionen in Höhe von mehreren Milliarden US-Dollar für sogenannte „Transition Growth Engines“ ausgewiesen, zu denen unter anderem Offshore-Windprojekte, Biokraftstoffe und E-Ladeinfrastruktur zählen.
Gleichzeitig entfällt weiterhin der größte Teil des Investitionsvolumens auf das klassische Öl- und Gasgeschäft, womit BP einen hybriden Ansatz verfolgt: Der Konzern nutzt die nach wie vor profitablen fossilen Aktivitäten, um die Energiewende aus dem Cashflow heraus zu finanzieren.
Anleger sehen hier vor allem das Verhältnis zwischen traditionellem Geschäft und neuen Segmenten kritisch: Ein zweistelliger Prozentanteil der geplanten Investitionen für die Jahre bis 2030 soll in die Transition-Segmente fließen, während der Rest bei Upstream, Trading und Raffinerie verbleibt.
Kennzahlen, Strategie und Anlegerperspektive
Wer die BP-Aktie langfristig im Depot hält oder neu bewertet, findet im Investor-Relations-Bereich des Konzerns detaillierte Zahlen zu Gewinn, Cashflow, Verschuldung und Energiewende-Projekten.
BP als integrierter Energiekonzern
BP gehört weltweit zu den größten integrierten Öl- und Gasunternehmen und ist entlang der gesamten Wertschöpfungskette aktiv, von Exploration und Förderung über Transport und Handel bis hin zur Raffinerie und zum Vertrieb von Kraftstoffen.
Das klassische Kerngeschäft von BP umfasst große Upstream-Projekte in Regionen wie der Nordsee, dem Golf von Mexiko und dem Mittleren Osten, wobei die Fördermengen und Reserven durch langfristige Produktionsverträge abgesichert sind.
Im Downstream-Segment betreibt BP Raffinerien und Petrochemieanlagen sowie Tankstellennetze, über die Benzin, Diesel und Schmierstoffe an Endkunden und Firmenkunden verkauft werden.
In den letzten Jahren hat der Konzern verstärkt in neue Geschäftsbereiche investiert, unter anderem in Solar- und Windenergie, Biokraftstoffe und Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, um seine Abhängigkeit von fossilen Energieträgern schrittweise zu reduzieren.
Die mittelfristige Strategie sieht vor, die Netto-Emissionen bis 2050 oder früher auf Null zu senken und dafür sowohl die eigenen operativen Emissionen als auch die vom Energieabsatz verursachten CO2-Mengen einzubeziehen.
BP-Aktie und Marktkapitalisierung
Die BP-Aktie wird in London in Pfund Sterling gehandelt; zusätzlich existieren an US-Börsen American Depositary Receipts (ADRs), die in US-Dollar notieren und internationalen Anlegern den Zugang erleichtern.
Mit einer Marktkapitalisierung im Bereich von deutlich über 80 Milliarden US-Dollar, gemessen an typischen Kurs- und Wechselkursniveaus der vergangenen Monate, zählt BP zu den Schwergewichten im europäischen Energiesektor.
Der Kurs der BP-Aktie bewegte sich in den zurückliegenden zwölf Monaten in einer Spanne von grob 5 bis 8 Pfund, womit der Titel im oberen Bereich dieser Bandbreite zeitweise nahe an ein neues Jahreshoch heranlief.
Die Bewertung orientiert sich im Markt vor allem an Kennzahlen wie Kurs-Gewinn-Verhältnis, Dividendenrendite und dem Verhältnis von Enterprise Value zu EBITDA, wobei BP im historischen Vergleich eher moderat bewertet erscheint.
Ob der Markt dem Titel künftig eine höhere Bewertung zubilligt, hängt maßgeblich davon ab, ob der Konzern seine Gewinnziele im fossil geprägten Geschäft mit dem Ausbau der neuen Energiebereiche in Einklang bringen kann.
BP-Aktie im Überblick
- Unternehmen: BP Inc.
- ISIN: GB0007980591
- Ticker: BP.L
- Handelsplatz: London Stock Exchange
- Sektor / Branche: Energie / Öl und Gas
- Indexzugehörigkeit: FTSE 100
- Nächstes Earnings-Datum: nicht offiziell terminiert
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