Die Airbus-Aktie profitiert von starkem Auftragseingang und wächst operativ zweistellig
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 07:23 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Die Airbus-Aktie des europäischen Flugzeugbauers Airbus SE (ISIN NL0000235190) wird von einem kräftigen Wachstum bei Umsatz, Gewinn und Auftragseingang gestützt, nachdem der Konzern im Geschäftsjahr 2023 seinen bereinigten Gewinn und die Auslieferungen deutlich steigern konnte und mit einem Rekord-Auftragsbestand in das laufende Jahr gestartet ist.
Starke Zahlen und Rekord-Auftragsbestand
Airbus SE meldete für das Geschäftsjahr 2023 einen Konzernumsatz von rund 65 Milliarden Euro, nach etwa 58 Milliarden Euro im Jahr 2022, was einem Plus von rund 12 Prozent entspricht und die Nachfrage nach Verkehrsflugzeugen und Rüstungsgütern widerspiegelt.
Der bereinigte operative Gewinn (Adjusted EBIT) legte 2023 auf etwa 5,8 Milliarden Euro zu, nach rund 5,6 Milliarden Euro im Vorjahr, womit Airbus seine Profitabilität trotz anhaltender Lieferkettenherausforderungen leicht verbessern konnte.
Die Zahl der ausgelieferten Verkehrsflugzeuge stieg im Jahr 2023 auf rund 735 Maschinen gegenüber etwa 661 Auslieferungen im Jahr 2022, ein Zuwachs von mehr als 11 Prozent, der die kontinuierliche Produktionssteigerung insbesondere bei den Single-Aisle-Modellen untermauert.
Der Auftragsbestand für Verkehrsflugzeuge erreichte laut Geschäftsbericht Ende 2023 einen Rekordwert von über 8.000 Flugzeugen, was einem mehrjährigen Produktionsvolumen entspricht und die langfristige Visibilität der Umsätze für Airbus erhöht.
Der freie Cashflow vor Finanzierungstätigkeit lag 2023 im Bereich von rund 3,0 Milliarden Euro und unterstreicht die Fähigkeit des Konzerns, trotz hoher Investitionen in neue Programme und Kapazitäten signifikante Mittelzuflüsse zu generieren.
Operatives Wachstum und Vergleich zum Vorjahr
Im zivilen Flugzeugsegment stieg der Segmentumsatz 2023 im Vergleich zum Vorjahr im niedrigen zweistelligen Prozentbereich, getragen von der höheren Zahl an Auslieferungen der A320neo-Familie und einer soliden Nachfrage nach Langstreckenmodellen wie dem A350.
Im Verteidigungs- und Raumfahrtsegment konnte Airbus seinen Umsatz 2023 im mittleren einstelligen Prozentbereich steigern, gestützt durch Programme in den Bereichen Militärflugzeuge, Raumfahrt und Kommunikationssysteme.
Die bereinigte EBIT-Marge des Konzerns lag 2023 im hohen einstelligen Prozentbereich und damit leicht über dem Niveau des Jahres 2022, was auf Skaleneffekte in der Produktion und strikte Kostenkontrolle zurückgeführt wird.
Der Auftragseingang im zivilen Bereich lag 2023 bei mehreren tausend Bestellungen und überstieg die Zahl der Auslieferungen deutlich, sodass der Book-to-Bill-Ratio über 1 lag und Airbus damit mehr neue Aufträge erhielt, als Flugzeuge ausgeliefert wurden.
Im Jahresverlauf 2023 und zu Beginn 2024 bestätigte das Management das Ziel, die Produktion bei Single-Aisle-Maschinen weiter hochzufahren, um mittelfristig deutlich über 70 Flugzeuge pro Monat zu erreichen, was eine erhebliche Steigerung gegenüber den Niveaus der vergangenen Jahre bedeutet.
Guidance und Ausblick mit Fokus auf Marge
Für das laufende Geschäftsjahr gab Airbus eine Prognose ab, die im Kern eine weitere Steigerung der Auslieferungszahlen und einen bereinigten EBIT-prognosewert im Bereich eines mittleren einstelligen Milliardenbetrags vorsieht, wobei die genaue Spanne an die Entwicklung der Lieferketten und der Nachfrage gekoppelt ist.
Der Konzern rechnet zudem mit einem stabilen oder leicht steigenden freien Cashflow im laufenden Jahr, sofern die geplanten Auslieferungen erreicht und die Anzahl der neu unterzeichneten Verträge im Rahmen der Marktannahmen liegt.
Airbus hebt in seinen Angaben hervor, dass der hohe Auftragsbestand und die fortgesetzte Nachfrage nach modernen, effizienteren Flugzeugen in den kommenden Jahren die Basis für weiteres Umsatzwachstum und eine mögliche Verbesserung der operativen Marge bietet.
Für Anleger ist insbesondere die Entwicklung der bereinigten EBIT-Marge und des freien Cashflows zentral, da diese Kennzahlen maßgeblich beeinflussen, wie viel Spielraum Airbus für Dividendenzahlungen und strategische Investitionen hat.
Parallel dazu spielt die Fähigkeit des Unternehmens, die Produktion an die gesteigerte Nachfrage anzupassen und Engpässe in der Lieferkette zu überwinden, eine wichtige Rolle für die Erreichung der Prognoseziele.
Vergleich mit der historischen Entwicklung
Historisch betrachtet liegt der Umsatz des Jahres 2023 deutlich über den Niveaus vor der Pandemie, als Airbus im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von knapp über 70 Milliarden Euro erzielte, bevor die globale Luftfahrtkrise zu einem Einbruch der Auslieferungen und Umsätze führte.
Während der Umsatz noch etwas unter dem damaligen Niveau liegt, zeigen die Auslieferungszahlen und der Auftragsbestand, dass Airbus auf einem Pfad der Normalisierung und des erneuten Wachstums ist, mit klarer Perspektive auf eine weitere Annäherung an die Spitzenwerte vor der Krise.
Verglichen mit 2022, als die Lieferketten noch stärker belastet waren, ist die Steigerung der Auslieferungen um mehr als 70 Flugzeuge und der Anstieg des Umsatzes um rund 7 Milliarden Euro ein klares Zeichen für die operativen Fortschritte.
Auch die Entwicklung des bereinigten EBIT, das im Vergleich zu 2022 um mehrere hundert Millionen Euro zugelegt hat, deutet darauf hin, dass Airbus nicht nur mehr Flugzeuge verkauft, sondern diese auch zu verbesserten Konditionen beziehungsweise mit höherer Effizienz produziert.
Der deutlich über 8.000 Flugzeuge liegende Auftragsbestand ist im historischen Vergleich einer der höchsten Werte, die der Konzern je verzeichnet hat, und sichert Airbus eine hohe Auslastung und Planbarkeit über viele Jahre hinweg.
Produktsegment: A320neo-Familie als Rückenwind
Ein zentrales Produkt im Portfolio von Airbus ist die A320neo-Familie, die im Single-Aisle-Bereich den Großteil der Auslieferungen ausmacht und dank des effizienteren Treibstoffverbrauchs und geringerer Emissionen bei den Airlines auf hohe Nachfrage stößt.
Die A320neo-Familie trägt einen wesentlichen Anteil am zivilen Segmentumsatz und ermöglicht durch hohe Stückzahlen Skaleneffekte in der Produktion, was sich positiv auf die EBIT-Marge auswirkt.
Die stetig steigende Produktionsrate dieser Modellfamilie ist ein Kernelement der Wachstumsstrategie von Airbus, da viele der im Auftragsbestand enthaltenen Bestellungen aus dieser Reihe stammen.
Zudem ist die A320neo-Familie ein wichtiger Hebel, um ältere Flugzeugtypen zu ersetzen, wodurch sich für Airbus und seine Kunden Effizienzgewinne ergeben, die die Attraktivität des Produkts langfristig sichern.
Kurs und Marktbewertung der Airbus-Aktie
Die Airbus-Aktie wird an der Euronext Paris und anderen europäischen Handelsplätzen notiert und ist Bestandteil wichtiger europäischen Aktienindizes, was ihre Bedeutung im Markt für große Industrie- und Luftfahrtwerte unterstreicht.
Die Marktkapitalisierung von Airbus liegt, ausgehend von den zuletzt bekannten Kursniveaus und der Anzahl der ausstehenden Aktien, im Bereich mehrerer zehn Milliarden Euro und spiegelt die Erwartung wider, dass der Konzern vom anhaltenden Luftfahrtaufschwung und dem hohen Auftragsbestand profitieren wird.
Im Vergleich zur Zeit unmittelbar nach der Pandemie hat sich die Bewertung der Airbus-Aktie deutlich erholt, wobei der Markt die Fortschritte bei Umsatz, Gewinn und Auslieferungen honoriert und die Aktie wieder näher an historische Hochs herangeführt wurde.
Die weitere Kursentwicklung hängt aus Sicht vieler Marktbeobachter davon ab, ob Airbus seine Produktionsziele im laufenden Jahr erreicht, die Margen stabil hält oder verbessern kann und ob größere Verzögerungen bei wichtigen Programmen vermieden werden.
Fakten zur Airbus-Aktie
- Unternehmen: Airbus SE
- ISIN: NL0000235190
- Ticker: AIR
- Handelsplatz: Euronext Paris
- Sektor / Branche: Luftfahrt und Verteidigung
- Indexzugehörigkeit: Euro Stoxx 50
- Nächstes Earnings-Datum: nicht offiziell terminiert
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