Regierungskreise: Putins Verhandlungsoption unglaubwürdig
10.05.2026 - 14:45:03 | dpa.deDie Äußerungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einem möglichen baldigen Ende des Krieges zwischen Russland und der Ukraine und einer möglichen Vermittlung durch Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) stoßen in der Bundesregierung auf deutliche Skepsis.
Aus Regierungskreisen in Berlin hieß es, man habe die Äußerungen zur Kenntnis genommen. Sie reihten sich ein in eine Serie von Scheinangeboten und seien Teil der bekannten hybriden Strategie Russlands. "Deutschland und Europa lassen sich dadurch aber nicht spalten", hieß es weiter. Russland habe seine Bedingungen nicht geändert. Deswegen sei die Verhandlungsoption nicht glaubwürdig. "Ein erster Test der Glaubwürdigkeit wäre es, wenn Russland die Waffenruhe verlängert."
Beide Seiten hatten sich unter Vermittlung von US-Präsident Donald Trump auf eine Waffenruhe bis Montag (11. Mai) geeinigt.
"Europa muss mit am Tisch sitzen"
Europa und die USA hätten eingespielte Verhandlungsteams, hieß es in Regierungskreisen weiter. Die Ukraine stehe gemeinsam mit der Gruppe der E3 - das sind Deutschland, Frankreich und Großbritannien - für Gespräche stets zur Verfügung. "Europa muss mit am Tisch sitzen. Dafür müssen aber die Bedingungen stimmen."
Putin hatte bei einer Pressekonferenz gesagt, obwohl sich die USA um Vermittlung bemüht hätten, könne er sich von europäischer Seite den früheren SPD-Chef als Vermittler vorstellen. "Von allen europäischen Politikern würde ich Gespräche mit Schröder bevorzugen." Der Kremlchef sagte auch, er glaube, dass sich der Krieg dem Ende zuneige. Putin hatte die großangelegte Invasion in der Ukraine am 24. Februar 2022 befohlen - und seine Kriegsziele bisher nicht erreicht.
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