Die 1&1-Aktie profitiert von zweistelligem Umsatzplus und starkem Kundenzuwachs
Veröffentlicht: 19.07.2026 um 06:48 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)
Die 1&1-Aktie des Montabaurer Telekommunikationskonzerns 1&1 AG (ISIN DE0005545503) steht nach jüngsten Geschäftszahlen im Tech-Index TecDAX im Fokus vieler Privatanleger. Im Geschäftsjahr 2023 erzielte 1&1 nach Unternehmensangaben einen Konzernumsatz von rund 3,97 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von etwa 4 Prozent gegenüber dem Jahr 2022 mit rund 3,82 Milliarden Euro entspricht. Sichtbar ist damit ein moderates, aber stetiges Wachstum in einem stark umkämpften deutschen Telekommunikationsmarkt.
Umsatzwachstum und Ergebnisentwicklung
Laut dem veröffentlichten Geschäftsbericht für das Jahr 2023 verzeichnete 1&1 ein bereinigtes EBITDA von rund 701 Millionen Euro, nachdem im Jahr 2022 etwa 693 Millionen Euro erreicht worden waren. Der Ergebnisanstieg fällt damit im niedrigen einstelligen Prozentbereich aus und zeigt, dass zusätzliche Kosten für den Aufbau des eigenen Mobilfunknetzes die Profitabilität nur begrenzt beeinträchtigten. Für Anleger ist wichtig, dass der Free Cashflow nach Unternehmensangaben trotz hoher Investitionen positiv blieb und sich im Bereich von mehreren hundert Millionen Euro bewegte, was die Finanzierungskraft des Konzerns unterstreicht.
Der Nettogewinn lag 2023 im Bereich von rund 338 Millionen Euro und bewegte sich damit nahe am Vorjahreswert. Dies verdeutlicht, dass der Ergebnisbeitrag aus dem klassischen DSL- und Mobilfunkgeschäft derzeit die Belastungen aus neuen Netzprojekten weitgehend ausgleicht. Für das laufende Geschäftsjahr orientierte sich das Management an einer stabilen bis leicht wachsenden Umsatz- und Ergebnisbasis, wobei Investitionen in Infrastruktur und Frequenzen weiterhin einen Schwerpunkt bilden.
Mobilfunkkunden und Netzaufbau als zentrale Treiber
Ein wesentlicher Treiber der 1&1-Aktie ist der Ausbau der Mobilfunkkundenbasis. Nach Unternehmensangaben betreut 1&1 im Mobilfunk mehrere Millionen Kundenverträge in Deutschland, wobei die Zahl der Mobilfunkkunden im Jahresvergleich 2023 gegenüber 2022 um einen mittleren einstelligen Prozentbereich zulegte. Diese Zunahme speist sich aus neuen Tarifen im Smartphone-Segment sowie aus dem Geschäft mit sogenannten MVNO-Partnern (Mobile Virtual Network Operator), die die Infrastruktur von 1&1 nutzen.
Der Aufbau eines eigenen 5G-Mobilfunknetzes gilt als strategisches Kernprojekt. 1&1 hatte sich bereits in einer Frequenzauktion im Jahr 2019 eigene Mobilfunkfrequenzen gesichert und investiert seitdem kontinuierlich in Funkmasten, Antennen und die Anbindung an Glasfaser. Nach jüngsten Berichten wurden bis Ende 2023 mehrere hundert Funkstandorte in Betrieb genommen, weitere Standorte befinden sich in Planung und Umsetzung. Die Investitionen in das Netz belaufen sich jährlich auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag, was sich in den Sachanlagen und der Investitionsrechnung der Bilanz deutlich ablesen lässt.
Marge unter Druck, aber robustes Geschäftsmodell
Die operative Marge des Konzerns steht unter dem Einfluss dieser Infrastrukturprojekte. Nach Angaben aus dem Geschäftsbericht lag die EBITDA-Marge 2023 bei rund 17 bis 18 Prozent und damit leicht unter den Werten der Vorjahre, in denen sie im Bereich knapp über 18 Prozent lag. Diese leichte Margenkompression ist typisch für Unternehmen in einer intensiven Investitionsphase. Für Anleger entscheidend ist, dass der Anteil wiederkehrender Umsätze aus DSL- und Mobilfunktarifen stabil hoch bleibt und damit für planbare Cashflows sorgt.
Im Festnetzgeschäft bietet 1&1 Internetzugänge über DSL und zunehmend über Glasfaser an. Die Zahl der Breitbandkunden liegt im Bereich von mehreren Millionen Anschlüssen, mit nur geringer Volatilität zwischen den Jahren. Während der DSL-Bereich eher stagnierende Kundenzahlen aufweist, wachsen Glasfaseranschlüsse moderat, da Partnernetze und Kooperationen mit Infrastrukturbetreibern wie Stadtwerken und Netzgesellschaften genutzt werden. Dies trägt dazu bei, dass der Gesamtumsatz im Breitbandsegment nicht rückläufig ist, sondern sich stabil bis leicht positiv entwickelt.
Produktfokus: 1&1-Mobilfunktarife und integrierte Angebote
Im operativen Geschäft stehen die Mobilfunktarife der Marke 1&1 im Mittelpunkt, die in verschiedenen Daten- und Allnet-Varianten angeboten werden. Die Tarife kombinieren Telefonie-Flatrates mit Datenvolumen für Smartphones und sind teilweise mit Hardware wie Smartphones gebündelt. Zudem vermarktet 1&1 konvergente Produkte, bei denen Mobilfunk, Festnetz-Internet und TV-Streaming-Angebote in einem Paket gebündelt werden. Diese integrierten Angebote sollen die Kundenbindung erhöhen und den durchschnittlichen Umsatz pro Kunde (ARPU) stabilisieren.
Kurs und Marktkapitalisierung der 1&1-Aktie
Die 1&1-Aktie ist an der deutschen Börse unter anderem auf Xetra handelbar und dem TecDAX zugeordnet. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf einen Milliardenbetrag im einstelligen Bereich, was den Konzern als etablierten, aber nicht übergroßen Player im deutschen Telekommunikationsmarkt ausweist. Der Aktienkurs bewegte sich im Verlauf der letzten zwölf Monate in einer Spanne von wenigen Euro, wobei das Niveau im mittleren bis höheren einstelligen Eurobereich lag. Im Vergleich zu früheren Jahren hat sich der Kurs dabei eher seitwärts entwickelt, was die Investitionsphase und die gedämpfte kurzfristige Ergebnisdynamik widerspiegelt.
Fakten zur 1&1-Aktie
- Unternehmen: 1&1 AG
- ISIN: DE0005545503
- WKN: 554550
- Ticker: 1U1
- Handelsplatz: Xetra
- Sektor / Branche: Telekommunikation / Internet- und Mobilfunkdienste
- Indexzugehörigkeit: TecDAX
- Nächstes Earnings-Datum: nicht offiziell terminiert
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