DHL Aktie: Rechenzentren als neues Standbein
09.06.2026 - 16:46:21 | boerse-global.de
DHL positioniert sich zunehmend als Spezialist für eine der kapitalintensivsten Industrien der Gegenwart: den Rechenzentrumsmarkt. Die Tochter DHL Supply Chain baut ihre Lagerflächen für dieses Segment im asiatisch-pazifischen Raum auf mehr als 160.000 Quadratmeter aus — ein klares Bekenntnis zu einer Branche, in der es buchstäblich auf jeden Zentimeter und jeden Handgriff ankommt.
Asien-Pazifik als Wachstumsregion
Rund 30.000 Quadratmeter sind bereits in Betrieb. Weitere 130.000 Quadratmeter sowie maßgeschneiderte Neubauten in Malaysia und Thailand sollen in den kommenden zwei Jahren fertiggestellt werden. Der Antrieb dahinter ist greifbar: Bis 2030 erwartet DHL Supply Chain im asiatisch-pazifischen Raum Investitionen von rund 800 Milliarden US-Dollar in Rechenzentren — die Region soll damit zur weltweit wichtigsten für diese Infrastruktur werden.
Das Geschäft geht weit über reine Lagerhaltung hinaus. DHL schult Personal im sogenannten "White-Glove"-Handling — dem Transport hochsensibler Systeme unter kontrollierten Bedingungen. Teams montieren Server-Rack-Rahmen, verkabeln Racks und führen Funktionstests durch. Das ist Logistik mit Ingenieursanspruch, und genau das unterscheidet dieses Segment vom Paketgeschäft.
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Expansion auf mehreren Fronten
Parallel dazu treibt DHL seine Wachstumsstrategie in anderen Schlüsselmärkten voran. In Frankreich fließen bis 2027 insgesamt rund 900 Millionen Euro in Infrastruktur, Kapazitätsausbau und Dekarbonisierung. In den USA hat DHL eCommerce einen neuen Mehrjahresvertrag mit dem US Postal Service geschlossen, der die bisherige Einjahres-Zusammenarbeit ersetzt. Die US-Post zählt DHL zu ihren drei wichtigsten Kunden; der neue Vertrag soll einen Umsatzbeitrag von mehr als 10 Milliarden US-Dollar generieren.
Die Kombination aus Rechenzentrumslogistik in Asien, dem Frankreich-Engagement und der langfristigen US-Partnerschaft zeichnet ein Bild eines Konzerns, der gezielt auf wachstumsstarke Segmente setzt. Mit einem prognostizierten KGV von rund 15,85 und einer Dividendenrendite von knapp 3,8 Prozent bewertet der Markt das Unternehmen trotz der jüngsten Kursgewinne noch verhalten. Den nächsten Gradmesser liefert der weitere Ausbau der Rechenzentrumskapazitäten — die ersten neuen Anlagen in Malaysia und Thailand sollen bis 2028 einsatzbereit sein.
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