DGUV Vorschrift 2: Neue Regeln für Stapler-Unterweisungen ab 2026
10.01.2026 - 23:15:12Ab sofort gelten verschärfte und modernisierte Regeln für die Arbeitssicherheit in deutschen Betrieben. Die Neufassung der DGUV Vorschrift 2 bringt mehr Flexibilität für kleine Unternehmen, verschärft aber gleichzeitig die Anforderungen an die Unterweisungspflicht – besonders für Fahrer von elektrischen Hubwagen.
Mit der Aktualisierung digitaler Schulungsmodule in dieser Woche navigieren Sicherheitsverantwortliche nun in einem modernisierten Rechtsrahmen. Dieser verbindet strengere Aufsicht mit digitalen Möglichkeiten.
Die wohl bedeutendste Änderung im Arbeitsschutzmanagement für 2026 ist die Überarbeitung der DGUV Vorschrift 2. Sie trat bereits am 1. Januar in Kraft und regelt die Betreuung durch Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit.
Laut Mitteilungen der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) und der Unfallkasse Baden-Württemberg wird die Schwelle für das „Alternative Bedarfsorientierte Betreuungsmodell“ angehoben. Dieses flexible Modell gilt nun für Betriebe mit bis zu 20 Beschäftigten – bisher lag die Grenze bei 10.
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Das bedeutet konkret:
* Erweiterter Zugang: Mehr kleine Unternehmen können Sicherheitsbeurteilungen nun intern managen, sofern der Unternehmer eine spezifische Qualifikation nachweist.
* Digitale Integration: Die neue Vorschrift erlaubt ausdrücklich teilweise digitale Unterstützung durch Sicherheitsfachkräfte, etwa per Videokonsultation. Das vereinfacht die Prüfung von Unterweisungsprotokollen für Geräte wie Hubwagen.
* Einheitliche Standards: Eine standardisierte Mindestzeit für die Grundbetreuung wurde eingeführt. Damit soll sichergestellt werden, dass Unterweisungen zu Gefahren – wie Fußverletzungen durch Hubwagen – nicht vernachlässigt werden.
„Die Ausweitung auf 20 Beschäftigte entlastet zwar bürokratisch, erhöht aber die persönliche Verantwortung des Betriebsinhabers“, kommentierte ein Sprecher der BG Verkehr bereits Ende 2025. Jeder Fahrer eines Flurförderzeugs müsse kompetent sein.
Elektro-Hubwagen: Die unterschätzte Gefahr
Oft als „harmlos“ im Vergleich zu Gabelstaplern unterschätzt, sind mitgehende Flurförderzeuge eine häufige Ursache für Arbeitsunfälle. Besonders Fußbrüche und Quetschungen stehen auf der Liste. Die strikte Pflicht zur jährlichen Unterweisung bleibt daher ein Eckpfeiler der Unfallverhütung.
Am 8. Januar 2026 wies das Branchenportal Autohaus.de auf aktualisierte Schulungsressourcen speziell für elektrische Mitgänger-Flurförderzeuge hin. Diese Updates stehen im Einklang mit der DGUV Regel 308-001 und DGUV Vorschrift 68. Sie schreiben vor:
1. Schriftliche Beauftragung: Der Arbeitgeber muss Fahrer explizit beauftragen.
2. Theorie und Praxis: Die Unterweisung muss Fahrzeugbedienung, Lastgrenzen und spezifische Gefahren abdecken.
3. Dokumentation: Jede Unterweisung ist zu dokumentieren – als rechtlicher Nachweis im Schadensfall.
Die DGUV Akademie (ehemals IAG), die sich am 1. Januar umfirmierte, betont: „Unterweisung ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein wiederkehrender Prozess.“ Das Ziel ist der direkte Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Lagerpraxis.
Digitale Tools gewinnen an Bedeutung
Die neuen Vorschriften beschleunigen die Einführung digitaler Werkzeuge für Sicherheitsunterweisungen. Da die DGUV Vorschrift 2 mehr digitale Interaktion erlaubt, wird die Überprüfung von Unterweisungen effizienter.
Neue Möglichkeiten für 2026:
* E-Learning-Integration: Theoretische Teile der Hubwagen-Unterweisung lassen sich leichter in digitale Lernmanagementsysteme einbinden – sofern ein praktischer Check folgt.
* Ferndiagnosen: Sicherheitsfachkräfte können Unterweisungsprotokolle und Gefährdungsbeurteilungen remote prüfen.
* Automatische Erinnerungen: Digitale Plattformen tracken das jährliche Fristende und sollen Compliance-Lücken schließen.
Sicherheitsexperten warnen jedoch vor allzu großer Software-Abhängigkeit. „Ein digitales Zertifikat ersetzt nicht das praktische Gefühl für den Bremsweg einer 1,5-Tonnen-Last“, warnt die BGHM (Berufsgenossenschaft Holz und Metall). Die praktische Übung am eigenen Gerät bleibt unverzichtbar.
Branche begrüßt Entlastung
Die Reaktionen aus Logistik und Handel sind überwiegend positiv, besonders was die Entlastung kleiner Betriebe betrifft. Die BG BAU und die BGN starteten diese Woche Informationskampagnen, um die neue 20-Personen-Grenze und ihre Folgen für den Sicherheitsalltag zu erklären.
Das erste Quartal 2026 wird voraussichtlich eine Welle von Nachschulungen bringen. Parallel verlängerte die DGUV die Einreichfrist für den German Paralympic Media Award 2026 bis zum 7. Januar – und unterstrich so ihr Engagement für Prävention und Inklusion.
Die Botschaft für Sicherheitsverantwortliche ist klar: Die Regeln bieten mehr Flexibilität, doch die Pflicht, Mitarbeiter vor den tückischen Gefahren des Elektro-Hubwagens zu schützen, ist strenger denn je.
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