DGUV, Präventionsführung

DGUV übernimmt Präventionsführung mit Fokus auf psychische Gesundheit

14.02.2026 - 13:22:11

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung setzt 2026 als Vorsitzende der Nationalen Präventionskonferenz den Schwerpunkt auf psychische Belastungen am Arbeitsplatz und aktualisiert parallel Sicherheitsregeln für Elektrofahrzeuge.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat den Vorsitz der Nationalen Präventionskonferenz übernomnen. Ihr Schwerpunkt für 2026: der Schutz der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz. Parallel aktualisiert sie Richtlinien für Rettungskräfte bei E-Auto-Bränden.

Strategische Weichenstellung für ganzheitlichen Arbeitsschutz

Seit dem 12. Februar 2026 lenkt Dr. Stephan Fasshauer, Hauptgeschäftsführer der DGUV, als rotierender Vorsitzender die Geschicke der Nationalen Präventionskonferenz (NPK). Dieses Gremium koordiniert die Strategien von Unfall-, Kranken- und Rentenversicherung und setzt damit die Agenda für den betrieblichen Gesundheitsschutz in Deutschland.

Unter dem Motto „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“ will die DGUV im Amtjahr 2026 ein drängendes Problem angehen: die steigende Zahl von Arbeitsunfähigkeitstagen und Berufskrankheiten durch psychische Belastungen. Branchenkenner erwarten deshalb verschärfte Kontrollen und neue Programme zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen.

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Der Wechsel des Vorsitzes von den gesetzlichen Krankenkassen zur Unfallversicherung stellt die Prävention von Arbeitsunfällen und die Rehabilitation für ein Jahr in den Mittelpunkt. Ziel ist eine engere Verzahnung aller Sozialversicherungsträger, um die Wechselwirkung zwischen Arbeitsumfeld und psychischem Wohlbefinden besser zu managen.

Neue Risiken: Aktualisierte Regeln für E-Mobilität

Parallel zur strategischen Führungsübernahme reagiert die DGUV auf konkrete technische Gefahren der Energiewende. Bereits am 5. Februar veröffentlichte sie eine überarbeitete Fassung der DGUV Information 205-022 mit dem Titel „Sichere Lösch- und Rettungsarbeiten an Elektrofahrzeugen“.

Der Leitfaden ist eine direkte Antwort auf die Millionen von Elektroautos auf deutschen Straßen und in Firmenflotten. Er gibt Feuerwehren und Rettungskräften klare, taktische Handlungsanweisungen für den Umgang mit Hochvolt-Systemen bei Unfällen und Bränden. Die Neuerungen konzentrieren sich auf drei Bereiche:

  • Gefahrenerkennung: Verschärfte Protokolle zur Identifizierung von Risiken durch Lithium-Ionen-Batterien.
  • Quarantäne: Neue Empfehlungen für die Lagerung beschädigter E-Fahrzeuge nach einem Unfall, um ein unkontrolliertes thermisches Durchgehen der Batterie zu verhindern.
  • Einsatztaktik: Spezifische Sicherheitsabstände und optimierte Löschmittel für Batteriebrände.

Für Unternehmen mit Elektroflotten bedeutet dies: Die neuen Richtlinien müssen umgehend in die betrieblichen Notfallpläne integriert werden. Es handelt sich wahrscheinlich nur um den ersten einer Reihe von Leitfäden zu alternativen Antrieben.

Modernisierte Regelwerke bieten Flexibilität

Die aktuellen Ankündigungen bauen auf einer reformierten regulatorischen Grundlage auf. Seit dem 1. Januar 2026 gilt die modernisierte DGUV Vorschrift 2 vollständig. Sie regelt die Bestellung und Aufgaben von Betriebsärzten und Fachkräften für Arbeitssicherheit und bietet Unternehmen mehr Spielraum.

Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

  • Digitale Betreuung: Telemedizinische Konsultationen und digitale Begehungen werden offiziell als Bestandteile der arbeitsmedizinischen Betreuung anerkannt – sofern sie notwendige Vor-Ort-Termine nicht vollständig ersetzen.
  • Flexible Hilfe für KMU: Kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 20 Beschäftigten erhalten erweiterten Zugang zu Kompetenzzentren. Die Unterstützung kann nun bedarfsgerechter und losgelöst von starren Stundenvorgaben in Anspruch genommen werden.
  • Transparenz bei Qualifikationen: Sicherheitsfachkräfte und Betriebsärzte müssen ihre Fortbildungen nun im Jahresbericht dokumentieren. Arbeitgeber erhalten so einen besseren Einblick in die Expertise ihrer externen Partner.

Unternehmen sind aufgefordert, ihre bestehenden Verträge mit Dienstleistern zu prüfen. Nur so können sie die neuen flexiblen Optionen nutzen und gleichzeitig die strengeren Dokumentationspflichten erfüllen.

Was auf Unternehmen 2026 zukommt

Die Entwicklungen der letzten Tage zeigen eine Doppelstrategie der Berufsgenossenschaften: einen strategischen Schwerpunkt auf psychische Gesundheit und gleichzeitig konkrete, technische Updates für neue Technologien.

Arbeitgeber sollten sich auf drei Dinge einstellen:

  1. Gezielte Kampagnen: Der NPK-Fokus wird voraussichtlich neue Aufklärungskampagnen und Werkzeuge zur Erfassung psychischer Belastungen hervorbringen, die Unternehmen nutzen müssen.
  2. Technische Compliance: Die aktualisierte DGUV-Information 205-022 ist ein Vorbote weiterer Richtlinien. Sicherheitsverantwortliche in Logistik und Flottenmanagement sollten die Dokumente umgehend sichten.
  3. Digitale Kompetenz: Die DGUV-Akademie (ehemals IAG) wird ihre Schulungsprogramme 2026 verstärkt auf digitale Kompetenzen im Arbeitsschutz ausrichten.

Das Jahr 2026 wird unter der Führung der DGUV entscheidend dafür sein, Gesundheitsschutz direkt in Sicherheitsprozesse zu integrieren. Der Fokus weitet sich von der reinen Unfallverhütung hin zu einem ganzheitlichen Blick auf das Wohl der Beschäftigten.

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