DGS-Leitlinie: Akupunktur rückt bei Fibromyalgie in den Fokus
07.01.2026 - 23:40:12Eine neue Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) setzt bei der Behandlung von Fibromyalgie verstärkt auf nicht-medikamentöse Therapien. Die Akupunktur erhält dabei erstmals eine klare Empfehlung.
Die aktualisierte DGS-PraxisLeitlinie Fibromyalgie (Version 3.0), die Ende Dezember 2025 veröffentlicht wurde, markiert eine bedeutende Wende. Für die geschätzt zwei Prozent der Bevölkerung, die am Fibromyalgie-Syndrom (FMS) leiden, rückt ein multimodaler Therapieansatz in den Mittelpunkt. Die Leitlinie soll die Lücke zwischen komplexer Forschung und der täglichen Praxis schließen.
Paradigmenwechsel in der Schmerztherapie
Die vollständig überarbeitete dritte Auflage ersetzt die bisherigen Behandlungsprotokolle. Sie integriert die wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten fünf Jahre und priorisiert eine patientenzentrierte Medizin. Statt starrer Schemata stehen individuelle Therapiepläne im Vordergrund. Das Ziel: Die oft Jahre dauernde Odyssee der Patienten von den ersten Symptomen bis zur korrekten Diagnose zu verkürzen.
Ein zentrales Anliegen ist die Abkehr von rein pharmakologischen Lösungen. Zwar bleiben Antidepressiva wie Amitriptylin oder Antikonvulsiva wie Pregabalin Teil des Werkzeugkastens. Die stärkste Empfehlung („Soll-Empfehlung“) erhalten nun jedoch aktive, nicht-medikamentöse Maßnahmen.
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Akupunktur als fester Bestandteil des Konzepts
Die explizite Aufwertung der Akupunktur ist die auffälligste Neuerung. Bislang wurde sie oft nur als „kann erwogen werden“ eingestuft. Die aktuelle Leitlinie bewertet nun die Evidenz aus jüngeren klinischen Studien neu. Diese zeigen zunehmend, dass Akupunktur Schmerzintensität reduzieren und die Lebensqualität verbessern kann.
Die Methode wird fest in das multimodale Konzept integriert. Sie wird insbesondere empfohlen, wenn Patienten auf aktive Bewegungstherapien allein nicht ausreichend ansprechen oder Unverträglichkeiten pharmakologische Optionen limitieren. Die DGS betont, dass passive Maßnahmen wie Massagen lediglich unterstützend wirken sollen. Die Akupunktur hingegen kann nach aktueller Einschätzung die Schmerzverarbeitung direkt modulieren.
Die drei Säulen der nicht-medikamentösen Therapie
Neben der Akupunktur benennt die Leitlinie drei weitere wesentliche Pfeiler:
* Ausdauertraining: Aktivitäten wie Walken, Radfahren oder Schwimmen gelten nach wie vor als Goldstandard zur Verbesserung der körperlichen Funktion.
* Meditative Bewegungstherapien: Praktiken wie Tai Chi und Qigong werden für ihre doppelte Wirkung auf Beweglichkeit und mentale Entspannung hervorgehoben.
* Psychotherapie: Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) wird stark empfohlen, um Bewältigungsstrategien für den chronischen Schmerz zu entwickeln.
Ausblick: Folgen für Versorgung und Kosten
Die Leitlinie spiegelt den Trend im Gesundheitswesen wider, die Versorgung chronischer Schmerzpatienten zu optimieren und gleichzeitig Kosten zu managen. Branchenbeobachter sehen Potenzial, dass die klare Empfehlung für Akupunktur langfristig die Erstattungspraxis der gesetzlichen Krankenkassen beeinflussen könnte. Bislang ist die Kostenübernahme selektiv.
Die praktische Umsetzung in den Praxen steht 2026 im Fokus. Parallel wird erwartet, dass die übergeordnete AWMF-S3-Leitlinie, die sich aktuell in der Konsultationsphase befindet, die praktischen Empfehlungen der DGS aufnehmen wird. Dies würde den Status der Akupunktur und multimodalen Therapie im nationalen Versorgungsstandard weiter festigen.
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