Deutschlandticket, Jobticket

Deutschlandticket: Jobticket wird für Arbeitnehmer teurer

05.01.2026 - 01:51:12

Die Preiserhöhung des Deutschlandtickets auf 63 Euro zieht höhere Kosten für Millionen Berufspendler nach sich. Ab sofort müssen Unternehmen ihre Zuschüsse anpassen, um den staatlich geförderten Rabatt zu sichern.

Seit dem 1. Januar 2026 kostet das beliebte Deutschlandticket monatlich 63 Euro – fünf Euro mehr als im Vorjahr. Diese Erhöhung hat direkte Konsequenzen für das subventionierte Jobticket, das in vielen Tarifverträgen und Benefits-Paketen fest verankert ist.

Der Clou: Den vollen Rabatt von fünf Prozent gewähren die Verkehrsverbünde nur, wenn der Arbeitgeber mindestens 25 Prozent des Ticketpreises übernimmt. Mit dem neuen Basispreis verschiebt sich diese Schwelle nach oben.

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Die aktuelle Kalkulation sieht nun so aus:
* Grundpreis: 63,00 Euro
* Mindestzuschuss Arbeitgeber (25%): 15,75 Euro (zuvor 14,50 Euro)
* Rabatt Verkehrsverbund (5%): 3,15 Euro
* Maximaler Eigenanteil Arbeitnehmer: 44,10 Euro

Für Beschäftigte, deren Firmen nur den gesetzlichen Mindestbeitrag leisten, steigt die monatliche Belastung um 3,50 Euro auf 44,10 Euro netto. Damit hat sich der Preis seit der Einführung zum 49-Euro-Tarif im Jahr 2024 um insgesamt 14 Euro erhöht. Eine Entwicklung, die die Attraktivität des Modells auf eine harte Probe stellt.

Dringende Anpassung für Personalabteilungen

Für HR- und Gehaltsabteilungen beginnt das Jahr mit akutem Handlungsbedarf. Die größte Gefahr lauert in starren Vertragsformulierungen.

Viele Arbeits- oder Zusatzvereinbarungen sehen einen festen Euro-Betrag als Zuschuss vor, etwa „14,50 Euro“. Dieser Betrag liegt nun unter der neuen Mindestgrenze von 15,75 Euro. Die Folge: Der Anspruch auf den fünfprozentigen Bundesrabatt könnte erlöschen. Der Mitarbeiter müsste dann den vollen Preis von 63 Euro abzüglich des festen Zuschusses zahlen – und wäre deutlich schlechter gestellt.

Mobilitätsdienstleister wie NAVIT raten Unternehmen dringend, ihre Gehaltsabrechnung für den Januar zu prüfen und anzupassen. Nur so lassen sich steuerliche Nachteile oder der Verlust des vergünstigten Tickets vermeiden.

Flexiblere Budgets als Alternative?

Die Akzeptanz der Preiserhöhung ist verhalten. Verbraucherportale wie Chip.de berichten, dass die administrative Einfachkeit des Tickets für viele Pendler den Aufpreis noch rechtfertigt. Doch die durchbrochene „psychologische 60-Euro-Marke“ bringt Alternativen ins Spiel.

Immer mehr Unternehmen denken über flexible Mobilitätsbudgets nach, anstatt starre Ticket-Zuschüsse zu gewähren. Mitarbeiter könnten dann einen festen Monatsbetrag für Fahrrad-Leasing, Carsharing oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen – und sich bei Bedarf auch gegen das Deutschlandticket entscheiden.

Regionale Unterschiede bleiben entscheidend. In Schleswig-Holstein etwa bietet das NAH.SH-Jobticket höhere Rabattstufen. Bei einem Arbeitgeberzuschuss von 30 Euro bleibt der Eigenanteil des Mitarbeiters unter 30 Euro – ein Spitzenangebot trotz genereller Teuerung.

Automatische Preisanpassung ab 2027?

Der aktuelle Streit ist nur ein Vorgeschmack auf die Zukunft. Die Verkehrsministerkonferenz (VMK) hat sich im September 2025 darauf verständigt, ab 2027 einen semi-automatischen Preismechanismus zu prüfen.

Ein solcher Index würde den Ticketpreis an objektive Faktoren wie Inflation, Energie- und Personalkosten koppeln. Das Ziel: Die politisch aufgeladenen jährlichen Preiskämpfe beenden und Planungssicherheit schaffen. Die Kehrseite: Die Ära eines stabilen Pauschalpreises wäre wohl endgültig vorbei.

Bis dahin steht die reibungslose Umsetzung der neuen Preise im ersten Quartal 2026 im Fokus. Der zweite Härtetest für das Jobticket-Modell hat begonnen. Die Frage ist: Bleibt es der Standard für Pendler, oder weichen immer mehr Beschäftigte auf flexible Alternativen aus?

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