DeutschlandID, Schlüssel

DeutschlandID wird zentraler Schlüssel für digitale Verwaltung

11.01.2026 - 20:12:11

Die Bundesregierung beschleunigt die Digitalisierung und macht die DeutschlandID zum zentralen Zugangsschlüssel für alle Bürgerdienste. Damit soll der lange kritisierte Behördendschungel endlich durchbrochen werden.

Ab sofort löst die DeutschlandID das bisherige Flickwerk aus Bundes- und Landeslogins ab. Sie wird der primäre digitale Ausweis für die Verwaltung. Kern der Reform ist das „Once-Only“-Prinzip: Bürger müssen ihre Daten der Behörde künftig nur noch einmal mitteilen.

Diese Zentralisierung ist der Höhepunkt der Reformen des Onlinezugangsgesetzes (OZG 2.0). Bis Ende 2026 sollen alle wichtigen Dienstleistungen – von der Ummeldung über Elterngeld bis zur Kfz-Zulassung – bundesweit digital verfügbar sein. Ein großer Vorteil: Eine in Bayern erstellte digitale Identität wird nun auch in Berlin oder Hamburg problemlos anerkannt.

Erster Praxistest: Das BAföG-Portal

Die Auswirkungen sind bereits sichtbar. Seit dem 7. Januar wird das Portal „BAföG Digital“ umgebaut und bis Ende des Monats an die neuen Login-Standards angepasst. Die Plattform für Studienfinanzierung ist während der Migration vorübergehend nicht erreichbar.

Dieser Update ist mehr als Wartung. Er integriert das Portal tief in die vereinfachte BundID/DeutschlandID-Infrastruktur. Der reibungslose Ablauf ist ein wichtiger Glaubwürdigkeitstest für die Regierung. Denn im Januar stellen besonders viele Studierende Anträge – eine Spitzenlast für das System.

Anschluss an die europäische Digital-Wallet

Deutschland baut seine digitale Identität nicht isoliert. Die vereinfachte BundID soll als Brücke zur EU Digital Identity Wallet dienen. Anfang Januar wurde bekannt, dass die Unternehmen Thales und Ubiqu gemeinsam eine sichere Speicherinfrastruktur für die europäische Wallet entwickeln.

Das Innenministerium plant, dass die BundID direkt mit der EU-Wallet kommunizieren kann. Das würde deutschen Bürgern erlauben, ihren nationalen digitalen Ausweis grenzüberschreitend zu nutzen – etwa um in Frankreich ein Bankkonto zu eröffnen. Die aktuellen Infrastruktur-Updates legen den technischen Grundstein für diese Interoperabilität.

Die Herausforderung: Bürger zurückgewinnen

Trotz der Fortschritte muss die Regierung das Vertrauen der Nutzer zurückgewinnen. Die Zahlen von Ende 2025 waren durchwachsen: Zwar verdoppelten sich die monatlichen Logins auf etwa 2 Millionen. Doch die Gesamtzahl aktiver Konten sank auf 4,9 Millionen, nachdem Hunderttausende inaktive Accounts gelöscht wurden.

Das Problem: Viele Bürger legten sich eine BundID nur für einen Zweck an – wie die einmalige Energiepreispauschale 2023 – und kehrten nie zurück. Die „Vereinfachte BundID“ soll den Account nun attraktiver machen. Durch die Integration alltäglicher Dienste und die Verbesserung des „digitalen Briefkastens“ soll aus dem Einmal-Token ein tägliches Werkzeug werden.

Ein weiterer Kritikpunkt wird adressiert: der sogenannte Medienbruch. Früher konnten Nutzer Anträge online stellen, erhielten Antworten aber oft per Post. Die neuen Prozesse sollen die gesamte Kommunikation digital halten und Bearbeitungszeiten deutlich verkürzen.

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Mehr als ein neuer Name

Der Push für eine vereinfachte BundID ist eine direkte Reaktion auf Deutschlands schleppende Digitalisierung im EU-Vergleich. Experten sehen in der Umbenennung zu „DeutschlandID“ mehr als Kosmetik.

„Der Fokus hat sich endlich von der ‚Gesetzeskonformität‘ auf die ‚Nutzerfreundlichkeit‘ verlagert“, erklärt ein Digitalexperte. „Durch das Once-Only-Prinzip und die Vernetzung der Behörden-IT verlagert sich die Bürokratielast vom Bürger zum Staat – dorthin, wo sie hingehört.“

Datenschützer bleiben wachsam. Die Bündelung der Zugangspunkte wirft Fragen zur Sicherheit auf. Die Regierung betont, dass das DeutschlandID-System die strengen DSGVO-Standards einhält und wo möglich dezentrale Architekturen nutzt, um eine zentrale „Super-Datenbank“ zu vermeiden.

Was kommt 2026?

Das Jahr wird entscheidend für Deutschlands digitale Ambitionen. Der Abschluss der BAföG-Migration Ende Januar ist der erste große Stresstest. Anschließend soll die flächendeckende Einführung digitaler Kfz-Zulassungen und Ummeldungen in allen 16 Bundesländern die Nutzerzahlen in die Höhe treiben.

Gelingt der Umbau, könnte die vereinfachte BundID nicht nur Bürgern Arbeit ersparen, sondern auch der Wirtschaft Milliarden an Bürokratiekosten. Mit der nahenden EU-Wallet-Frist ist Deutschlands Wettlauf um eine moderne digitale Identitätsinfrastruktur in eine neue, entscheidende Phase getreten.

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