Deutschland, Präventions-Vergleich

Deutschland stolpert im europäischen Präventions-Vergleich

02.02.2026 - 05:03:12

Deutschland schneidet bei der Prävention gegen Volkskrankheiten europaweit schlecht ab. Experten fordern einen radikalen Kurswechsel, um die hohen volkswirtschaftlichen Kosten zu senken.

Deutschland landet bei der Vorsorge gegen Volkskrankheiten auf dem vorletzten Platz in Europa. Das zeigt ein aktueller Public Health Index. Gleichzeitig warnen Experten vor den hohen volkswirtschaftlichen Kosten durch psychische Erkrankungen. Ein breites Bündnis aus Politik und Gesundheitsorganisationen fordert deshalb einen radikalen Kurswechsel.

Alarmierende Bilanz: Zu wenig gegen Tabak, Alkohol & Co.

Ein Index von AOK und Deutschem Krebsforschungszentrum verglich 18 europäische Länder. Deutschland schneidet in vier zentralen Risikobereichen katastrophal ab:
* Tabak- und Alkoholkonsum
* Ungesunde Ernährung
* Bewegungsmangel

Diese Faktoren verursachen chronische Leiden wie Herzkrankheiten, Diabetes und Krebs. Experten machen sie für vier von zehn Todesfällen verantwortlich. Das Ergebnis: Trotz hoher Ausgaben liegt die Lebenserwartung hierzulande unter dem EU-Durchschnitt.

Psychische Gesundheit: Die unterschätzte Volkskrankheit

Parallel wächst der Druck durch psychische Erkrankungen. Sie sind laut Robert Koch-Institut (RKI) die zweithäufigste Ursache für Krankschreibungen und der häufigste Grund für Frühverrentungen.
* Fast ein Drittel der Erwachsenen schätzt das eigene psychische Wohlbefinden als gering ein.
* Besonders betroffen sind junge Erwachsene.
* Die volkswirtschaftlichen Kosten durch Behandlung und Produktivitätsausfälle sind enorm.

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Initiativen wie die „Offensive Psychische Gesundheit“ der Bundesministerien sollen das Bewusstsein schärfen und präventive Angebote schaffen.

Der Job als Schlüssel zur besseren Vorsorge

Als Konsequenz rückt der Arbeitsplatz in den Fokus. Die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) soll Belastungen reduzieren und Ressourcen stärken. Die Argumentation ist klar: Investitionen in die psychische Gesundheit der Mitarbeiter senken Fehlzeiten und steigern die Produktivität. Die gesetzlichen Krankenkassen müssen Unternehmen bei der Umsetzung unterstützen.

Altes Gesetz, neuer Druck: Warum jetzt alles anders werden muss

Der Ruf nach mehr Prävention ist nicht neu, gewinnt aber an Dringlichkeit. Demografischer Wandel und Fachkräftemangel lassen ein rein reaktives Gesundheitssystem an seine Grenzen stoßen. Gesundheitsökonomen warnen: Der hohe Krankenstand bremst die gesamte Wirtschaft.

Die Forderung lautet „Health in All Policies“ – Gesundheit muss in allen Bereichen von Bildung bis Stadtplanung mitgedacht werden. Obwohl seit 2015 ein Präventionsgesetz existiert, gilt seine Umsetzung als völlig unzureichend. Kritiker sehen einen klaren Widerspruch zwischen politischen Ankündigungen und aktuell geplanten Kürzungen im Bundeshaushalt.

Nationale Initiative soll Wende einleiten

Die Lösung soll eine „Nationale Präventions-Initiative“ des Bundesgesundheitsministeriums bringen. Sie will alle Akteure an einen Tisch holen, um eine gemeinsame Strategie zu entwickeln. Konkrete Ansätze sind:
* Der Ausbau von Früherkennungsuntersuchungen.
* Mehr Gesundheitskompetenz für die Bevölkerung.
* Gesundheitsförderliche Lebenswelten in Kommunen, Schulen und Betrieben.

Auch die Digitalisierung mit Gesundheits-Apps oder KI-gestützter Diagnostik soll helfen, Krankheiten früher zu erkennen. Der Erfolg hängt am Ende von einem Faktor ab: ob der politische Wille in langfristige und ausreichend finanzierte Maßnahmen mündet.

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