Deutschland, E-Auto-Förderprogramm

Deutschland startet milliardenschweres E-Auto-Förderprogramm

20.01.2026 - 00:32:12

Die Bundesregierung startet ein neues, drei Milliarden Euro schweres Förderprogramm für Elektroautos. Es bietet bis zu 6.000 Euro Zuschuss, richtet sich besonders an Familien und Geringverdiener und gilt rückwirkend ab Januar 2026.

Die Bundesregierung will den Absatz von Elektroautos mit einem neuen, drei Milliarden Euro schweren Förderprogramm ankurbeln. Der am Montag vorgestellte Plan soll private Käufer nach dem abrupten Stopp der alten Prämie Ende 2023 zurückgewinnen. Ein zentraler Baustein ist ein voll digitalisiertes Online-Portal für Anträge. Die Förderung gilt rückwirkend ab dem 1. Januar 2026.

Bis zu 6.000 Euro für Familien und Geringverdiener

Das überarbeitete Programm ist bis 2029 ausgelegt und soll den Kauf von rund 800.000 Elektrofahrzeugen unterstützen. Die staatliche Hilfe liegt zwischen 1.500 und maximal 6.000 Euro pro Fahrzeug. Die genaue Höhe hängt vom Fahrzeugtyp, dem Haushaltseinkommen und der Familiengröße ab.

Reine Batterieelektroautos (BEV) erhalten eine Grundförderung von 3.000 Euro. Für Plug-in-Hybride (PHEV) und Fahrzeuge mit Reichweitenverlängerer sind es 1.500 Euro. Besonders im Fokus stehen Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis 45.000 Euro gibt es einen Zuschlag von 2.000 Euro, bis 60.000 Euro sind es 1.000 Euro extra. Familien mit Kindern unter 18 Jahren erhalten 500 Euro pro Kind, maximal 1.000 Euro. So kann eine förderberechtigte Familie mit geringem Einkommen beim Kauf eines BEV auf die volle Summe von 6.000 Euro kommen. Die generelle Einkommensgrenze liegt bei 80.000 Euro und erhöht sich pro Kind um 5.000 Euro, maximal auf 90.000 Euro.

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Digitaler Antrag: Das neue Online-Portal

Ein Herzstück der Neuauflage ist der digitale Ansatz. Ein spezielles Online-Portal soll alle Förderanträge bündeln und voraussichtlich im zweiten Quartal 2026, möglicherweise schon im Mai, starten. Ziel ist es, den Verwaltungsaufwand zu verringern und die Bearbeitungszeit für Antragsteller zu verkürzen.

Über das künftige Portal müssen Unterlagen digital eingereicht werden. Der Einkommensnachweis wird entscheidend sein, um die Förderstufe zu bestimmen. Laut Bundesumweltministerium wird das zu versteuernde Einkommen als Durchschnitt der beiden letzten Veranlagungen berechnet. Durch die frühzeitige Bekanntgabe der Details und der rückwirkenden Geltung will die Regierung mögliche Kaufzurückhaltung abbauen und Planungssicherheit schaffen. Käufer können ihr Fahrzeug bereits jetzt erwerben und den Antrag später stellen. Dieser ist bis zu einem Jahr nach der Fahrzeugzulassung möglich.

Offen für alle Hersteller – auch aus China

In einer bemerkenswerten politischen Entscheidung steht das neue Förderprogramm allen Automobilherstellern offen – unabhängig von ihrem Herkunftsland. Diese inklusive Haltung unterscheidet Deutschland von anderen europäischen Ländern wie Frankreich oder Großbritannien, deren Programme viele chinesische Fahrzeuge effektiv ausschließen. Bundesumweltminister Carsten Schneider sieht keine Anzeichen für einen massiven Zustrom chinesischer Fahrzeuge und plädiert für offenen Wettbewerb.

Diese Entscheidung könnte günstigeren E-Auto-Marken wie BYD, die ihren europäischen Markt ausbauen, erheblich zugutekommen. Die Politik dürfte den Preiswettbewerb vor allem im günstigeren Segment des E-Auto-Marktes verschärfen. Der Zeitpunkt der Förderung fällt mit der erwarteten Markteinführung erschwinglicherer Elektromodelle europäischer Hersteller zusammen, darunter der VW ID. Polo und der Renault R5 E-Tech zu Preisen um 25.000 Euro.

Neustart nach Förder-Durststrecke

Die Wiedereinführung der Kaufprämie folgt auf eine turbulente Phase für den deutschen E-Auto-Markt. Das Aus des Vorgängerprogramms Ende 2023 führte 2024 zu einem deutlichen Absatzeinbruch – die offiziellen Ziele für die Elektromobilität wurden verfehlt. Der neue Drei-Milliarden-Euro-Fonds, ergänzt durch eine Verlängerung der Kfz-Steuerbefreiung für E-Autos bis 2035, signalisiert ein erneuertes Regierungsbekenntnis zur Elektromobilität.

Die Autoindustrie begrüßt die neuen Anreize, mahnt aber zugleich, dass Subventionen allein kein Allheilmittel sind. Der langfristige Markterfolg hängt auch von verbesserten Rahmenbedingungen ab, etwa dem Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur und Maßnahmen zur Senkung der Stromkosten. Die Regierung plant zudem eine Überprüfung der Förderwürdigkeit von Plug-in-Hybriden. Ab dem 1. Juli 2027 soll eine Entscheidung über die weitere Förderung von PHEV auf Basis ihrer realen CO₂-Emissionsdaten getroffen werden, um die Klimaschutzwirkung des Programms zu maximieren.

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