Deutschland-Stack, Offene

Deutschland-Stack: Offene Software als Schlüssel zur digitalen Souveränität

16.02.2026 - 17:52:12 | boerse-global.de

Der Verband Open Source Business Alliance drängt auf quelloffene Software für die zentrale Verwaltungsplattform, um Abhängigkeiten und Sicherheitsrisiken zu vermeiden. Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund milliardenschwerer Digitalinvestitionen.

Die Bundesregierung muss sich beim Aufbau ihres digitalen Grundgerüsts klar für quelloffene Software entscheiden. Das fordert die Open Source Business Alliance (OSBA) mit Blick auf den geplanten „Deutschland-Stack“. Diese zentrale Technologieplattform soll Verwaltungsdienstleistungen von Bund, Ländern und Kommunen vereinheitlichen. Die zweite Konsultationsrunde dazu ist gerade abgeschlossen.

Für die OSBA ist eine verbindliche Open-Source-Strategie unverzichtbar. Nur so ließen sich Abhängigkeiten von wenigen großen Anbietern proprietärer Software vermeiden, die IT-Sicherheit erhöhen und ein wettbewerbsfähiges, heimisches Tech-Ökosystem fördern. „Ohne eine klare und verbindliche Open-Source-Strategie wird die digitale Souveränität eine Illusion bleiben“, warnt der Verband. Andernfalls drohten hohe Kosten und potenzielle Sicherheitsrisiken für sensible Regierungsdaten.

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Milliarden für Deutschlands digitales Rückgrat

Die Debatte um den Deutschland-Stack ist Teil einer milliardenschweren Offensive. Bis 2030 sollen alle Bürger mit Glasfaser (FTTH) und modernster Mobilfunktechnologie versorgt sein. Ein Zwischenziel sieht vor, dass bis Ende 2025 bereits 50 Prozent aller Haushalte und Unternehmen einen Glasfaseranschluss haben.

Unter dem Dach des erst 2025 gegründeten Bundesministeriums für digitale Transformation und Modernisierung des Staates (BMDS) fließen enorme Summen. Allein 2025 wurden über vier Milliarden Euro für den digitalen Infrastrukturausbau bereitgestellt, davon 2,9 Milliarden speziell für den Breitbandausbau. Die Bilanz ist jedoch durchwachsen: Während die 5G-Abdeckung bei über 93 Prozent der Bevölkerung liegt, hinkt der Glasfaserausbau hinterher. Mit einer FTTP-Verfügbarkeit von nur 36,8 Prozent (Stand 2024) liegt Deutschland deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 69,2 Prozent.

Öffentliche Strategie, private Milliarden

Der staatliche Plan setzt auf eine Mischung aus Fördermitteln und privaten Investitionen. Diese Hybrid-Strategie zeigt Wirkung. Ende 2025 kündigte Google Investitionen von 5,5 Milliarden Euro bis 2029 an. Dazu zählen ein neues Rechenzentrum in Dietzenbach, der Ausbau des Standorts Hanau und erweiterte Büroflächen. Die Investition soll das deutsche Bruttoinlandsprodukt jährlich um über eine Milliarde Euro steigern.

Parallel eröffneten die Deutsche Telekom und Nvidia kürzlich ein neues, eine Milliarde Euro teures KI-Rechenzentrum in München. Die Bundesregierung wertet solche Projekte als essenziellen Schritt zur Stärkung der digitalen Unabhängigkeit.

Wachstum trifft auf Engpässe

Die Perspektiven sind grundsätzlich positiv. Der Branchenverband eco prognostiziert, dass der Umsatz der deutschen Internetwirtschaft von 245 Milliarden Euro (2025) auf 389 Milliarden Euro bis 2030 wachsen wird. Doch Experten warnen vor massiven Bremsklötzen.

Dazu zählen hohe Stromkosten, langwierige Genehmigungsverfahren für Infrastrukturprojekte und ein eklatanter Fachkräftemangel. Vor allem der Boom der Künstlichen Intelligenz treibt den Bedarf an Rechenzentrums-Kapazitäten enorm. Die Nachfrage werde bis 2030 voraussichtlich um das Drei- bis Fünffache steigen – ein Tempo, das das Angebot kaum halten könne, so eco.

Der Balanceakt zwischen Tempo und Technologiehoheit

Die Bundesregierung steht vor einer komplexen Aufgabe. Sie muss den dringend benötigten Infrastrukturausbau beschleunigen und gleichzeitig die langfristige digitale Souveränität sichern. Die Forderung der OSBA nach Open Source für den Deutschland-Stack setzt hier einen wichtigen strategischen Marker.

Die Entscheidungen der kommenden Monate werden prägend sein. Sie bestimmen, ob Deutschland nicht nur schnelles Internet baut, sondern auch die technologische Kontrolle über seine digitale Verwaltung behält. Der Erfolg der Digital- und Gigabit-Strategien hängt nun davon ab, wie geschickt öffentliche Förderung, private Partnerschaften und ein klares Bekenntnis zu sicherer, eigenständiger Softwarepolitik verzahnt werden.

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