Messstellenbetreiber sieht zunehmende Dynamik bei Einbau von Smart Metern
02.04.2026 - 05:24:14 | dpa.de"Der Rollout kommt langsam in die Gänge", sagte Bela Schramm, Geschäftsführer von Metrify. Deutschland habe auf eine "Goldrand-Lösung" mit hohen Sicherheitsstandards und komplexen Regelungen gesetzt und hinke daher international hinterher. "Wir sehen aber nun, dass richtig Bewegung in den Markt kommt, sowohl bei Netzbetreibern als auch bei wettbewerblichen Anbietern."
Smart Meter messen alle 15 Minuten den Stromverbrauch eines Haushalts und übermitteln die Daten an die Netzbetreiber und Energielieferanten. Mit solchen intelligenten Messsystemen können Haushalte genau sehen, zu welcher Tageszeit sie wie viel Strom verbraucht haben. Haben Verbraucher einen speziellen Stromtarif abgeschlossen, können sie etwa den Betrieb einer Waschmaschine oder das Laden eines E-Autos in Zeiten mit viel Sonnen- und Windenergie legen, in denen Strom günstiger ist.
Bislang sind Netzbetreiber nur unter bestimmten Bedingungen zur Umrüstung bei privaten Kunden verpflichtet, etwa wenn in den Haushalten eine Wärmepumpe angeschlossen wurde. In Europa hinkt Deutschland daher bei der Umrüstung weit hinterher: Während in vielen Ländern die Smart-Meter-Quote bereits bei 80 Prozent und mehr liegt, waren es in Deutschland zum Jahresende 2025 nur 5,5 Prozent - das entspricht knapp 3,1 Millionen Geräten.
"Viele Menschen wissen gar nicht, was Smart Meter sind und was sie können", sagte Schramm. "Das wollen wir ändern, Kunden sollen nicht auf ihren Netzbetreiber warten müssen." Metrify gehe gezielt auf Besitzer von Einfamilienhäusern zu, in einem nächsten Schritt sei dies auch bei Mehrfamilienhäusern geplant.
Metrify sieht sich als Deutschlands größter wettbewerblicher Messstellenbetreiber und plant bis 2030 insgesamt 2,5 Millionen Smart Meter zu installieren, unabhängig von den Rollout-Plänen lokaler Netzbetreiber. Metrify, eine Tochter des Energieunternehmens Enpal, hat bis heute nach eigenen Angaben mehr als 70.000 Smart Meter installiert.
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