Deutschland fehlt 1,4 Millionen bezahlbare Wohnungen
20.02.2026 - 04:42:12Eine neue Analyse zeigt: Für mehr als ein Drittel der Bevölkerung ist Wohnraum unbezahlbar geworden. Die Daten eines EU-Forschungsprojekts bestätigen, was viele Mieter längst spüren. Selbst eine kleine Wohnung ist mit einem mittleren Einkommen in weiten Teilen des Landes nicht mehr finanzierbar.
Rekorddefizit trotz Milliarden-Förderung
Das Bündnis „Soziales Wohnen“ warnt vor einem Defizit von 1,4 Millionen bezahlbaren Wohnungen. Der Bestand an Sozialwohnungen ist seit den späten 1980er Jahren von mehreren Millionen auf nur noch rund eine Million geschrumpft. Dabei hätte laut Pestel-Institut etwa die Hälfte aller Mieterhaushalte aufgrund ihres Einkommens Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein. Das Bündnis fordert eine Verdopplung des Sozialwohnungsbestandes.
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Junge und Alte verlieren den Anschluss
Wer leidet am meisten unter der Krise? Der „Soziale Wohn-Monitor 2026“ identifiziert junge Menschen und Senioren als die großen Verlierer. Studierende wenden im Schnitt 53 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Wohnkosten auf. Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt, weil Bewerber keine Unterkunft finden. Gleichzeitig können sich viele Rentner der Baby-Boomer-Generation ihre Wohnungen nicht mehr leisten. Experten sprechen von einer „Stadtvertreibung Älterer“.
Baukrise bremst die Wirtschaft aus
Der Wohnungsmangel wird zur ernsthaften Belastung für die deutsche Wirtschaft. Unternehmen in Ballungsräumen klagen über Fachkräftemangel – potenzielle Mitarbeiter schrecken vor unbezahlbaren Mieten zurück. Das staatliche Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wird krachend verfehlt. Prognosen gehen aktuell von nur 200.000 Einheiten aus. Hohe Baukosten und komplexe Standards machen bezahlbaren Neubau fast unmöglich.
Politik unter Druck: Reichen 23,5 Milliarden?
Das Bündnis „Soziales Wohnen“ – ein Zusammenschluss aus Mieterbund, IG BAU und Sozialverbänden – fordert einen „Sozialen Bund-Länder-Pakt“. Der soziale Wohnungsbau müsse zur „Chefsache“ erklärt werden. Die Bundesregierung hat bis 2029 zwar 23,5 Milliarden Euro zugesagt. Kritiker bezweifeln, dass diese Mittel ausreichen. Jedes Jahr fallen mehr Wohnungen aus der Sozialbindung, als neue hinzukommen. Bleibt die Trendwende aus, tickt eine soziale Zeitbombe.
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