Rüstungsexporte, Leichter

Deutsche Rüstungsexporte 2025: Leichter Rückgang nach Rekordjahr

06.02.2026 - 23:44:12

Die deutschen Rüstungsexporte liegen 2025 knapp unter dem Vorjahresrekord. Die Ukraine bleibt wichtigster Abnehmer, während Reformen der Exportkontrolle kontrovers diskutiert werden.

Die deutschen Rüstungsexporte haben sich 2025 auf hohem Niveau leicht normalisiert. Nach vorläufigen Zahlen genehmigte die Bundesregierung Ausfuhren im Wert von rund zwölf Milliarden Euro. Das liegt knapp unter dem Rekordwert von 2024. Hauptempfänger blieb die Ukraine.

Damit signalisieren die vom Bundeswirtschaftsministerium veröffentlichten Daten eine erste Entspannung nach den durch den Ukraine-Krieg geprägten Ausnahmejahren. Die Debatte über die Exportpolitik bleibt jedoch hochaktuell – befeuert durch jüngste Reformen zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren.

Ukraine bleibt wichtigster Abnehmer, Werte sinken

Das Hauptaugenmerk lag auch 2025 auf der Unterstützung der angegriffenen Ukraine. Exporte im Wert von gut zwei Milliarden Euro wurden nach Kiew genehmigt. Damit bleibt die Ukraine der mit Abstand wichtigste Einzelempfänger, auch wenn der Wert deutlich unter den 8,15 Milliarden Euro des Vorjahres liegt.

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Das Ministerium verweist darauf, dass sich langfristige Lieferprojekte zeitversetzt in der Statistik niederschlagen. Die Unterstützung für die Ukraine basiere teilweise auf älteren Genehmigungen.

Auf den Plätzen zwei und drei folgen die NATO-Partner Norwegen (knapp 1,4 Milliarden Euro) und Schweden (gut eine Milliarde Euro). Der hohe Anteil an Lieferungen an Bündnispartner unterstreicht die sicherheitspolitische Prioritätensetzung der Ampel-Regierung.

Reform der Exportkontrolle sorgt für Kontroversen

Parallel zu den Zahlen wird die Exportkontrolle selbst reformiert. Seit 1. Februar 2026 gelten neue Maßnahmen von BAFA und Wirtschaftsministerium. Ziel ist es, Genehmigungsverfahren zu straffen und zu beschleunigen.

Kern der Reform ist die Ausweitung Allgemeiner Genehmigungen (AGG). Diese ermöglichen es Exporteuren, bestimmte Güter in ausgewählte Länder ohne aufwendige Einzelanträge zu liefern. Die Industrie begrüßt diesen Schritt.

Kritiker und Experten schlagen jedoch Alarm. Sie warnen vor Schlupflöchern: Deutsche Komponenten könnten in Partnerländern mit laxeren Gesetzen zu kompletten Waffensystemen verbaut und dann in problematische Drittstaaten weiterverkauft werden. Deutschland hätte dann keine Kontrollmöglichkeit mehr.

Spagat zwischen Restriktion und Realpolitik

Die Zahlen der letzten Jahre offenbaren ein grundsätzliches Dilemma. Einerseits hat die Koalition das Ziel einer restriktiveren Exportpolitik im Vertrag stehen. Andererseits erzwingt die „Zeitenwende“ durch den russischen Angriffskrieg eine andere Realität.

Die Bundesregierung betont stets die strengen Prüfkriterien, bei denen Menschenrechte und sicherheitspolitische Erwägungen im Vordergrund stünden. Doch die Frage von Exporten in Drittstaaten außerhalb von EU und NATO bleibt politisch heikel. Ihr Anteil lag 2024 bei etwa 14 Prozent.

Für 2026 wird erwartet, dass die Ukraine-Hilfe weiter ein Schwerpunkt bleibt. Auch die Stärkung der europäischen Verteidigungsfähigkeit wird hohe Exportwerte in Partnerländer nach sich ziehen. Die Regierung steht weiter vor der Aufgabe, Bündnisverpflichtungen, Wirtschaftsinteressen und wertebasierte Außenpolitik in Einklang zu bringen.

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