Rohstoff, Aktie

Deutsche Rohstoff Aktie: EBITDA-Prognose auf 365 Millionen erhöht

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 11:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Deutsche Rohstoff AG hebt EBITDA-Prognose auf bis zu 375 Mio. Euro an, getrieben durch den Verkauf von Almonty-Aktien.

Deutsche Rohstoff AG: Prognoseanhebung nach Almonty-Aktienverkauf
Abstrakte Darstellung der Rohstoffindustrie mit metallischen und geologischen Elementen in professioneller Ästhetik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Deutsche Rohstoff AG hat ihre Ergebnisprognose für 2026 kräftig nach oben korrigiert. In einer Ad-hoc-Mitteilung vom 22. Juli 2026 erklärte das Unternehmen, es erwarte nun ein EBITDA von rund 365 Millionen Euro, mit einer Bandbreite von 355 bis 375 Millionen Euro. Bislang hatte die Prognose bei 290 bis 310 Millionen Euro gelegen. Auslöser der Anhebung ist der Verkauf von fünf Millionen Aktien der Beteiligung Almonty zu einem Preis von rund 16 US-Dollar je Stück. Der Ergebnisbeitrag vor Steuern aus diesem Verkauf beziffert das Unternehmen auf etwa 65 Millionen Euro.

Almonty-Anteil als Werttreiber

Die Transaktion zeigt, welches Gewicht die Beteiligung an Almonty für die Deutsche Rohstoff AG inzwischen entwickelt hat. Nach dem Teilverkauf hält das Unternehmen noch 5,5 Millionen Aktien an Almonty. Die Umsatzprognose für 2026 bleibt von der Transaktion unberührt: Sie liegt weiterhin bei 260 bis 280 Millionen Euro. Der Ergebnissprung resultiert damit ausschließlich aus dem Beteiligungsverkauf, nicht aus dem operativen Kerngeschäft.

Für ihre Planungsannahmen legt die Deutsche Rohstoff AG einen Ölpreis von 75 US-Dollar je Barrel, einen Gaspreis von 3,50 US-Dollar je mcf sowie einen Euro-Dollar-Wechselkurs von 1,15 zugrunde. Bemerkenswert ist der Abstand zur tatsächlichen Marktlage: Zuletzt trieben geopolitische Spannungen den Ölpreis auf ein deutlich höheres Niveau, Brent notierte im Zuge der Eskalation rund um den Iran-Konflikt und die Drohungen der Huthi-Rebellen gegen saudische Schiffe im Roten Meer zeitweise über 96 US-Dollar je Barrel. Sollte sich ein höheres Preisniveau über das Jahr verstetigen, läge die konservativ kalkulierte Prognose der Deutsche Rohstoff AG unter den aktuellen Marktbedingungen.

Kursreaktion fällt verhalten aus

Am Markt kam die Nachricht positiv an, auch wenn die Aktie von ihren Höchstständen inzwischen ein gutes Stück entfernt ist. Am Mittwoch schloss das Papier bei 80,90 Euro, ein Plus von 2,66 Prozent zum Vortag. Seit Jahresbeginn steht bei der Deutsche Rohstoff-Aktie ein Kursgewinn von 65,27 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 117,80 Euro, erreicht am 5. Juni 2026, notiert das Papier derzeit rund 31 Prozent entfernt – die jüngste Prognoseanhebung hat die Aktie also noch nicht in die Nähe ihrer Jahreshochs zurückgeführt.

Der zeitliche Zusammenhang zwischen der Prognoseanhebung und der allgemeinen Ölmarktlage ist auch politisch aufgeladen. Parallel zur Nachricht der Deutsche Rohstoff AG meldete das Bundeswirtschaftsministerium, dass die Verhandlungen mit der EU-Kommission über staatliche Beihilfen für den Ausbau der Ölpipeline Rostock-Schwedt vorerst auf Eis liegen. Die Europäische Zentralbank wiederum ließ ihre Zinsen vor der Sommerpause unverändert und beobachtet nach eigenen Angaben mögliche Zweitrundeneffekte durch die gestiegenen Energiepreise – ein Umfeld, das die Rahmenbedingungen für Öl- und Gasproduzenten wie die Deutsche Rohstoff AG mitbestimmt.

Ergebnisqualität im Blick

Anleger dürften in den kommenden Wochen genauer hinschauen, wie sich der einmalige Beteiligungsgewinn aus dem Almonty-Verkauf von der operativen Ertragskraft des Öl- und Gasgeschäfts abgrenzen lässt. Die unveränderte Umsatzprognose deutet darauf hin, dass das Kerngeschäft stabil, aber nicht der Treiber der jüngsten Anhebung ist. Mit der verbleibenden Beteiligung von 5,5 Millionen Almonty-Aktien behält sich das Unternehmen zudem die Option auf weitere Sondererträge vor, sollte sich der Aktienkurs der Beteiligung günstig entwickeln.

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