Deutsche Inflation fällt unter EZB-Zielmarke
07.01.2026 - 20:51:12Die deutsche Inflationsrate ist auf den niedrigsten Stand seit über einem Jahr gesunken. Nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes lag die Jahresrate im Dezember 2025 bei nur noch 1,8 Prozent. Damit unterschreitet der Wert erstmals seit Monaten das Stabilitätsziel der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent – eine spürbare Entlastung für die Verbraucher.
Hauptgrund für den deutlichen Rückgang von zuletzt 2,3 Prozent sind die gesunkenen Energiekosten. Sie lagen im Dezember 1,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau und wirken damit dämpfend auf die Gesamtinflation. Auch bei Lebensmitteln verlangsamte sich der Preisanstieg spürbar auf nur noch 0,8 Prozent im Jahresvergleich. Die Zeiten extremer Sprünge an der Supermarktkasse scheinen vorbei, auch wenn das Preisniveau insgesamt hoch bleibt.
Doch wo liegt der Haken? Die Kerninflation, die volatile Energie- und Nahrungsmittelpreise ausblendet, verharrt auf einem höheren Niveau. Sie wird für Dezember auf 2,4 Prozent geschätzt.
Dienstleistungen als Preistreiber
Während die Güterinflation nahezu zum Erliegen kam, bleibt der Dienstleistungssektor der hartnäckige Preistreiber. Hier stiegen die Kosten im Dezember um 3,5 Prozent – unverändert zum Vormonat. Ökonomen führen dies auf die sogenannten Zweitrundeneffekte zurück: Die kräftigen Lohnabschlüsse der vergangenen zwei Jahre schlagen sich nun in den Preisen für Versicherungen, Gastronomie oder Handwerkerleistungen nieder.
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„Eine spürbare Entlastung der Verbraucher im Dienstleistungsbereich ist noch nicht in Sicht“, kommentieren Marktbeobachter die Zahlen. Diese Lohn-Preis-Spirale könnte die Kerninflation auch im ersten Halbjahr 2026 auf einem erhöhten Niveau halten.
Bilanz 2025: Stabilisierung auf hohem Niveau
Für das Gesamtjahr 2025 ergibt sich eine durchschnittliche Inflationsrate von 2,2 Prozent – exakt der gleiche Wert wie 2024. Damit hat sich die Lage deutlich beruhigt gegenüber den turbulenten Jahren 2022 (6,9 %) und 2023 (5,9 %). Die Wirtschaft scheint den schlimmsten Inflationsschock der Nachpandemiezeit überwunden zu haben.
Symbolisch bedeutsam ist ein anderer Wert: Der für die EZB-Geldpolitik maßgebliche Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) lag im Dezember schätzungsweise bei genau 2,0 Prozent. Ein Treffer ins Schwarze für die Währungshüter, deren restriktive Zinspolitik damit ihr wichtigstes Ziel erreicht zu haben scheint.
Vorsichtiger Optimismus für 2026
Die Konjunkturforschung blickt vorsichtig optimistisch auf das neue Jahr. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) prognostiziert für 2026 eine Durchschnittsinflation von rund 1,8 Prozent. Alexander Krüger, Chefvolkswirt bei Hauck Aufhäuser Lampe, sieht eine „preisstabile Entwicklung“ für das erste Halbjahr am Entstehen.
Doch die anhaltend hohe Dienstleistungsinflation könnte der EZB weitere Zinssenkungen erschweren. Die Währungshüter werden wachsam bleiben müssen. Die große Frage für 2026 lautet: Kann die Schlagzeilen-Inflation von 1,8 Prozent gehalten werden – oder erzwingt der Dienstleistungssektor ein Comeback der Teuerung? Für den Moment signalieren die Daten jedoch eine erfolgreiche Rückkehr zur Normalität für die größte Volkswirtschaft Europas.
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