Deutsche Exporte: Starker Jahresendspurt trotz Handelsrisiken
07.02.2026 - 02:36:11Deutsche Exporteure beenden 2025 mit einem kräftigen Wachstumsschub – doch die Herausforderungen bleiben enorm. Während die Ausfuhren in die USA und nach China deutlich zulegten, wachsen die regulatorischen Hürden.
Überraschender Dezember-Boom stützt Gesamtjahr
Die deutschen Warenexporte legten im Dezember 2025 unerwartet stark zu. Preis- und saisonbereinigt stiegen sie um 4,0 Prozent gegenüber November – der stärkste monatliche Anstieg seit über vier Jahren. Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit den beiden größten Handelspartnern: In die USA wurden trotz bestehender Zölle fast neun Prozent mehr Waren geliefert, nach China sogar rund elf Prozent mehr.
Dieser Endspurt rettete die Bilanz für das Gesamtjahr 2025. Nach zwei Jahren der Schrumpfung verzeichneten die Ausfuhren nun ein Plus von etwa 1,0 Prozent auf gut 1,56 Billionen Euro. Ein wichtiges Signal für die Konjunktur zu Beginn des Jahres 2026.
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US-Zölle bleiben Dauerbelastung für Unternehmen
Der Erfolg täuscht nicht über die latenten Risiken hinweg. Seit August 2025 gilt für die meisten EU-Waren ein Basis-Einfuhrzoll von 15 Prozent in die USA. Für viele Produkte, deren regulärer Zollsatz ohnehin höher liegt, ändert das wenig. Zusätzliche Sonderzölle auf Stahl und Aluminium belasten weiterhin ganze Branchen.
Diese Handelsbarrieren zwingen deutsche Unternehmen zu einem permanenten Balanceakt. Sie müssen die komplexen Ursprungsregeln minutiös einhalten, um die korrekten Zollsätze anzuwenden. Ein Fehler kann teuer werden. Die ständige Drohung einer weiteren Verschärfung der US-Handelspolitik bleibt ein großes Investitionshemmnis.
Neue EU-Richtlinie verschärft Compliance-Druck
Parallel zu den externen Hürden wächst der interne regulatorische Druck. Eine neue EU-Richtlinie verlangt von Exporteuren ab Februar 2026 deutlich robustere Compliance-Management-Systeme. Die Unternehmen müssen nachweisen, dass sie Exportkontrollen für Dual-Use-Güter und Sanktionslisten lückenlos einhalten.
Die Herausforderung wird durch US-Recht noch größer. Deutsche Firmen, die US-Technologie nutzen, unterliegen auch hierzulande den strengen Export Administration Regulations (EAR). Verstöße können zu drastischen Strafen führen. Eine prozesssichere Organisation wird damit zur Überlebensfrage.
Resilienz ja, aber keine Trendwende
Branchenkenner bewerten die Zahlen mit vorsichtigem Optimismus. „Von einer echten Erholung kann noch keine Rede sein“, warnt Dirk Jandura, Präsident des Außenhandelsverbandes BGA. Deutschland habe international weiter Marktanteile verloren. Studien belegen, dass Schlüsselindustrien wie der Maschinenbau über Jahre an Boden eingebüßt haben.
Der starke Dezember könnte ein erstes Anzeichen für eine Trendwende sein. Die strukturelle Abhängigkeit vom Export bleibt jedoch riesig – fast jeder vierte Arbeitsplatz hängt daran. Die aktuelle Stärke im US-Geschäft zeigt vor allem eines: Die Unternehmen haben Wege gefunden, mit den Zöllen zu leben, etwa durch Preisanpassungen oder eine Fokussierung auf weniger betroffene Produkte.
Ausblick 2026: Diversifizierung wird Schlüssel
Für das laufende Jahr zeichnet sich ein gemischtes Bild ab. Der Schwung aus 2025 bietet eine gute Basis. Die geopolitischen Risiken und die Unsicherheit über die künftige US-Handelspolitik bremsen jedoch weiter.
Die Europäische Union treibt daher neue Freihandelsabkommen voran, um die Abhängigkeit von einzelnen Märkten zu reduzieren. Für die Unternehmen wird die Priorität klar sein: Lieferketten weiter diversifizieren und Compliance-Strukturen massiv stärken. Die Fähigkeit, schnell auf neue Regeln und politische Verschiebungen zu reagieren, wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
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