Exporte, Ausfuhren

Deutsche Exporte brechen überraschend ein

13.01.2026 - 09:43:12

Die deutschen Ausfuhren sind im November 2025 um 2,5 Prozent eingebrochen, was den stärksten monatlichen Rückgang seit eineinhalb Jahren darstellt. Der Handelsüberschuss schrumpft deutlich.

Der deutsche Exportmotor stottert: Im November 2025 gingen die Ausfuhren um 2,5 Prozent zurück – der stärkste monatliche Einbruch seit eineinhalb Jahren. Die Daten des Statistischen Bundesamtes befeuern die Sorge um das deutsche Geschäftsmodell in einer zunehmend fragmentierten Weltwirtschaft.

November-Daten zeigen tiefe Krise

Die Zahlen sind ein Schock für die exportorientierte Wirtschaft. Saisonbereinigt fielen die Ausfuhren im November auf 128,1 Milliarden Euro. Das ist der deutlichste Rückgang seit Mai 2024 und übertrifft alle Erwartungen. Währenddessen stiegen die Importe leicht um 0,8 Prozent auf 115,1 Milliarden Euro. Die Folge: Der deutsche Handelsüberschuss schrumpfte von 17,2 auf 13,1 Milliarden Euro.

„Die Zahlen sind alarmierend“, kommentiert ein Marktbeobachter. „Sie zeigen nicht nur eine konjunkturelle Schwäche, sondern könnten einen strukturellen Wandel anzeigen.“ Besonders bedenklich: Der Einbruch erfolgte im Jahresvergleich und ist damit kein statistischer Ausreißer.

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USA und EU bremsen deutsche Ausfuhren

Die Details der Handelsströme offenbaren die Hauptprobleme. In die USA, traditionell der größte Abnehmer deutscher Waren, exportierte Deutschland im November 10,8 Milliarden Euro – ein Minus von 4,2 Prozent. Verantwortlich sind die verschärften Handelspolitiken der Trump-Administration. Seit der Wiedereinführung von Zöllen auf EU-Waren im Juli 2025 haben deutsche Exporteure massive Wettbewerbsnachteile.

Doch auch innerhalb Europas läuft es schlecht. Die Ausfuhren in andere EU-Mitgliedstaaten brachen ebenfalls um 4,2 Prozent auf 73,1 Milliarden Euro ein. Diese „doppelte Bremswirkung“ aus Übersee und dem Binnenmarkt lässt deutschen Unternehmen kaum Spielraum.

Einziger Lichtblick: Das Geschäft mit China legte um 3,4 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro zu. Doch dieser Anstieg kann die Verluste in den wesentlich größeren westlichen Märkten bei weitem nicht ausgleichen. Zudem warnen Analysten vor einem möglichen Vorzieheffekt vor weiteren Handelskonflikten.

Widerspruch: Produktion steigt, Exporte fallen

Besonders rätselhaft ist der Gegensatz zu den Produktionsdaten. Während die Exporte einbrachen, stieg die industrielle Produktion im November um 0,8 Prozent – bereits der dritte Anstieg in Folge. Branchen wie der Automobilbau und der Maschinenbau legten zu.

Ökonomen deuten diesen Widerspruch als Warnsignal. „Die steigende Produktion könnte auf die Abarbeitung von Auftragsrückständen zurückgehen, nicht auf neue Nachfrage“, erklärt eine Expertin der Deutschen Bank Research. Die Gefahr: Lagern sich die fertigen Waren in den Hallen, weil internationale Abnehmer fehlen, drohen im ersten Quartal 2026 drastische Produktionskürzungen.

Diese „Produktions-Export-Lücke“ zeigt eine Wirtschaft, deren Binnenmarkt sich stabilisiert, die aber an ungünstigen globalen Rahmenbedingungen scheitert. Für eine Exportnation wie Deutschland reicht die heimische Nachfrage allein jedoch nicht aus.

Branche sieht „neue Normalität“

Die Reaktion der Wirtschaftsverbände fällt ernüchternd aus. Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) spricht von einer „neuen Normalität“. BGA-Präsident Dirk Jandura warnt: „Die dynamischen Exportwachstumsraten des vergangenen Jahrzehnts werden so schnell nicht zurückkehren.“

Schuld sind aus Sicht der Verbände dauerhafte Handelshemmnisse und die geopolitischen Fragmentierung. Für 2026 bleibt die Aussicht trübe. Die vollen Auswirkungen der US-Zölle werden weiter wirken, während Europa selbst nach Wachstumsimpulsen sucht.

Die Lösung? Deutsche Exporteure müssen ihre Diversifizierungsstrategien beschleunigen und verstärkt auf Schwellenländer in Südostasien und Lateinamerika setzen. Doch solche strategischen Wendungen brauchen Zeit – Zeit, die angesichts der aktuellen Daten knapp werden könnte.

Bleibt die Lücke zwischen Produktion und Export bestehen, droht der Industrie bis Mitte 2026 eine technische Rezession. Die Blicke richten sich nun auf die Dezember-Daten und Frühindikatoren wie den Ifo-Geschäftsklimaindex. Eines steht nach dem November-Einbruch fest: Die Ära des mühelosen Exportbooms ist vorbei.

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