Deutsche-Bank-, Commerzbank-Aktie

Deutsche-Bank- vs. Commerzbank-Aktie: Bilanz-Bollwerk gegen Bewertungs-Schnäppchen

23.02.2026 - 12:40:39 | boerse-global.de

Beide Frankfurter Banken erzielten 2025 Rekordgewinne, doch der Markt bewertet sie extrem unterschiedlich. Während die Commerzbank mit Effizienz und Stabilität punktet, lockt die Deutsche Bank mit einem massiven Bewertungsrabatt.

Die beiden Frankfurter Bankriesen lieferten 2025 Rekordergebnisse – doch der Markt bewertet sie völlig unterschiedlich. Während die Commerzbank mit starkem Momentum glänzt, lockt die Deutsche Bank mit einem massiven Bewertungsabschlag. Wer macht das Rennen?

Zwei Welten, ein Finanzplatz

Der heutige Handelstag zeigt die Kluft deutlich: Die Commerzbank legt um 2,23 Prozent auf 35,05 Euro zu, während die Deutsche Bank mit 31,05 Euro leicht im Minus notiert. Doch hinter dieser Momentaufnahme verbirgt sich ein fundamentaler Strategiekonflikt, der Anleger vor eine klare Entscheidung stellt.

Die Deutsche Bank spielt global. Mit 32,1 Milliarden Euro Erträgen und einem starken Standbein im Investmentbanking bedient sie Konzerne von New York bis Singapur. Die Commerzbank hingegen setzt konsequent auf den deutschen Mittelstand und das Privatkundengeschäft – ergänzt durch die hochprofitable polnische Tochter mBank. Zwei grundverschiedene Ansätze, die beide 2025 funktionierten.

Wer verdient besser?

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Die Deutsche Bank steigerte ihren Vorsteuergewinn um spektakuläre 84 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalrendite knackte erstmals seit Jahren die magische Zehn-Prozent-Marke. Der jahrelange Turnaround? Endlich abgeschlossen.

Die Commerzbank kontert mit Effizienz. Eine Cost-Income-Ratio von nur 57 Prozent – das schafft kaum ein Wettbewerber. Die Erträge wuchsen um zehn Prozent, der Provisionsüberschuss um sieben Prozent. Besonders bemerkenswert: Die extrem niedrige Risikovorsorge von 722 Millionen Euro signalisiert ein kerngesundes Kreditbuch.

Kennzahl Deutsche Bank Commerzbank
KGV 8,2 14,7
Kurs-Buchwert-Verhältnis 0,75 1,10
Eigenkapitalrendite (RoTE) 10,3 % 8,7 %
Cost-Income-Ratio 64 % 57 %
Kernkapitalquote (CET1) 13,7 % 14,7 %

Das Bewertungs-Paradox

Hier wird es spannend. Die Deutsche Bank verdient mehr, wird aber deutlich günstiger bewertet. Ein KGV von 8,2 gegenüber 14,7 bei der Commerzbank – das ist ein Rabatt von über 40 Prozent. Noch drastischer beim Kurs-Buchwert-Verhältnis: Die Deutsche Bank notiert bei nur 75 Prozent ihres Buchwerts, die Commerzbank handelt mit Aufschlag.

Warum diese Diskrepanz? Der Markt traut der Commerzbank schlicht mehr Stabilität zu. Die höhere Kernkapitalquote, die bessere Kosteneffizienz und die geringere Abhängigkeit vom volatilen Investmentbanking rechtfertigen aus Sicht vieler Analysten den Aufschlag.

Momentum: Vorteil Commerzbank

Die Performance der letzten Wochen unterstreicht dieses Bild. Seit Jahresbeginn legte die Commerzbank-Aktie um 14,5 Prozent zu, die Deutsche Bank nur um 8,3 Prozent. Analysten hoben das Kursziel für die Commerzbank zuletzt auf 39 Euro an – ein Potenzial von über elf Prozent.

Die Deutsche Bank kontert mit Kapitalrückführungen. Die Dividende steigt auf 1,00 Euro je Aktie, dazu kommt ein frisches Aktienrückkaufprogramm über eine Milliarde Euro. Das Konsens-Kursziel liegt bei 33,65 Euro – rund acht Prozent über dem aktuellen Kurs.

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Performance Deutsche Bank Commerzbank
Heute -0,56 % +2,23 %
Seit Jahresbeginn +8,30 % +14,50 %
Volatilität (30 Tage) 32,3 % 28,4 %

Wo lauern die Risiken?

Beide Institute stehen vor denselben Herausforderungen: sinkende Leitzinsen, geopolitische Spannungen und drohende Handelszölle. Doch die Auswirkungen unterscheiden sich.

Die Commerzbank mit ihrem Deutschland-Fokus trifft eine schwache Binnenkonjunktur härter. Ihre Mittelstandskunden spüren Zölle und Exportrückgänge unmittelbar. Die Deutsche Bank hingegen kann regionale Schwächen durch ihr globales Geschäft besser ausgleichen – trägt dafür aber die höhere Volatilität des Investmentbankings.

Die bessere Kapitalausstattung der Commerzbank bietet jedoch einen entscheidenden Puffer. Mit 14,7 Prozent Kernkapitalquote übersteht sie auch härtere Stresstests komfortabel.

Das Fazit: Zwei Sieger für unterschiedliche Anleger

Für Value-Jäger führt kein Weg an der Deutschen Bank vorbei. Ein KGV unter neun, ein massiver Buchwert-Abschlag und eine endlich funktionierende Turnaround-Story – das klassische Schnäppchen-Setup. Wer an die Rückkehr zur Branchenbewertung glaubt, findet hier das größere Aufholpotenzial.

Qualitätsorientierte Anleger greifen zur Commerzbank. Die überlegene Effizienz, die stärkere Bilanz und das bessere Momentum rechtfertigen den Bewertungsaufschlag. In unsicheren Zeiten zählt Stabilität – und die liefert die Commerzbank derzeit zuverlässiger.

Scorecard Deutsche Bank Commerzbank
Gesamtbewertung 75/100 86/100
Stärke Bewertung, Rendite Effizienz, Stabilität
Schwäche Kostenquote, Volatilität Deutschland-Abhängigkeit

Die Commerzbank gewinnt dieses Duell knapp – aber nicht haushoch. Für risikobereite Anleger mit längerem Atem bleibt die Deutsche Bank die interessantere Wette auf eine Neubewertung.

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