Ströer verdient operativ mehr als erwartet - Aktie gibt leicht nach
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 14:55 Uhr | dpa.deZudem wurde die Prognose für das laufende Jahr bestätigt. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zog in den drei Monaten bis Ende Juni im Jahresvergleich um etwas mehr als drei Prozent auf knapp 154 Millionen Euro an, wie das im SDax DE0009653386 notierte Unternehmen am Donnerstag in Köln mitteilte. Von Bloomberg befragte Analysten hatten mit einem stagnierenden operativen Gewinn gerechnet. Die Aktie bewegte sich kaum.
Am Nachmittag gab das Papier um 0,8 Prozent auf 39,60 Euro nach. Das Kursplus seit Jahresbeginn lag damit weiter bei knapp 7 Prozent. Seit dem Zwischenhoch aus dem Frühling 2024 bei mehr als 67 Euro kommt die Aktie allerdings nicht mehr richtig in Tritt. Aufkeimende Spekulationen über ein Übernahmeinteresse am Kerngeschäft der Kölner konnten der Aktie nicht dauerhaft Flügel verleihen.
Überraschungen gebe es im Zwischenbericht insgesamt keine, schrieb Expertin Annick Mass vom Analysehaus Bernstein. Die Entwicklung der Außenwerbung sei aber stark gewesen. Die Experten der Citigroup attestierten dem Ausblick aufs laufende Quartal ebenfalls das Prädikat "stark" - im Fokus blieben aber die Margen. Diese sollten wegen der laufenden Verschiebung hin zu Callcenter-Diensten innerhalb der Sparte Digital & Dialog Media weiter unter Druck bleiben.
Der Erlös kletterte im zweiten Quartal um rund sieben Prozent auf 542 Millionen Euro nach oben. Der Umsatzanstieg fiel etwas besser als von Experten prognostiziert aus. Vor allem das Geschäft mit Bewegtbild-Außenwerbung wie Monitoren an Bahnhöfen zog hier weiter deutlich an. Auch mit Werbung im Netz machte Ströer über eigene Plattformen wie t-online, watson und kino.de mehr Geschäft. Zudem vermarktet die Firma auch die Online-Werbung auf fremden Webseiten. Das margenschwächere und personalintensive Callcenter-Geschäft wuchs mit einem Plus von einem Viertel aber noch deutlich stärker.
Während die Außenwerbesparte profitabler wurde, sackte die Marge im Segment Digital & Dialog Media daher spürbar ab. Unter dem Strich fiel das Nettoergebnis im Konzern um 8 Prozent auf 29,7 Millionen Euro wegen eines schwächeren Finanzergebnisses und Sonderfaktoren.
Für das laufende dritte Quartal stellte das Management um Chef Udo Müller ein Umsatzwachstum der Außenwerbung (OOH - Out of Home) im mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Das Digitalgeschäft mit Werbung im Netz und Callcenter-Diensten (Digital & Dialog Media) sollte sich in etwa wie im zweiten Quartal entwickeln. Auf den Vertriebsplattformen (DaaS & E-Commerce) dürfte sich mit dem Verkauf des Beratungsgeschäfts des Statistikportals Statista ein Umsatzrückgang im niedrigen zweistelligen Prozentbereich ergeben.
"Die Zahlen des ersten Halbjahres 2026 bestätigen unsere operative Stärke und wir entwickeln uns wie geplant", sagte Chef Müller laut Mitteilung. Für das laufende Jahr stellt das Management weiter ein organisches Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wird zum Vorjahr eine "weitgehend stabile" Entwicklung erwartet.
