Airbus zweifelt an Produktionsausbau bis 2027 - Verweis auf Pratt & Whitney
09.06.2026 - 16:37:44 | dpa.deEigentlich wollte Konzernchef Guillaume Faury in der zweiten Jahreshälfte 2027 pro Monat 75 Maschinen aus der A320neo-Reihe bauen lassen. Doch diese Marke könnte der Hersteller nach seinen Worten erneut verfehlen, wenn die RTX-Tochter Pratt & Whitney nicht genügend Turbinen vom Typ Getriebefan liefert.
"Das frustriert mich, denn wir hatten einen guten Plan, bis Ende nächsten Jahres auf die Rate 75 zu kommen", sagte Faury am Dienstag in Berlin. "Und nun sehen wir, dass wir dieses Ziel möglicherweise verfehlen und die 75 nicht erreichen werden - je nachdem, wie viel wir letztendlich von unseren Freunden bei Pratt bekommen", sagte er auf einer Veranstaltung anlässlich der Luftfahrtmesse ILA.
Die Airbus-Führung hatte ihr Ziel wiederholt in die Zukunft verschoben, nachdem Triebwerkshersteller und andere Zulieferer beim Produktionsausbau nach dem Ende der Corona-Pandemie nicht hinterherkamen. Die RTX-Tochter Pratt & Whitney musste zudem tausende schon ausgelieferte Turbinen vom Typ Getriebefan wegen eines mangelhaften Materials zurückrufen. Die Produktion der nötigen Ersatzteile bremste auch die Produktion neuer Turbinen. An dem Getriebefan-Antrieb arbeitet auch der Münchner Hersteller MTU DE000A0D9PT0 mit.
Über alle Modellreihen hinweg will Airbus in diesem Jahr rund 870 Verkehrsflugzeuge bauen und damit etwas mehr als im bisherigen Rekordjahr 2019. Angesichts prall gefüllter Auftragsbücher hätte sich Faury gern noch mehr vorgenommen und gab im Februar Pratt & Whitney die Schuld an dem vergleichsweise bescheidenen Ziel. Eine solche öffentliche Schuldzuweisung ist in der Branche eher unüblich.
Trotz des Iran-Kriegs und der gestiegenen Kerosinpreise muss sich die Airbus-Führung bisher keine Sorgen um ihre Aufträge machen. Bisher habe keine Fluggesellschaft Bestellungen storniert oder verschoben, sagte Faury.
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