Nestlé prüft Optionen nach Zwangsverwaltung in Russland
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 10:21 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDas Unternehmen spricht von einer "vorübergehenden" externen Verwaltung. Die Tochtergesellschaften sollen laut russischem Dekret künftig von der russischen Firma L.E.V. Management verwaltet werden.
"Nestlé ist entschlossen, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um seine Rechte zu wahren und die Kontinuität des Geschäftsbetriebs im Interesse aller Beteiligten, insbesondere seiner Mitarbeiter, sicherzustellen", teilte das Unternehmen in Vevey am Genfersee mit.
Sechs Standorte
Nestlé produziert in Russland an sechs Standorten unter anderem Süßwaren, Babynahrung und Tierfutter. Am Konzernumsatz von heute gut 89 Milliarden Franken machte das Geschäft in Russland vor der russischen Vollinvasion in der Ukraine 2022 etwa zwei Prozent aus. Analysten schätzten den Wert der Geschäfte in Russland auf umgerechnet bis zu 1,7 Milliarden Franken.
Nestlé hatte sein Geschäft nach der russischen Vollinvasion im Nachbarland Ukraine 2022 nicht eingestellt. Sein Argument war, auch in Konfliktregionen brauche die Bevölkerung Nahrungsmittel. Andere wie der französische Lebensmittelkonzern Danone FR0000120644, die dänische Brauerei Carlsberg DK0010181759 und das niederländische Unternehmen Heineken NL0000009165 waren in Russland ebenfalls unter staatliche Verwaltung gestellt worden und hatten das Geschäft dann verkauft.
