Nemetschek gebremst von Währungsschwankungen - Aktie verliert
30.04.2026 - 09:56:05 | dpa.deWährend der Umsatz währungsbereinigt um 17 Prozent und damit oberhalb der fürs Gesamtjahr avisierten Bandbreite kletterte, ergab sich inklusive Wechselkurseffekten nur ein Plus von 10,7 Prozent auf 313,1 Millionen Euro, wie das MDaxDE0008467416-Unternehmen am Donnerstag in München mitteilte. Der US-Markt ist der wichtigste für den Anbieter von Konstruktions-, Design- und Bausoftware. Nach der Umrechnung der Dollar-Erlöse in Euro bleibt mit der schwachen US-Währung derzeit weniger in Euro übrig. Die zuletzt stark gebeutelte Aktie verlor weiter.
Das Papier sank am Morgen um 1,3 Prozent auf 61,95 Euro. Der Kurs hat in diesem Jahr vor allem wegen der Sorge um Konkurrenz durch Künstliche Intelligenz damit rund ein Drittel an Wert eingebüßt. Das organische Wachstum sei im Quartal stark ausgefallen, schrieb JPMorgan-Analyst Joseph George. Allerdings dürften der Gegenwind von Währungsseite sowie die bestätigte Prognose das Aufwärtspotenzial der Aktie begrenzen.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte inklusive Wechselkursschwankungen um 22 Prozent auf 98,4 Millionen Euro zu. Analysten hatten sich im Schnitt etwas mehr ausgerechnet. Unter dem Strich zog der Konzerngewinn um gut ein Drittel auf 60,4 Millionen Euro an.
Die Jahresprognose bestätigte der Konzern. Aus heutiger Sicht sei kein wesentlicher Einfluss auf die Geschäfte durch den Nahost-Konflikt zu erwarten, hieß es. Die Auswirkungen der kürzlich angekündigten Übernahme von HCSS (Heavy Construction Systems Specialists) auf den Ausblick plant Nemetschek bei Abschluss des Geschäfts mitzuteilen, der für die zweite Jahreshälfte erwartet wird.
Mit der Übernahme will sich Nemetschek im Bereich Infrastruktur- und Tiefbau verstärken. HCSS wird Teil der "Build & Construct"-Sparte, in der das Unternehmen seine Geschäfte rund um den Bau bündelt. Im Gegenzug wird die auf Software-Investments spezialisierte Private-Equity-Gesellschaft Thoma Bravo dort Minderheitsanteilseigner und übernimmt 28 Prozent der Anteile an diesem Bereich. Die Aktionärsstruktur des Gesamtkonzerns ändere sich dadurch nicht, hieß es von Nemetschek.
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