ROUNDUP, US-Ausstieg

US-Ausstieg hält Deutsche Pfandbriefbank im Griff - Neugeschäft wächst

12.05.2026 - 12:21:10 | dpa.de

Der Rückzug aus den USA hat der Deutschen Pfandbriefbank DE0008019001 im ersten Quartal noch einmal einen Gewinneinbruch eingebrockt.

Allerdings kommt der Gewerbeimmobilien-Finanzierer mit der Trennung von faulen Krediten und zugehörigen Gebäuden in den Vereinigten Staaten voran. Zudem lege das Neugeschäft der Bank in Europa trotz der schwierigen allgemeinen Wirtschaftslage deutlich zu, berichtete Vorstandschef Kay Wolf bei der Vorlage der Zwischenbilanz am Dienstag in Garching bei München. An der Börse wurden die Neuigkeiten mit Kursverlusten quittiert.

Am späten Vormittag verlor die Aktie der Pfandbriefbank mit einem Abschlag von zwei Prozent auf 3,33 Euro noch etwas stärker als der Kleinwerte-Index SDax DE0009653386. Seit dem Jahreswechsel hat sie nun ein Fünftel an Wert eingebüßt. Mit Blick auf die vergangenen fünf Jahre beläuft sich der Kursverlust auf fast zwei Drittel.

Im ersten Quartal schlugen sich der US-Rückzug und das geringe Neugeschäft von 2025 deutlich in den Zahlen nieder. Der Zinsüberschuss schrumpfte im Jahresvergleich um ein Fünftel, und die gesamten operativen Erträge der Bank gingen wegen negativer Bewertungseffekte sogar um mehr als ein Drittel auf nur noch 77 Millionen Euro zurück. Der Vorsteuergewinn sackte deshalb von 28 Millionen auf nur noch 6 Millionen Euro zusammen, und unter dem Strich blieben davon gerade einmal 5 Millionen Euro übrig.

Vorstandschef Wolf hatte die Führung des Instituts Anfang 2024 von dessen langjährigem Chef Andreas Arndt übernommen. Zu diesem Zeitpunkt zeichneten sich die Probleme in den Vereinigten Staaten bereits ab. Wenige Monate später im Herbst strich Wolf die Mittelfristpläne seines Vorgängers und setzte der Bank bescheidenere Ziele, bevor er 2025 den Rückzug aus den USA verkündete.

Seit dem vergangenen Jahreswechsel wurde die Bank nun ein Drittel ihrer notleidenden Kredite in den USA los. Dadurch schrumpfte der gefährdete Kreditbestand aus diesem Geschäft den Angaben zufolge von etwa 900 Millionen auf noch rund 600 Millionen Euro. Entweder habe die Bank ihre Forderungen verkauft oder die zugehörigen Sicherheiten zu Geld gemacht und damit den Kredit getilgt, erläuterte Wolf.

Bis wann das Geldhaus seinen gesamten US-Kreditbestand losschlagen wird, wagte der Manager nicht zu versprechen. Manche Deals zögen sich mehrere Monate länger hin als gedacht, dafür kämen andere schneller zum Abschluss, sagte er in einer Videokonferenz mit Journalisten.

Für das laufende Jahr hat er sich insgesamt einen Abbau von etwa 400 Millionen Euro vorgenommen, wovon der Großteil bereits erreicht ist. Der Rest könne sogar bis Jahresmitte gelingen, hieß es weiter. Den größten Teil ihrer US-Kredite im Umfang von umgerechnet rund 1,7 Milliarden Euro hatte die Pfandbriefbank im Dezember in einem großen Deal mit dem Fondsmanager Oaktree abgesichert.

Unterdessen sieht Wolf seine Bank bei Neuverträgen wieder deutlich im Aufwind. "Zwar hat die wirtschaftliche Unsicherheit in Europa zuletzt weiter zugenommen", sagte Wolf. Der Nahostkonflikt habe nicht unbedingt dazu beigetragen, dass das Geschäft besser werde. "Wir sind aber gleichwohl gut in das zweite Quartal gestartet und bleiben zuversichtlich, unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen."

So zog das Neugeschäft in der gewerblichen Immobilienfinanzierung im ersten Quartal um fast ein Fünftel auf 1,3 Milliarden Euro an. Im Gesamtjahr sollen 7,5 bis 8,5 Milliarden Euro zusammenkommen, damit der Kreditbestand wieder auf 27 bis 28 Milliarden Euro wächst.

Die Erträge dürften jedoch auf 375 bis 425 Millionen Euro zurückgehen, sodass der Vorsteuergewinn mit 30 bis 40 Millionen Euro nur einen Bruchteil dessen erreicht, was für die Pfandbriefbank bis zum Beginn ihrer Krise üblich war.

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