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Conti verbessert Rendite mit solidem Reifengeschäft - Aktie zieht an

06.05.2026 - 09:50:32 | dpa.de

Der Reifen- und Kunststofftechnikkonzern Continental DE0005439004 hat im ersten Quartal bei weniger Umsatz mehr verdient.

Dank guter Reifen-Geschäfte und Kosteneinsparungen stieg die bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern auf 11,9 Prozent, nach 10,7 Prozent im Vorjahreszeitraum, wie das DaxDE0008469008-Unternehmen am Mittwoch in Hannover mitteilte. Die Marge lag damit höher als von Analysten mit im Schnitt 11,4 Prozent erwartet. Die Aktie zog deutlich an.

Das Papier gewann nach dem Handelsstart rund 6 Prozent und reduzierte damit den bisherigen Verlust im laufenden Jahr deutlich. Analyst Michael Aspinall von der US-Investmentbank Jefferies sprach von starken Margen sowohl in der Reifen- als auch der Kunststofftechniksparte Contitech. Preise und Absatzmix hätten sich zum Jahresstart stark entwickelt.

Experte Akshat Kacker von JPMorgan verwies auf Contis Zuversicht, die gröbsten Auswirkungen des Nahost-Konflikts in der erwarteten Höhe eines niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrags im Reifengeschäft kompensieren zu können.

Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 522 Millionen Euro, das waren 6,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Analysten hatten hier nur mit knapp 500 Millionen Euro gerechnet. Unterm Strich verdiente Conti 200 Millionen Euro, fast dreimal so viel wie vor einem Jahr.

Der Umsatz ging dagegen von 4,9 auf 4,4 Milliarden Euro zurück. Grund war den Angaben zufolge vor allem der Verkauf des Geschäftsbereichs OESL im Februar, der nur noch anteilig in die Quartalserlöse einfloss. Organisch - also unter Herausrechnung von OESL-Verkauf und Wechselkurseffekten - sei der Umsatz noch um 0,9 Prozent geschrumpft, hieß es.

"Operativ sind wir gut in das Jahr gestartet", sagte Vorstandschef Christian Kötz laut Mitteilung. "Im Vergleich zum Vorjahresquartal haben wir unsere Profitabilität sowohl bei Tires als auch bei ContiTech gesteigert. Das verleiht uns Aufwind."

Seinen Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte der Manager. "Gleichzeitig führen die geopolitischen Entwicklungen zu erhöhter Unsicherheit bei den Verbrauchern und für die Wirtschaft insgesamt. Deshalb arbeiten wir weiter hart daran, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu steigern."

Im Reifen-Geschäft verbesserte sich die bereinigte operative Marge um einen Prozentpunkt auf 14,4 Prozent. Zu dieser Verbesserung beigetragen haben den Angaben zufolge ein gutes Reifenersatzgeschäft und ein erfolgreiches Geschäft mit großen und teuren Pkw-Reifen ab 18 Zoll bei zugleich geringeren Rohmaterialkosten.

"Die jüngsten Veränderungen bei den Rohstoffen werden sich erst mit Verzögerung auf uns auswirken", sagte Finanzchef Roland Welzbacher. Zuletzt waren infolge des Konflikts im Nahen Osten die Rohölpreise deutlich gestiegen. Rohöl ist ein wichtiger Inputfaktor bei der Kunststofferzeugung.

Die Kunststofftechniksparte Contitech steht vor dem Verkauf, noch dieses Jahr soll er über die Bühne geben. Dann ist Conti ein reiner Reifenhersteller.

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