Europa Schluss: EuroStoxx nach US-Jobdaten weiter auf Rekordkurs
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 18:42 Uhr | dpa.deIn einem weiterhin freundlichen Umfeld hatte der Leitindex der Eurozone kurz nach der Veröffentlichung von US-Jobdaten eine Bestmarke in Höhe von knapp 6.560 Punkten erreicht, bevor der Schwung nachließ. In den USA war die Beschäftigung im Juli unerwartet gesunken. Dies dürfte Sorgen mildern, dass die US-Notenbank Fed die Leitzinsen bald anheben könnte.
Am Ende stand beim EuroStoxx ein Plus von 0,33 Prozent auf 6.523,86 Punkte zu Buche. Auf Wochensicht ergibt dies einen Gewinn von 2,61 Prozent.
Auch außerhalb der Eurozone ging es am Freitag nach oben. Der schweizerische Leitindex SMI CH0009980894 gewann 0,18 Prozent auf 14.544,91 Punkte. Der britische FTSE 100 GB0001383545 legte um 0,31 Prozent auf 10.901,09 Punkte zu.
Derweil sind die Aussichten für eine dauerhafte Einigung zwischen den USA und dem Iran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus zwar weiterhin ungewiss. Doch US-Präsident Donald Trump geht nach eigenen Angaben weiter davon aus, dass der Iran-Krieg "ziemlich bald" enden und eine Einigung zur Öffnung der Meerenge bevorstehen könnte.
Mit Blick auf einzelne Sektoren präsentierten sich europaweit Pharmawerte EU0009658723 stark. Hier ragten die Aktien von Novo Nordisk DK0062498333 mit fast vier Prozent Aufschlag hervor. Der Wert erholte sich damit von den jüngsten Abgaben, bleibt aber auf gedrücktem Niveau.
Die Papiere von Roche CH0012032048 reagierten mit 0,7 Prozent Gewinn auf einen positiven Analystenkommentar der US-Bank Morgan Stanley. Der Konzern biete eine starke Mischung aus sichtbarem Wachstum und Pipeline-Möglichkeiten, schrieb Expertin Sarita Kapila. Dabei zielt sie vor allem auf das Brustkrebsmittel Giredestrant ab.
Der Sektor der Versicherungsunternehmen EU0009658822 aber musste Verluste hinnehmen. Hier belasteten die deutschen Schwergewichte Allianz DE0008404005 und Munich Re DE0008430026. Die Aktien reagierten damit auf die Quartalszahlen und Ausblicke der beiden Konzerne. Die Anteilscheine von Allianz büßten 1,6 Prozent und die von Munich Re 1,4 Prozent ein. Der Rückversicherer bekommt den Preisabschwung im Geschäft mit Erstversicherern deutlich zu spüren. Nach weiteren Abschlägen bei der jüngsten Vertragserneuerung hatte Vorstandschef Christoph Jurecka sein Umsatzziel für das laufende Jahr gekappt.
Etwas besser sah es bei Generali IT0000062072 aus. Der italienische Versicherer hatte im zweiten Quartal dank gut laufender Geschäfte in allen Segmenten operativ mehr als erwartet verdient. Die Analysten von Baader sprachen von starken, aber auch so erwarteten Zahlen. Die Aktien gaben letztlich geringfügig nach, waren in den vergangenen Monaten aber bereits kräftig gestiegen.
In London waren Rohstoffwerte dank des weiter steigenden Goldpreises gefragt. So zogen Fresnillo GB00B2QPKJ12 um 4,6 und Endeavour Mining GB00BL6K5J42 um 4,1 Prozent an. Bei Gold hatten Schnäppchenjäger zugegriffen, zudem profitierte das Edelmetall von den schwachen US-Jobdaten. Denn mit der Aussicht auf erst einmal ausbleibende Zinserhöhungen gewinnt es gegenüber zinstragenden Anlageformen wie etwa Anleihen an Attraktivität.
Unter den ansonsten wenig bewegten Bauwerten ragten Amrize CH1430134226 als klares Schlusslicht im SMI mit fast neun Prozent Minus heraus. Der auf den nordamerikanischen Markt fokussierte Baustoffkonzern hatte ein durchwachsenes Zahlenwerk zum zweiten Quartal vorgelegt. Einer dynamischen Umsatzentwicklung standen gestiegene Kosten und Margendruck gegenüber.
