Dax, Ölpreis

Dax fällt auf 25.475 Punkte – Ölpreis belastet die Stimmung

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 12:32 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der deutsche Leitindex verliert bis zum Mittag 0,4 Prozent und fällt auf rund 25.475 Punkte. Steigende Energiepreise überlagern ein gemischtes Signal aus der deutschen Wirtschaft: Das verarbeitende Gewerbe wächst weiter, während die Dienstleistungen stärker zulegen.

Dax dreht ins Minus - Stimmung bleibt fragil
Frankfurter Börse - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der Dax hat sich am Mittwoch nach einem zunächst halbwegs freundlichen Start bis zum Mittag ins Minus bewegt. Gegen 12:30 Uhr lag der Leitindex bei rund 25.475 Punkten und damit 0,4 Prozent unter dem Schlussniveau des Vortags.

Energiepreise belasten die Erholung

An der Spitze der Kursliste standen SAP, Vonovia und MTU. Scout24, Infineon und die Allianz bildeten das Schlusslicht.

Marktexperte Andreas Lipkow führte die Schwäche auf erneut anziehende Energiepreise zurück. Die Stimmung am deutschen Aktienmarkt bleibe fragil, solange der Ölpreis nicht nachhaltig unter 100 Dollar falle.

Gemischte Signale aus der Wirtschaft

Die Einkaufsmanagerindizes zeichneten laut Lipkow ein uneinheitliches Bild. Im verarbeitenden Gewerbe stieg der Index auf 53,8 Punkte, blieb damit aber hinter den Erwartungen zurück und gab gegenüber der vorherigen Erhebung nach.

Der Dienstleistungssektor entwickelte sich dagegen deutlich besser und stützte die Hoffnung auf eine weitere konjunkturelle Erholung. An der Börse spielten die Daten dennoch nur eine Nebenrolle.

Nahost und Brent-Preis im Fokus

Die Anleger konzentrierten sich weiterhin auf die Entwicklung im Nahen Osten und deren unmittelbare Auswirkungen auf die Energiepreise. Solange Brent oberhalb von 100 Dollar notiere, könnten auch gute Konjunkturdaten die Inflationssorgen nur vorübergehend überdecken, erklärte Lipkow.

Der Dax reagiert damit auf einen Markt, an dem geopolitische Risiken und Rohstoffpreise derzeit stärker gewichtet werden als einzelne Konjunkturdaten. Steigt der Ölpreis, erhöhen sich die Kosten für Unternehmen und Verbraucher; zugleich wächst der Inflationsdruck, was den Spielraum für eine geldpolitische Lockerung begrenzen kann.

Die Entwicklung der Einkaufsmanagerindizes liefert ein zweigeteiltes Bild. Ein Wert über 50 signalisiert im jeweiligen Erhebungsbereich grundsätzlich Wachstum. Das verarbeitende Gewerbe liegt mit 53,8 Punkten zwar weiterhin darüber, bleibt aber hinter den Erwartungen zurück und verliert gegenüber der vorherigen Erhebung an Dynamik. Der Dienstleistungssektor wirkt dagegen als konjunkturelle Stütze.

Ölpreis bleibt entscheidender Börsenfaktor

Für Anleger bedeutet die hohe Bedeutung des Brent-Preises eine erhöhte Schwankungsanfälligkeit. Besonders energieintensive Branchen und Unternehmen mit geringer Preissetzungsmacht stehen bei dauerhaft hohen Notierungen unter Druck. Gleichzeitig können Energieaktien und einzelne Rohstoffanbieter profitieren.

Die jüngste Kursbewegung zeigt, dass positive Wirtschaftssignale allein derzeit nicht ausreichen, um die Unsicherheit dauerhaft zu verdrängen. Entspannung an den Energiemärkten könnte die Erholung deutscher Aktien unterstützen; weitere Preissteigerungen würden dagegen Inflations- und Wachstumssorgen zugleich verschärfen.

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