Dax startet bei 25.420 Punkten trotz steigendem Ölpreis
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 09:34 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Dax ist am Dienstagmorgen kaum verändert in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.420 Punkten berechnet, 0,2 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag.
Infineon führt die Kursliste an
An der Spitze der Kursliste rangierten Infineon, Siemens Energy und Siemens Healthineers. Unter Druck standen dagegen unter anderem Fresenius Medical Care, Rheinmetall und Eon.
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, sieht weiterhin Ölpreise, Anleiherenditen und Inflation als maßgebliche Belastungsfaktoren für den Aktienmarkt. Hohe Ölpreise könnten die Inflationssorgen verstärken, den Druck auf die Notenbanken erhöhen und die Renditen am Anleihemarkt weiter antreiben.
KI-Sektor sorgt in Asien für Nervosität
In Asien belasteten erneut Entwicklungen im KI-Sektor die Stimmung. Hinweise von Anthropic zu den Wachstumsperspektiven nach dem Börsengang sowie Zweifel an der weiteren Entwicklung bei OpenAI verstärkten die Vorsicht der Anleger; Nikkei und Kospi verzeichneten Kursverluste.
In Europa hielt die Hoffnung auf weitere diplomatische Fortschritte im Nahen Osten das Interesse an Aktien zunächst aufrecht. Lipkow zufolge könnten anstehende Stimmungsindikatoren Hinweise darauf liefern, wie stark hohe Energiepreise, steigende Renditen und geopolitische Unsicherheiten bereits auf Unternehmen und Verbraucher durchschlagen.
Euro schwächer, Gold und Öl legen zu
Die europäische Gemeinschaftswährung notierte am Morgen etwas schwächer. Ein Euro kostete 1,1358 US-Dollar, ein Dollar war für 0,8804 Euro zu haben.
Der Goldpreis stieg um 0,8 Prozent auf 4.143 US-Dollar je Feinunze. Das entsprach einem Preis von 117,29 Euro pro Gramm. Der Ölpreis legte ebenfalls zu: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 106,70 US-Dollar und damit 1,4 Prozent mehr als zum Schluss des vorherigen Handelstags.
Der Dax bewegt sich damit in einem Umfeld, in dem mehrere Einflussfaktoren gleichzeitig auf die Bewertung von Aktien einwirken. Ein höherer Ölpreis verteuert Energie und kann den Inflationsdruck erhöhen. Steigende Inflationserwartungen wiederum erschweren eine schnelle Lockerung der Geldpolitik und können die Renditen am Anleihemarkt nach oben treiben.
Für Unternehmen bedeutet das ein anspruchsvolleres Finanzierungsumfeld. Höhere Renditen machen festverzinsliche Anlagen attraktiver und erhöhen zugleich den Diskontierungszins, mit dem künftige Unternehmensgewinne bewertet werden. Besonders empfindlich reagieren daher häufig wachstumsstarke Technologiewerte, während Energieunternehmen von höheren Rohstoffpreisen profitieren können. Die Entwicklung belastet zudem Verbraucher und Unternehmen über höhere Kraftstoff-, Transport- und Produktionskosten.
Ölpreis und geopolitische Risiken
Der Anstieg des Brent-Preises über 106 Dollar steht im Zusammenhang mit der angespannten Lage im Nahen Osten und Unsicherheit über die weitere Versorgung. Am Vortag war Brent zeitweise über 107 Dollar gestiegen; zugleich schloss der Dax leicht niedriger bei 25.374 Punkten. Das zeigt, dass der Aktienmarkt die Belastungen bislang aufnimmt, ohne in eine breit angelegte Verkaufsbewegung überzugehen.
KI-Bewertungen im Blick
Zusätzliche Vorsicht kommt aus dem Technologiesektor. Zweifel an den hohen Investitionen in KI-Infrastruktur und an den künftigen Wachstumsperspektiven einzelner Anbieter erhöhen den Rechtfertigungsdruck auf bereits hoch bewertete Unternehmen. Für den Dax bleibt damit entscheidend, ob Energiepreise, Anleiherenditen und Konjunkturdaten eine Entspannung zulassen oder die Anleger ihre Risikopositionen weiter reduzieren.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Tagesschau: „Marktbericht: DAX gibt nur wenig nach“ (28.09.2026)
Der Bericht bestätigt den verhaltenen Wochenauftakt des Dax und stellt den wieder über 100 Dollar gestiegenen Brent-Preis in den Mittelpunkt. Anders als die aktuelle Meldung konzentriert er sich auf den Handelsschluss und die Widerstandsfähigkeit des deutschen Leitindex trotz steigender Ölpreise.
Frankfurter Rundschau: „Droht eine neue Ölkrise? Trump blockt Irans Friedensangebot – Brent springt über 107 Dollar“ (28.09.2026)
Der Artikel ordnet den Ölpreisanstieg vor allem geopolitisch ein und verweist auf die Auswirkungen auf Benzin- und Heizkosten sowie auf höhere Anleiherenditen. Damit ergänzt er den Börsenfokus um die möglichen Folgen für Verbraucher und die internationale Energieversorgung.
Gemeinsam ist den Beiträgen die Einschätzung, dass der Ölpreis ein zentraler Belastungsfaktor für die Märkte bleibt. Unterschiede ergeben sich beim Schwerpunkt: Während der Dax und seine Kursreaktion im Vordergrund stehen, rückt die geopolitische Ursache des Preisanstiegs stärker in den Mittelpunkt.
