Dax steigt auf 25.460 Punkte trotz schwachem Konsumklima
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 12:34 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Dax ist am Freitag nach einem freundlichen Handelsstart bis zum Mittag weiter gestiegen. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.460 Punkten berechnet und lag damit 0,8 Prozent über dem Schlussniveau des Vortags.
Ölpreis und Iran-Konflikt im Fokus
Nach Einschätzung von CMC-Markets-Chefmarktanalyst Andreas Lipkow könnten neue diplomatische Signale im Iran-Konflikt für Entlastung sorgen. Gespräche über eine mögliche Wiedereröffnung der Straße von Hormus könnten den zuletzt deutlich gestiegenen Ölpreisen Druck nehmen und damit auch Inflationssorgen sowie den Aufwärtsdruck bei Anleiherenditen verringern.
Vor dem Wochenende dürften Anleger dennoch vorsichtig und selektiv handeln. Energiepreise und Renditen bleiben die maßgeblichen Taktgeber für den Aktienmarkt.
Schwaches Konsumklima belastet
Das GfK-Konsumklima fiel mit minus 30,6 Punkten deutlich schwächer aus als erwartet. Prognostiziert worden war ein Wert von minus 27,2 Punkten; die ausgeprägte Konsumzurückhaltung könnte vor allem Aktien aus konsumnahen Branchen belasten.
Auch die Ergebnisse des Treffens zwischen den USA und China enttäuschten viele Anleger. Ein größerer Durchbruch blieb aus, allerdings wurde der bestehende Handelsfrieden bis Januar verlängert.
US-Daten als nächster Impuls
Am Nachmittag richtet sich der Blick auf das Konsumklima der Universität Michigan und die US-Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter. Robuste Daten könnten die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft bestätigen, zugleich aber erneut die Renditen treiben und dadurch den Aktienmarkt belasten.
Die europäische Gemeinschaftswährung kostete am Freitagnachmittag 1,1398 US-Dollar. Der Goldpreis stieg um 0,6 Prozent auf 4.306 US-Dollar je Feinunze, während Brent-Öl gegen 12 Uhr deutscher Zeit 1,3 Prozent auf 105,30 US-Dollar je Fass nachgab.
Der Dax bewegt sich derzeit in einem Umfeld, in dem geopolitische Nachrichten unmittelbar auf Energiepreise, Inflationserwartungen und Anleiherenditen durchschlagen. Die Straße von Hormus ist für den globalen Transport von Öl, Gas und Düngemitteln von zentraler Bedeutung; jede Aussicht auf eine Entspannung kann deshalb den Risikoaufschlag am Energiemarkt verringern. Umgekehrt würden neue Störungen die Belastung für europäische Aktien erhöhen.
Für die deutsche Wirtschaft treffen dabei gegenläufige Signale aufeinander. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten für 2026 inzwischen ein Wachstum von 1,3 Prozent, zugleich warnen sie vor hohen Energiepreisen und strukturellen Problemen. Das schwache GfK-Konsumklima zeigt, dass die privaten Haushalte trotz verbesserter gesamtwirtschaftlicher Prognosen zurückhaltend bleiben.
Mehrere Taktgeber für die Börse
Auch die Verlängerung der Aussetzung zusätzlicher US-Zölle auf chinesische Waren bis zum 10. Januar 2027 nimmt kurzfristig einen möglichen Belastungsfaktor aus dem Markt. Sie löst jedoch die grundlegenden Konflikte über Zölle, Halbleiter, seltene Erden und Taiwan nicht. Für Anleger bleibt damit entscheidend, ob sich die Entspannung bei den Handelsbeziehungen und mögliche diplomatische Signale im Iran-Konflikt in stabileren Energiepreisen niederschlagen.
Am Nachmittag können US-Konsum- und Industriedaten die Richtung zusätzlich beeinflussen. Starke Konjunkturdaten wären nicht automatisch positiv für Aktien, wenn sie zugleich die Renditen und damit die Finanzierungskosten nach oben treiben. Der Handel bleibt deshalb besonders empfindlich gegenüber Bewegungen bei Brent-Öl und Staatsanleihen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
ZDFheute: „USA setzen Zusatzzölle für China vorerst weiter aus“ (24.09.2026)
Der Beitrag bestätigt die Verlängerung der Zollpause bis zum 10. Januar 2027 und ordnet sie in den Staatsbesuch von Xi Jinping bei Donald Trump ein. Im Schwerpunkt stehen die weiter offenen Konflikte über Halbleiter, seltene Erden, Taiwan und Künstliche Intelligenz.
tagesschau: „Marktbericht: Boeing muss um neue China-Bestellungen bangen“ (24.09.2026)
Der Marktbericht bestätigt, dass die Erwartungen an das Treffen zwischen den USA und China gedämpft waren, setzt den Akzent jedoch auf mögliche Boeing-Aufträge und die schwierige Handelsbeziehung. Zusätzlich beschreibt er den Ölpreis und robuste US-Daten als Belastungsfaktoren für Dax und Anleihemarkt.
Beide Beiträge sehen in der Handelsverlängerung vor allem einen Zeitgewinn, keinen umfassenden Durchbruch. Offen bleiben die konkreten Vereinbarungen zu Technologie, Rohstoffen und weiteren Handelsfragen.
