Dax steigt um 0,5 Prozent vor deutscher Inflationsrate
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 09:35 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Dax ist am Mittwochmorgen positiv in den Handelstag gestartet und lag gegen 9:30 Uhr mit rund 25.530 Punkten 0,5 Prozent über dem Schlussniveau des Vortags. Im Mittelpunkt des Börsentages stehen die vorläufige deutsche Inflationsrate für September und am Nachmittag ein wichtiges US-Inflationsmaß.
Inflationsdaten im Fokus
Thomas Altmann von QC Partners erwartet, dass die deutsche Jahresrate auf 3,2 Prozent steigt. Damit würde sie den höchsten Stand seit Dezember 2023 erreichen; an den zuletzt stark unter Druck stehenden Rentenmärkten könnten die Daten nach seiner Einschätzung für neue Bewegung sorgen.
Eine negative Überraschung könne weiteren Verkaufsdruck auslösen, während eine positive Überraschung eine Erleichterungsrally ermöglichen könnte. Auch in den USA steht die Preisentwicklung im Blick: Beim von der US-Notenbank besonders beachteten Maß für die Preise privater Konsumausgaben wird eine unveränderte Jahresrate von 3,7 Prozent erwartet.
Anleger bleiben zurückhaltend
Beim Dax dominiert laut Altmann weiterhin das Abwarten. An den ersten beiden Handelstagen der Woche hatte der Leitindex jeweils nur 0,1 Prozent gewonnen beziehungsweise verloren, wodurch sich Anleger bislang schwer mit einer klaren Positionierung tun.
Euro und Gold stärker
Die europäische Gemeinschaftswährung legte am Mittwochmorgen leicht zu. Ein Euro kostete 1,1352 US-Dollar, während ein Dollar 0,8809 Euro wert war.
Auch der Goldpreis stieg: Eine Feinunze wurde mit 4.195 US-Dollar gehandelt, 0,4 Prozent mehr als am Vortag. Das entsprach einem Preis von 118,80 Euro je Gramm.
Ölpreis gibt nach
Der Ölpreis sank dagegen leicht. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 102,20 US-Dollar und damit 36 Cent beziehungsweise 0,4 Prozent weniger als zum Schluss des vorherigen Handelstags.
Der Dax reagiert am Mittwoch auf einen Datenkalender, der für die weitere Einschätzung der Geldpolitik in Europa und den USA zentral ist. Im Mittelpunkt steht zunächst die vorläufige deutsche Inflationsrate für September. Die erwartete Jahresrate von 3,2 Prozent läge deutlich über dem August-Wert von 2,9 Prozent und wäre der höchste Stand seit Dezember 2023. Als wichtiger Treiber gelten insbesondere die zuletzt stark gestiegenen Preise für Benzin und Diesel.
Für die Finanzmärkte ist nicht nur die Höhe der Inflationsrate entscheidend, sondern auch ihre Zusammensetzung. Ein Anstieg bei Energiepreisen kann die Gesamtteuerung rasch erhöhen, während eine anhaltend hohe Kerninflation stärker auf einen breiteren Preisdruck hindeuten würde. Beide Entwicklungen beeinflussen die Erwartungen an die Europäische Zentralbank und damit die Renditen von Staatsanleihen. Steigende Renditen verteuern die Finanzierung für Unternehmen und können besonders wachstumsorientierte Aktien belasten.
US-Daten liefern zweiten Impuls
Am Nachmittag richtet sich der Blick auf den Preisindex für die privaten Konsumausgaben in den USA. Dieses Maß wird von der US-Notenbank besonders beachtet; erwartet wird eine unveränderte Jahresrate von 3,7 Prozent. Zusammen mit der deutschen Inflationszahl kann der Wert die Zinserwartungen an beiden Seiten des Atlantiks bewegen.
Die Marktreaktion dürfte deshalb stark davon abhängen, ob die veröffentlichten Daten von den Erwartungen abweichen. Ein höherer Preisdruck könnte Anleiheverkäufe und Zurückhaltung bei Aktien verstärken, während eine niedrigere Rate den Druck auf die Märkte vorübergehend mindern könnte. Für private Anleger bedeutet das vor allem erhöhte kurzfristige Schwankungsrisiken bei Aktien, Anleihen, Euro und Gold.
