Dax, KI-Aktien

Dax startet bei 25.245 Punkten wegen neuer KI-Sorgen

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 09:35 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Der deutsche Leitindex gibt zum Handelsstart nach, während Anleger erneut die hohen Bewertungen von Chip- und KI-Aktien hinterfragen. Staatsanleihen gewinnen als sicherere Anlage an Attraktivität, der Ölpreis fällt deutlich.

Handelsauftakt mit Dax und Rohstoffen

  • Der Leitindex lag gegen 9:30 Uhr bei rund 25.245 Punkten.
  • Deutsche Telekom, Münchener Rück und FMC führten die Kursliste an.
  • Infineon, Siemens Energy und Hochtief standen am Ende des Dax.
  • Brent verbilligte sich um 1,7 Prozent auf 104,30 US-Dollar je Fass.
Frankfurter Börse - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Dax startet mit 25.245 Punkten

Der Dax ist am Donnerstag mit Kursverlusten in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.245 Punkten berechnet und lag damit 0,2 Prozent unter dem Schlussniveau des Vortags.

Telekom führt die Gewinner an

An der Spitze der Kursliste rangierten die Deutsche Telekom, die Münchener Rück und FMC. Am Ende standen Infineon, Siemens Energy und Hochtief.

Anleger fürchten Korrektur bei KI-Aktien

„Wir sehen am Aktienmarkt gerade die zweite Welle der KI-Sorgen“, sagte Thomas Altmann von QC Partners. Anleger hinterfragten erneut den Kursanstieg von Chip-Aktien; es gehe nicht um klassische Gewinnmitnahmen, sondern um die Sorge vor einer massiven Korrektur.

Die hohen Kurse und Bewertungen würden zunehmend kritisch gesehen, sagte Altmann. Zusätzlich erhöhten hohe Zinsen die Finanzierungskosten und damit die Sorgen am Markt.

Dax profitiert vom niedrigen Tech-Anteil

Der Dax profitiere in dieser Phase vom niedrigen Technologiegewicht, so Altmann. Verkaufswellen, die aus KI-Sorgen entstünden, hinterließen beim deutschen Leitindex deshalb deutlich geringere Spuren.

Gleichzeitig seien größere Käufe in Anleihen zu beobachten. Mit den zunehmenden Turbulenzen am Aktienmarkt werde der sichere Hafen der Staatsanleihen von Anlegern neu entdeckt.

Euro steigt, Brent-Preis sinkt

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Donnerstagmorgen stärker. Ein Euro kostete 1,1217 US-Dollar, während ein Dollar 0,8915 Euro wert war.

Der Ölpreis sank unterdessen unter die Marke von 105 US-Dollar. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 104,30 US-Dollar und damit 179 Cent oder 1,7 Prozent weniger als zum Schluss des vorherigen Handelstags.

Der schwache Dax-Start steht im Zeichen einer anhaltenden Neubewertung von Technologiewerten. Bereits in den Tagen zuvor hatten Sorgen über die Nachhaltigkeit des KI-Booms europäische und internationale Chip-Aktien belastet. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur mögliche Gewinnmitnahmen, sondern die Frage, ob hohe Kurse und Bewertungen noch durch erwartete Gewinne gedeckt sind.

Zinsen verschärfen den Bewertungsdruck

Steigende Finanzierungskosten erhöhen den Druck auf Unternehmen, deren Wachstum stark von Investitionen in Rechenzentren, Chips und Energieinfrastruktur abhängt. Höhere Renditen an den Anleihemärkten machen festverzinsliche Anlagen zugleich attraktiver und können Kapital aus riskanteren Aktiensegmenten abziehen.

Der Dax ist wegen seines vergleichsweise niedrigen Technologieanteils weniger direkt von einer Verkaufswelle bei KI- und Halbleiterwerten betroffen. Infineon bleibt als großer deutscher Chipkonzern jedoch besonders empfindlich gegenüber einer Neubewertung des Sektors. Die Kursentwicklung dürfte daher neben den Unternehmenszahlen auch von Ausblicken, Finanzierungskosten und der Nachfrage nach KI-Infrastruktur abhängen.

Anleihen und Rohstoffe im Blick

Die Käufe von Staatsanleihen signalisieren eine vorsichtigere Positionierung der Anleger. Der gleichzeitig niedrigere Brent-Preis kann energieintensive Unternehmen entlasten, verweist aber auch auf die Bedeutung der globalen Konjunkturerwartungen für die Märkte.

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