Dax dreht auf 25.670 Punkte ins Plus, Ölpreis sinkt
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 12:34 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Dax hat am Dienstag nach einem leicht negativen Start bis zum Mittag ins Plus gedreht. Gegen 12:30 Uhr wurde der deutsche Leitindex mit rund 25.670 Punkten berechnet, 0,4 Prozent über dem Schlussstand des vorherigen Handelstags.
Zyklische Werte gefragt
An der Spitze der Kursliste lagen Zalando, Adidas und MTU. Am unteren Ende standen Allianz, Münchener Rück und Hannover Rück.
Der Handel verlief nach Einschätzung von Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, weitgehend impulslos. Anleger positionierten sich selektiv und setzten auf eine mögliche Konjunkturerholung in Deutschland. Gefragt waren entsprechend zyklische Branchen wie Konsum und Maschinenbau.
Ölpreis stützt Aktienmarkt
Unterstützung kam erneut vom Ölmarkt. Die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Krieges im Iran hatte bereits zum Wochenauftakt für fallende Energiepreise gesorgt; am Dienstag setzte sich dieser Trend fort.
Die Nordseesorte Brent fiel wieder unter die Marke von 100 Dollar. Lipkow wertete das zunächst als positive Nachricht für den Aktienmarkt, verwies aber darauf, dass erst ein nachhaltiger Abwärtstrend beim Ölpreis einen stärkeren Impuls für den Dax liefern könne. Ein kurzer Rückgang nehme den Anlegern ihre Inflationssorgen noch nicht.
Euro gibt leicht nach
Die europäische Gemeinschaftswährung notierte am Dienstagmittag etwas schwächer. Ein Euro kostete 1,1461 US-Dollar, während ein Dollar 0,8725 Euro wert war.
Der Dax-Anstieg fällt in eine Phase, in der die Märkte stark auf Signale vom Ölmarkt und auf Nachrichten aus dem Nahostkonflikt reagieren. Bereits zum Wochenbeginn hatten sinkende Brent-Preise den deutschen Leitindex gestützt. Zugleich blieb die Bewegung anfällig, weil die Hoffnung auf eine politische Entspannung zwischen den USA und Iran die Energiepreise zwar drücken kann, die Versorgungslage aber weiterhin von Konflikten und Transportwegen im Persischen Golf abhängt.
Für die deutsche Wirtschaft ist der Zusammenhang besonders relevant: Sinkende Ölpreise entlasten Unternehmen und private Haushalte, weil sie Transport-, Produktions- und Heizkosten dämpfen. Ein nachhaltiger Rückgang könnte damit den Inflationsdruck reduzieren und die Erwartungen an eine Konjunkturerholung unterstützen. Ein kurzfristiger Preisrückgang reicht dafür jedoch nicht aus; entscheidend sind Dauer und Stabilität der Entwicklung.
Ölpreis bleibt entscheidender Börsenfaktor
Auch die binnenwirtschaftlichen Signale wirken unterschiedlich. Die Nachfrage nach zyklischen Konsum- und Maschinenbauwerten deutet auf eine selektive Suche nach konjunkturellen Chancen hin, während Versicherungswerte am Ende der Kursliste standen. Der Euro notierte zugleich etwas schwächer bei 1,1461 US-Dollar. Für Anleger bleibt damit das Spannungsfeld zwischen Erholungshoffnungen, Energiepreisen, Inflation und geopolitischen Risiken maßgeblich.
Die Bedeutung für Verbraucher zeigt sich zeitverzögert: Veränderungen am Rohölmarkt wirken nicht unmittelbar und vollständig auf Heizöl, Kraftstoffe, Gas oder Strom durch. Bleibt der Brent-Preis unter 100 Dollar und setzt sich der Rückgang fort, könnte das die Kostenentwicklung erleichtern; kehrt die Unsicherheit an den Energiemärkten zurück, wären neue Belastungen für Haushalte und Unternehmen möglich.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau.de: „Marktbericht: Entspannung am Ölmarkt stützt den DAX“ (21.09.2026)
Der Bericht bestätigt den Zusammenhang zwischen fallenden Brent-Preisen und einer Erholung des Dax. Im Mittelpunkt steht die Hoffnung auf Gespräche zwischen den USA und Iran sowie die Frage, ob die Entspannung am Ölmarkt länger anhält.
Frankfurter Rundschau: „Iran-Krieg macht Energie teurer: Was jetzt bei Strom, Gas und Heizkosten droht“ (22.09.2026)
Der Beitrag richtet den Blick stärker auf die Folgen für Haushalte und beschreibt gestiegene Energie-, Gas- und Heizölkosten. Damit ergänzt er die Börsenperspektive um die offene Frage, wie lange sinkende Rohölpreise brauchen, bis sie bei Verbrauchern ankommen.
Einigkeit besteht darin, dass der Ölmarkt die Finanzmärkte derzeit spürbar beeinflusst. Unterschiede ergeben sich beim Schwerpunkt: Während der Börsenbericht die kurzfristige Kursreaktion betrachtet, konzentriert sich die Frankfurter Rundschau auf die längerfristigen Belastungen für Energieverbraucher.
