Dax, Inflation

Dax fällt 1,1 Prozent auf 25.371 Punkte

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 17:39 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Der deutsche Leitindex gab am Donnerstag deutlich nach, obwohl mehrere Unternehmen überzeugende Quartalszahlen vorlegten. Steigende Energiepreise und Sorgen über Inflation und Wachstum belasteten zusätzlich die Stimmung an den Märkten.

Kursentwicklung und Marktumfeld am Donnerstag

  • Der Dax schloss am Donnerstag bei 25.371 Punkten und verlor 1,1 Prozent zum Vortag.
  • Qiagen, Merck und SAP führten die Kursliste an.
  • Siemens Energy, Infineon und Hochtief standen am Ende der Dax-Werte.
  • Brent-Öl kostete gegen 17 Uhr 111,00 US-Dollar je Fass.
Frankfurter Börse - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Dax verliert 1,1 Prozent zum Handelsschluss

Der Dax hat am Donnerstag nachgelassen und zum Xetra-Handelsschluss bei 25.371 Punkten gelegen. Das entsprach einem Minus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss.

Qiagen, Merck und SAP vorn

An der Spitze der Kursliste rangierten Qiagen, Merck und SAP. Am unteren Ende standen Siemens Energy, Infineon und Hochtief.

Anleger nehmen Gewinne mit

„Es wird ungemütlich an der Börse. Die Nervosität der Anleger steigt“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. Immer mehr Unternehmen scheiterten selbst an den bereits gesenkten Erwartungen und würden dafür von der Börse abgestraft.

Die enttäuschenden Zahlen des französischen Luxusgüterkonzerns Hermès belasteten laut Lipkow den gesamten Sektor. Auch SAP habe aus überzeugenden Quartalsergebnissen kein Kapital schlagen können; Investoren hätten die Gelegenheit stattdessen für Gewinnmitnahmen genutzt.

„Sell on Good News“ gewinnt an Bedeutung

Anleger ließen sich laut Lipkow selbst von überzeugenden Quartalszahlen kaum noch zu neuen Aktienkäufen bewegen. Positive Unternehmensmeldungen würden zunehmend als Gelegenheit verstanden, Gewinne mitzunehmen und Risiken abzubauen.

Das sei ein deutliches Warnsignal für die Verfassung der Aktienmärkte, sagte der Analyst. Im Mittelpunkt der Sorgen stehe der anhaltend hohe Inflationsdruck.

Energiepreise erhöhen den Inflationsdruck

Die steigenden Energiepreise brächten Verbraucher und Notenbanken zunehmend in Bedrängnis, erklärte Lipkow. Während den Konsumenten weniger Geld für zusätzliche Ausgaben bleibe, wachse bei den Währungshütern der Druck, einer weiteren Verfestigung der Inflation entgegenzuwirken.

Den Unternehmen drohe dadurch eine doppelte Belastung: Die Finanzierungskosten könnten hoch bleiben oder weiter steigen, während zugleich die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen nachlasse. Die Auswirkungen hoher Energiepreise träten zudem mit Verzögerung in der gesamten Wirtschaft auf.

Euro schwächer, Ölpreis steigt

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Donnerstagnachmittag schwächer. Ein Euro kostete 1,1201 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8928 Euro zu haben.

Der Ölpreis stieg unterdessen. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 17 Uhr deutscher Zeit 111,00 US-Dollar und damit 2,0 Prozent mehr als zum Schluss des vorherigen Handelstags.

Der Rückgang des Dax fällt in eine Phase, in der positive Unternehmensnachrichten die Kurse nicht mehr zuverlässig stützen. Der Index hatte am Vortag noch von guten Unternehmensdaten und neuer Zuversicht im Technologiesektor profitiert, während am Donnerstag schwächere Vorgaben und die nachlassende Wirkung guter Quartalszahlen das Marktbild prägten.

Besonders relevant ist der gleichzeitige Anstieg des Brent-Preises auf 111,00 Dollar je Barrel. Höhere Energiepreise erhöhen zunächst die Kosten von Unternehmen und belasten die verfügbaren Einkommen der Verbraucher. Bleibt dieser Druck bestehen, kann er über geringere Nachfrage und höhere Produktionskosten auf Gewinnprognosen und Aktienbewertungen durchschlagen.

Inflation begrenzt den Spielraum

Für die Finanzmärkte verschärft sich damit das Spannungsfeld zwischen Wachstum und Geldpolitik. Steigende Energiepreise können den Inflationsdruck erhöhen und den Notenbanken eine Lockerung erschweren. Gleichzeitig verteuern hohe Zinsen die Finanzierung und machen künftige Gewinne für Anleger weniger attraktiv.

Signale aus den Einzelwerten

Die Kursunterschiede innerhalb des Dax zeigen, dass die Marktbewegung nicht alle Branchen gleichermaßen trifft. Während Qiagen, Merck und SAP an der Indexspitze lagen, gerieten Siemens Energy, Infineon und Hochtief besonders unter Druck. Der Euro fiel zugleich auf 1,1201 Dollar, was die Reaktion der Märkte auf die veränderten Konjunktur- und Inflationssignale ergänzt.

Für Anleger bleibt damit entscheidend, ob die Energieverteuerung vorübergehend bleibt oder sich in Erwartungen für Inflation, Zinsen und Unternehmensgewinne festsetzt. Das aktuelle Muster des Verkaufs nach guten Nachrichten deutet auf eine vorsichtigere Risikobewertung an den Aktienmärkten hin.

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