Dax fällt auf 25.411 Punkte wegen steigender Ölpreise
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 17:39 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Dax ist am Mittwoch nach einem freundlichen Start ins Minus gedreht und hat den Handel bei 25.411 Punkten beendet. Der deutsche Leitindex verlor damit 0,7 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss.
Ölpreis steigt wieder
Die Hoffnungen auf eine baldige Einigung zwischen den USA und Iran in dem seit Monaten andauernden militärischen Streit verflüchtigten sich im Handelsverlauf. Parallel verteuerte sich Nordseeöl der Sorte Brent am Mittwochnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit um 2,4 Prozent auf 101,70 US-Dollar je Barrel.
Auch die Anleiherenditen stiegen. Zusammen mit den höheren Inflationserwartungen belastete das den Aktienmarkt, weil steigende Finanzierungskosten und erwartete Preissteigerungen die Perspektiven für Unternehmen und Anleger verschlechtern können.
Rheinmetall legt gegen den Trend zu
Rüstungsaktien von Rheinmetall gehörten mit einem Plus von rund drei Prozent zu den stärksten Werten. Ebenfalls zulegen konnten SAP und die beiden Fresenius-Aktien.
Deutlich nach unten ging es dagegen unter anderem für Mercedes, Allianz und Scout24, die jeweils mindestens drei Prozent verloren. Der Euro notierte am Mittwochnachmittag bei 1,1389 US-Dollar; ein Dollar kostete 0,8780 Euro.
Der Handelstag zeigt, wie eng die europäischen Aktienmärkte derzeit an geopolitische Nachrichten und die Entwicklung der Energiepreise gekoppelt sind. In den Tagen zuvor hatten Hoffnungen auf diplomatische Kontakte zwischen den USA und Iran den Ölpreis zeitweise unter 100 US-Dollar je Barrel gedrückt und den Dax gestützt. Berichte über mögliche Gespräche bei den Vereinten Nationen hatten diese Erwartungen zusätzlich verstärkt.
Ölpreis als zentraler Börsenfaktor
Der erneute Anstieg von Brent auf 101,70 US-Dollar erhöht den Inflationsdruck unmittelbar über Energie- und Transportkosten. Für Unternehmen steigen damit potenziell die Kosten, während Verbraucher durch höhere Preise belastet werden. Zugleich können steigende Renditen an den Anleihemärkten Aktien weniger attraktiv machen, weil sichere Zinserträge im Vergleich an Bedeutung gewinnen.
Die Kursbewegungen innerhalb des Dax verdeutlichen die unterschiedliche Betroffenheit der Branchen. Rüstungswerte profitieren von der anhaltenden sicherheitspolitischen Unsicherheit, während konjunktur- und konsumabhängige Unternehmen wie Autohersteller stärker unter höheren Energiepreisen, schwächerem Wachstum und vorsichtigeren Investoren leiden können.
Bedeutung für Anleger und Wirtschaft
Entscheidend bleibt, ob sich die Lage an wichtigen Transportwegen und bei den Energieexporten stabilisiert. Eine nachhaltige Entspannung könnte Ölpreise, Inflationserwartungen und Renditen wieder senken. Bleibt der Konflikt dagegen ungelöst, dürfte die Börse besonders sensibel auf neue Meldungen reagieren. Für die deutsche Wirtschaft ist die Entwicklung relevant, weil sie stark von industrieller Produktion, Energieimporten und globaler Nachfrage abhängt.
