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Frankfurt Eröffnung: Moderate Verluste - Neue US-Zollunsicherheit

23.02.2026 - 10:21:06 | dpa.de

Der Dax DE0008469008 ist nach einem versöhnlichen Wochenausklang am Montag etwas unter Druck geraten.

Die Verluste hielten sich aber trotz der Unsicherheit über neue US-Zölle in Grenzen. In der ersten Handelsstunde sank der deutsche Leitindex um 0,34 Prozent auf 25.174 Punkte. Das Mitte Januar erreichte Rekordhoch von 25.507 Punkten rückt damit wieder etwas weiter in die Ferne. Doch die viel beachtete runde Marke von 25.000 Punkten geriet nicht annähernd in Gefahr.

Der MDax DE0008467416, der die mittelgroßen hiesigen Börsentitel enthält, fiel am Montagvormittag mit einem Minus von 0,22 Prozent auf 31.753 Punkte ebenfalls nur wenig zurück. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 ging es nach der jüngsten Rekordjagd um knapp 0,2 Prozent bergab.

Die positive Marktreaktion vom Freitagnachmittag auf die Entscheidung des obersten US-Gerichts gegen viele der globalen Zölle der US-Regierung machte damit etwas Ernüchterung Platz. Die EU-Regierungschefs hätten verhaltener auf den Gerichtsbeschluss reagiert als vor einem Monat auf Donald Trumps Drohungen wegen Grönland, betonte Experte Greg Fuzesi von der US-Bank JPMorgan. Zunächst ändere sich faktisch nichts an den Zöllen, die der amerikanische Präsident gegen die EU verhängt habe. Gegenmaßnahmen der EU erwartet Fuzesi daher eher nicht.

Ifo-Präsident Clemens Fuest hält das Gerichtsurteil politisch zwar für eine gute Nachricht, warnte in einem Interview mit dem "Handelsblatt" aber vor wachsenden Risiken für die Wirtschaft.

Wenige Stunden, nachdem das oberste US-Gericht am Freitag einen Großteil von Trumps Zöllen auf Basis eines Notstandsgesetzes aus den 1970er Jahren als unzulässig erklärt hatte, kündigte Trump einen weltweiten Zollsatz auf Importe in die USA von 10 Prozent an. Diesen hob er am Folgetag auf 15 Prozent an. Damit schöpft er die Höchstgrenze eines Handelsgesetzes aus den 1970er Jahren, auf das er sich beruft, voll aus.

Nun versuchen die EU und andere Länder, die genauen Folgen für die globale Wirtschaft abzuschätzen. Im EU-Parlament ist an diesem Montag eine Sondersitzung des Rechtsdienstes und des Verhandlungsteams, das für ein Zollabkommen zwischen den USA und der EU zuständig war, geplant. Die Europäische Kommission verlangt von den USA, eine vereinbarte Zollobergrenze von 15 Prozent in jedem Fall nicht zu überschreiten.

Am stärksten unter Druck in Europa standen angesichts der Zollunsicherheit exportsensible Titel aus den Branchen Technologie EU0009658921 und Industrie EU0009658905. Im Dax zählten der Softwarekonzern SAP DE0007164600 und der Flugzeughersteller Airbus NL0000235190 mit Abschlägen von 1,6 und 1,3 Prozent zu den größten Verlierern. Vergleichsweise gefragt waren dagegen neben den als defensiv geltenden Versorger- EU0009658962 und Telekommunikationswerten EU0009658947 die Aktien von Banken EU0009658806 und Versicherern EU0009658822. Für Dax-Spitzenreiter Commerzbank DE000CBK1001 ging es um 1,6 Prozent hoch.

Die zuletzt rekordhungrigen Titel des Baukonzerns Hochtief DE0006070006 büßten 2,2 Prozent ein. Die spanische Bank Santander strich ihre positive Anlageempfehlung. Sie hob zwar das Kursziel etwas an, liegt damit aber immer noch klar unter dem aktuellen Bewertungsniveau.

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