Aktien Frankfurt: Dax folgt Korrektur in Asien
23.06.2026 - 12:22:15 | dpa.deDer deutsche Leitindex setzte seinen Schlingerkurs um die runde Marke fort, nachdem an den Börsen in Asien nach den jüngsten Rekorden eine Korrektur vor allem bei Technologiewerten eingesetzt hatte. Gegen Mittag büßte der Dax 1,1 Prozent auf 24.867 Punkte ein. Der MDax DE0008467416 verlor außerdem 1,4 Prozent auf 32.111 Zähler.
Belastend wirkte, dass eine Welle an Gewinnmitnahmen über die Börsen in Japan und Südkorea schwappte. Diese war so heftig, dass der Handel in Seoul zeitweise ausgesetzt wurde. Dies belastete auch den Dax, nachdem er zum Wochenstart mit 25.176 Punkten noch ein Hoch seit Anfang Juni erreicht und sich weiter seiner Bestmarke vom Januar genähert hatte.
"Wir sehen einen in höchstem Maße stimmungsgetriebenen Handel. Gerade in der Nähe von Rekordnotierungen werden Anleger schnell nervös, wenn sich die Rally dann nicht direkt mit Schwung nach oben fortsetzt", schrieb der Marktbeobachter Jochen Stanzl von der Consorsbank. Im Tech-Sektor äußere sich dies bei dem Rekord-Börsengang SpaceX US84615Q1031, dessen Kurs nach einem Kurseinbruch am Vortag vorbörslich das Niveau zum Börsenstart erreicht.
Europäische Werte mit viel eingepreister KI-Fantasie folgten am Morgen der Entwicklung in Asien. Im Energietechnik-Bereich galt dies für Siemens Energy DE000ENER6Y0 und den frisch in den Dax aufgestiegenen Baukonzern Hochtief DE0006070006 mit Abgaben, die jeweils fast fünf Prozent groß waren. Beide waren in den vergangenen Monaten starke Profiteure der gigantischen Investitionen in Rechenzentren.
Stark waren die Rückschläge in Asien vor allem im Chipsegment, aus dem hierzulande Infineon DE0006231004 etwa fünf Prozent an Wert einbüßten. Sie kamen damit von ihrem 26-Jahreshoch zurück. Für die Titel der Halbleiter-Branchenausrüster Suss Microtec DE000A1K0235, Aixtron DE000A0WMPJ6 und PVA Tepla DE0007461006 ging es zwischen 5,5 und 11,5 Prozent bergab.
Die Messlatte im Chipbereich hängt laut Stanzl hoch. Daher richte sich der Blick bereits auf die am Mittwochabend erwarteten Resultate von Micron US5951121038. "Die Zahlen des Chipherstellers dürften zu einem Stresstest für den gesamten Sektor werden", betonte der Consorsbank-Experte. Angesichts einer Vervierfachung der Micron-Aktien in diesem Jahr würden wohl "nur noch allerbeste Quartalszahlen" akzeptiert.
Abseits der Tech-Werte rückte RWE DE0007037129 in den Fokus. Wie zuletzt schon spekuliert, will der Energiekonzern die Mehrheit am Übertragungsnetzbetreiber Amprion übernehmen. Eine dafür erforderliche Kapitalerhöhung stand zuerst dem eigentlich positiven Feedback von Analysten gegenüber. Die Aktien konnten ihre frühen Abschläge jedoch ausgleichen und mit einem Prozent ins Plus drehen.
Bei Vonovia DE000A1ML7J1 dagegen sorgte eine Wandelanleihe für ein Minus von 2,5 Prozent. Der Wohnimmobilien-Konzern kündigte die Maßnahme am Morgen an. Üblicherweise müssen Anleger dabei einen Verwässerungseffekt befürchten, wenn die Anleihen später in Aktien gewandelt werden.
Gewinner waren allgemein rar in der Dax-Familie. Robust entwickelten sich Werte aus defensiven Bereichen wie etwa Telekommunikation oder Gesundheit. Das Index-Schwergewicht SAP DE0007164600 sorgte im Dax mit einer Erholung um 1,8 Prozent für ein nicht ausreichendes Gegengewicht. Software-Aktien hatten sich zuletzt konträr zum Tech-Sektor sehr schwach entwickelt aus Sorge vor einer Bedrohung durch KI.
Im MDax hoben sich die DWS DE000DWS1007-Titel mit mehr als fünf Prozent Plus positiv ab. Der Analyst Arnaud Giblat von der Investmentbank Exane BNP stufte die Aktien des Fondsanbieters wegen einer verbesserten Geschäftsdynamik auf "Outperform" hoch. Mit seinem Kursziel von 74 Euro liegt der Experte deutlich über dem bisherigen Kursrekord von 65,80 Euro.
