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Frankfurt Schluss: Dax zieht mit gedrehter Wall Street spät an

17.02.2026 - 18:19:22

Der Dax DE0008469008 hat sich am Dienstag nach einem durchwachsenen Morgen noch ins Plus abgesetzt.

Der Leitindex kam am Nachmittag in Schwung, als die zunächst noch schwach gestarteten New Yorker Börsen mehr oder weniger ihre Verluste aufholten. Knapp ins Plus schafften es dort zuletzt die Leitindizes Dow Jones Industrial US2605661048 und S&P 500 US78378X1072, in denen mehr Standardwerte vertreten sind.

Der Dax legte letztlich um 0,80 Prozent auf 24.998,40 Punkte zu. Er begab sich in seiner Schlussrally wieder zeitweise über die 25.000-Punkte-Marke, die schon den ganzen Februar hart umkämpft ist. Charttechnisch sendete der deutsche Leitindex ein positives Signal, indem er sich von seinem 21-Tage-Durchschnitt nach oben absetzte. Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen deutschen Werten kam am Dienstag mit 31.444,33 Punkten auf ein Plus von 0,25 Prozent.

Anleger schüttelten es am Dienstag ab, dass die vom ZEW-Institut ermittelten Konjunkturerwartungen von Finanzexperten für Deutschland im Februar ein tristes Bild abgaben. Im Fokus blieb weiterhin die Frage, in welchem Maße die Künstliche Intelligenz ganze Branchen durchrütteln kann. "Im Dax spielen diese Sorgen allerdings eine eher untergeordnete Rolle", kommentierte dies am Nachmittag der Experte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets.

Die Bayer DE000BAY0017-Aktie machte es dem Dax gleich, indem sie am Nachmittag deutlich anzog. Zuerst reagierten sie damit auf einen Kreise-Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, der sich dann in den Schlussminuten bewahrheitete: Der Chemie- und Pharmakonzern hat in den USA einen milliardenschweren Sammelvergleich zur Beilegung aktueller und künftiger Klagen zum angeblich krebserregenden Unkrautvernichter Roundup geschlossen.

Die Bayer-Titel schlossen 7,4 Prozent höher bei 49,32 Euro. Erstmals seit September 2023 näherte sich der Kurs wieder der 50-Euro-Marke. Die Hoffnung, dass es in den Rechtsstreitigkeiten bald Fortschritte geben könnte, hatte zuletzt schon zu einer Erholungsrally der Bayer-Aktien beigetragen, die nun mit einem Jahresplus von 33 Prozent zum bisher unangefochtenen Dax-Spitzenreiter Siemens Energy DE000ENER6Y0 aufschlossen. Dessen Kurs stieg am Dienstag um 0,3 Prozent.

Stark gefragt waren ansonsten die Immobilienwerte - mit dem Dax-Vertreter Vonovia DE000A1ML7J1, dessen Kurs um fast vier Prozent stieg. Dies wurde noch etwas in den Schatten gestellt vom MDax-Wert Aroundtown LU1673108939, der um 4,8 Prozent zulegte. Hier sorgte ein Bericht des Research-Dienstes Viceroy für Ausschläge. Zur generellen Branchentendenz passten fallende Zinsen am deutschen Anleihemarkt. Anleger sehen darin ein positives Signal für die Refinanzierungskosten der Immobilienbranche.

Für die Aktien des Softwareherstellers Teamviewer DE000A2YN900 ging es auf ein weiteres Rekordtief. Sie verloren zuletzt drei Prozent und wurden begleitet vom Autozulieferer Aumovio DE000AUM0V10, dessen Kurs 4,3 Prozent einbüßte. Laut dem Analysehaus Bernstein Research sind bei beiden Papieren die Verdrängungsrisiken durch Künstliche Intelligenz (KI) noch nicht eingepreist. Aumovio belaste hier vor allem der Wandel hin zu Software-definierten-Fahrzeugen.

Die Ende Dezember eingeleitete Erholung der Südzucker DE0007297004-Aktien endete mit einem Abschlag von vier Prozent. Der Zuckerkonzern erwartet außerordentliche Abschreibungen und setzt in der Folge die Dividende aus.

Noch etwas mehr verloren im SDax DE0009653386 die Aktien von Ottobock DE000BCK2223 nach Kurskapriolen im Tagesverlauf. Anleger schwankten hier zwischen guten Jahreszahlen und einem störenden Ausblick auf das Jahr 2026. Aus einem frühen Spitzenplus, das fast neun Prozent groß war, wurde letztlich ein Abschlag von 4,2 Prozent.

Auf europäischer Ebene hatte der EuroStoxx 50 EU0009658145 im Tagesverlauf auch aufgedreht. Der Leitindex der Eurozone schloss 0,72 Prozent höher bei 6.021,85 Zählern . Er setzte sich damit von der zuletzt umkämpften 6.000-Punkte-Marke ab. Kursgewinne gab es auch außerhalb der Eurozone an den Länderbörsen in Zürich und London./tih/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

@ dpa.de

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