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Frankfurt Schluss: Dax fester - Spekulation auf Iran-Entspannung

18.05.2026 - 18:02:42 | dpa.de

Der Dax DE0008469008 hat seine anfänglichen Kursverluste am Montag in deutliche Gewinne verwandelt.

Im frühen Handel ging der Rückschlag für den deutschen Leitindex vom vergangenen Freitag zunächst weiter. Nach einem bis zu 0,6 Prozent tieferen Wochenstart unter der 24.000-Punkte-Marke trieben Spekulationen über neue Verhandlungsvorschläge im Iran-Krieg den Dax um bis zu zwei Prozent höher. Letztlich schloss er 1,49 Prozent im Plus mit 24.307,92 Zählern. Der MDax DE0008467416 legte um 0,24 Prozent auf 31.440,09 Punkte zu.

"Die Nachricht über einen vorgelegten Fünf-Punkte-Plan des Iran zur Beendigung des Krieges hat dem Dax heute einen kräftigen Turnaround beschert", stellte Marktbeobachter Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets fest. Schon zuvor hätten einige Anleger die Kurse unter 24.000 Zählern im Dax für "Schnäppchenkäufe" genutzt. Trotz hoher Ölpreise gingen die Anleger davon aus, dass sich die Situation im Nahen Osten bald beruhigen werde. Iranischen Medien zufolge sollen die USA dazu bereit sein, Ölsanktionen gegen den Iran vorübergehend zu lockern.

Lipkow verwies im Dax auf bestimmte Werte als Stütze, darunter der Chipkonzern Infineon DE0006231004 mit einem Kursplus von 1,8 Prozent. Mit der Aktie spielten Anleger weiter das KI-Thema - genauso wie mit dem Softwarekonzern SAP DE0007164600 und dem Energietechnik-Konzern Siemens Energy DE000ENER6Y0. Im MDax und SDax DE0009653386 waren mit Nordex DE000A0D6554 und SMA Solar DE000A0DJ6J9 ebenfalls zwei Unternehmen aus dem Energietechnik-Bereich auffällig stark.

Ein Erholungsversuch bei Rheinmetall DE0007030009 nahm nach einer Kaufempfehlung der Citigroup mit 4,6 Prozent Plus Formen an. Die US-Bank hält den Rücksetzer bei dem Rüstungskonzern für übertrieben, zumal ein Friedensabkommen im Krieg zwischen der Ukraine und Russland mit gegenseitigen Angriffen unwahrscheinlich bleibt. Bedenken an der Finanzierung steigender Verteidigungsausgaben hat der Experte Charles Armitage zumindest nicht in Deutschland.

Die Deutsche Börse DE0005810055 war mit plus 4,7 Prozent ebenfalls Teil der Dax-Spitzengruppe. Zum einen profitiert der Börsenbetreiber vom aktuellen volatilen Marktumfeld, zum anderen steht Großaktionär TCI im Fokus. Der britische Hedgefonds hatte seinen Anteil an der Deutschen Börse jüngst auf mehr als fünf Prozent aufgestockt, will Finanzkreisen zufolge aber keine aktivistische Rolle einnehmen. Vor zwei Jahrzehnten war TCI noch auf Konfrontation mit dem Management aus.

Schwäche zeigten im Dax dagegen die Autowerte. Die Titel von Mercedes-Benz DE0007100000, BMW DE0005190003 und Volkswagen DE0007664039 verloren bis zu 0,8 Prozent. Für Mollstimmung sorgte, dass die Wirtschaft im wichtigen Absatzmarkt China im April deutlich an Schwung verloren hat. Wichtige Konjunkturdaten enttäuschten.

Verluste verbuchten mussten auch Anleger der Commerzbank DE000CBK1001. Hier ging es um 1,5 Prozent bergab, nachdem Analysten von Keefe Bruyette & Woods nach gutem Lauf ihr optimistisches Votum einkassiert hatten, das erst zwei Monate alt war. Kursseitig kaum für Bewegung sorgte, dass das Finanzinstitut ein Übernahmeangebot der italienischen Unicredit IT0005239360 als unattraktiv zurückwies.

Im MDax fielen die 5,5 Prozent höheren Sartorius-Titel DE0007165631 positiv auf. Bei dem Laborausrüster sorgte ein Bericht im "Wall Street Journal" für Gesprächsstoff, wonach der Investor Elliott beim Sartorius-Großaktionär Bio-Rad eingestiegen ist. Damit würde ein Geflecht von Beteiligungen entstehen, weil Elliott selbst auch bei Sartorius im Boot ist.

Delivery Hero DE000A2E4K43 gewannen 5,6 Prozent. Der US-Fahrdienstleister Uber US90353T1007 stockte seine Beteiligung beim Essenslieferdienst kräftig auf 19,5 Prozent auf und hält zudem weitere 5,6 Prozent in Form von Optionen.

Unter den Kleinwerten im SDax stachen Nagarro DE000A3H2200 mit einem Abschlag von 6,7 Prozent ins Auge. Die Aktien des IT-Dienstleisters waren vor dem Wochenende nach Quartalszahlen auf ein Rekordtief bei 39,50 Euro abgesackt, dem sie sich nun wieder näherten. Warburg-Analyst Yannik Siering bestätigte zwar seine Kaufempfehlung für Nagarro, senkte aber das Kursziel und bemängelte unter anderem die Margenentwicklung im ersten Quartal.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 stieg am Montag um 0,36 Prozent auf 5.849,00 Punkte. In Zürich ging es ebenfalls moderat, in London sogar deutlich aufwärts. In den USA bewegte sich der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial US2605661048 zum europäischen Handelsschluss kaum, während der technologielastige Nasdaq 100 US6311011026 um 0,6 Prozent nachgab./niw/he

--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---

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