Aktien Frankfurt: Dax baut dank freundlicher US-Börsen Erholungsgewinne aus
17.03.2026 - 15:16:09 | dpa.deDie erneut leicht gestiegenen Ölpreise bleiben aber weiter im Fokus, auch wenn sich die meisten Anleger mit Blick auf die Handelsumsätze "offensichtlich dazu entschieden haben, die aktuelle Krise ohne große Handelstätigkeit auszusitzen", wie Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners sagte.
Am Nachmittag legte der deutsche Leitindex um 0,9 Prozent auf 23.783 Punkte zu. Eine nachhaltige Erholung ist - zumindest charttechnisch gesehen - allerdings erst bei um die 24.200 Punkte zu erwarten. Der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Werte gewann 1,5 Prozent auf 29.395 Zähler. Europaweit sah es an den Börsen ähnlich aus und zudem starteten in den USA die wichtigsten Indizes mit Gewinnen.
Am zwölften Handelstag, seit die USA und Israel den Militärschlag gegen den Iran gestartet haben, scheinen die Hoffnungen auf ein rasches Ende des Kriegs immer noch recht hoch zu sein. Ein länger andauernder Konflikt würde vor allem Europa und Asien wegen ihrer deutlich höheren Importabhängigkeit für Öl und Gas treffen. Die USA sind dagegen weitgehend autark.
Zunehmend in den Blick rücken zudem die großen Zentralbanken, denn am Mittwoch entscheidet die US-Notenbank Fed über ihren Leitzins und am Donnerstag die EZB. Spontane Zinsveränderungen werden zwar als unwahrscheinlich angesehen, doch erhoffe man sich "von den schriftlichen Statements oder zumindest von den Fragerunden mehr Einblicke, ob die Erwartung steigender Leitzinsen in der Eurozone und ausbleibender Zinssenkungen in den USA richtig ist", sagte Altmann.
Auch ohne den Iran-Krieg agiere die Fed bereits seit längerem im Spannungsfeld zwischen einer hartnäckigen Inflation und einem schwächelndem Arbeitsmarkt, gab DZ-Bank-Analyst Christian Lenk zu bedenken. Die Auswirkungen des Krieges dürften das Dilemma allerdings noch verschärfen.
Die steigenden Preise für Energie sorgten im Dax für Kursgewinne bei Eon DE000ENAG999, Siemens Energy DE000ENER6Y0 und RWE DE0007037129. Eon nahmen die Index-Spitze ein mit plus 3,1 Prozent. Siemens Energy gewannen 2,7 Prozent und RWE 1,4 Prozent. Rheinmetall DE0007030009 gaben dagegen nach der jüngsten Kurserholung der Rüstungsaktie am Dax-Ende um 1,3 Prozent nach.
Die Aufmerksamkeit der Anleger galt zudem Einzelwerten aus der zweiten und dritten Börsenreihe. So teilte der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius DE0007165631 seine neuen Mittelfristziele ab 2027 mit. Die Aktie war mit plus 7,4 Prozent Favoriten im MDax. Nach den vorangegangenen überdurchschnittlichen Kursverlusten herrschte nun Erleichterung über die vom Management selbst als "realistisch, aber ambitioniert" bezeichneten Prognosen.
Die Fraport DE0005773303-Aktie sprang um 6,8 Prozent hoch. Zwar wird am Frankfurter Flughafen auch 2026 noch nicht wieder das Fluggast-Aufkommen erwartet, das es vor der Corona-Krise gegeben hatte, doch Analysten zeigten sich zufrieden mit den Zahlen und den Zielen des Flughafenbetreibers. Unter anderem wurde der freie Barmittelfluss positiv hervorgehoben, der im Vorjahr erstmals seit 2018 wieder positiv war. "Und damit ein Jahr früher", wie es bei JPMorgan hieß.
Thyssenkrupp DE0007500001 profitierten mit plus 7,3 Prozent von einem Auftrag für die Tochter Nucera DE000NCA0001. Der Anlagenbauer für Elektrolysetechnologien hat einen Vertrag für ein Wasserstoffprojekt in Indien unterzeichnet. Nucera selbst stiegen um 2,2 Prozent.
Im SDax DE0009653386 hatten Springer Nature DE000SPG1003 die Nase vorn mit plus 8,1 Prozent. Der Wissenschaftsverlag steigerte im abgelaufenen Jahr den Umsatz und den operativen Gewinn und gab zudem laut Händlern einen überraschend starken Ausblick. Energiekontor DE0005313506 sackten dagegen am Ende des Nebenwerte-Index nach einem Analystenkommentar um knapp 10 Prozent ab./ck/men
--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---
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