Aktien Frankfurt Ausblick: Dax-Erholung dürfte weitergehen
18.03.2026 - 08:24:58 | dpa.deIn der dritten Woche des Iran-Kriegs stützen sich die Hoffnungen der Anleger darauf, "dass sich der feste Griff des Iran um den globalen Energiemarkt Schritt für Schritt lockern wird", erklärte Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank.
Zum einen wachse weltweit der politische Druck auf US-Präsident Trump, die Straße von Hormus wieder passierbar zu machen. Zum anderen verlagerten Saudi-Arabien und der Irak ihre Exporte und nutzten Pipelines, um Öl zu sicheren Häfen zu bringen. "Das ist eine große Sache für den Ölmarkt. Wenn dadurch auch nicht die gesamte Ölproduktion dieser Länder exportiert werden kann, wie Stanzl sagte, "verliert die iranische Blockade der Meerenge von Hormus dadurch ein Stück weit an Bedeutung".
Der X-Dax DE000A0C4CA0 signalisiert für den deutschen Leitindex rund eine Stunde vor Handelsbeginn ein Plus von 0,7 Prozent auf 23.900 Punkte. Damit würde der deutsche Leitindex die exponentielle 200-Tage-Linie wieder überspringen. Sie ist charttechnisch gesehen ein wichtiger Gradmesser für den längerfristigen Trend.
Abgesehen vom Iran-Krieg samt der Ölpreis-Entwicklung rückt an diesem Abend die US-Notenbank Fed in den Blick. Die Leitzinsentscheidung in den USA steht auf dem Programm. Im aktuell stark verunsicherten Umfeld wird die Fed zwar kaum an den Stellschrauben drehen, doch marktbewegend könnten ihre Aussagen sein. Zuletzt waren grundsätzliche Zinssenkungshoffnungen am Markt ausgepreist worden. Zudem waren angesichts des befürchteten Inflationsanstiegs, der durch den hohen Ölpreis zu erwarten ist, sogar erste Unsicherheiten über mögliche Zinsanhebungen aufgekommen. Daher sind nach den Worten der Helaba-Experten "die Stabsprognosen zu Wachstum und Inflation" wesentlich.
Unternehmensseitig bleibt der Blick - wie bereits am Vortag - vor allem auf Aktien aus der zweiten und dritten Reihe. So rechnet der Kochboxenversender Hellofresh DE000A161408 im laufenden Jahr mit einem Umsatzrückgang, der allerdings höher ausfällt, als Analysten bisher erwartet hatten. "Schwer, etwas Positives zu finden, obwohl die Papiere schon kräftig haben Federn lassen müssen", beurteilte ein Händler Zahlenwerk und Ausblick. Auf der Handelsplattform Tradegate gab die Aktie im Vergleich zum Xetra-Börsenschluss am Vortag nach und fällt weiter in Richtung des bisherigen Rekordtiefs vom Juni 2024.
Der Autozulieferer Aumovio DE000AUM0V10 erwartet zwar ebenfalls 2026 einen Umsatzrückgang, mit Blick auf das vorgelegte Zahlenwerk lobte die US-Bank JPMorgan aber die Verbesserung der Profitabilität. Die Aktie des Autozulieferers erholte sich auf Tradegate vorbörslich.
Auch für TAG Immobilien DE0008303504 ging es auf Tradegate nach oben. Der Immobilienkonzern profitierte im vergangenen Jahr weiter von der hohen Nachfrage nach Wohnraum und übertraf seine im November höher gesteckten Gewinnziele.
Außerhalb der Dax-Familie, die aus Dax, MDax DE0008467416, SDax DE0009653386 und TecDax DE0007203275 besteht, brachen die Papiere der Thyssenkrupp DE0007500001-Tochter Nucera DE000NCA0001 vorbörslich wegen einer Umsatz- und Gewinnwarnung ein. Sie sackten auf Tradegate um fast 10 Prozent ab. Ein Händler sprach von im Raum stehenden "Fragen zur Zukunft des Geschäfts mit grünem Wasserstoff und den offensichtlich großen strukturellen Problemen in diesem Bereich".
Im Dax dürften Umstufungen die Papiere von Beiersdorf DE0005200000 und Heidelberg Materials DE0006047004 bewegen. So strich die US-Bank JPMorgan ihre positive Bewertung für die Aktie des Konsumgüterherstellers Beiersdorf und ist nun neutral gestimmt. Die US-Bank Morgan Stanley dagegen hob Heidelberg Materials um gleich zwei Stufen von "Underweight" auf "Overweight". Während Beiersdorf sich vorbörslich fast unverändert zeigten, legten die Papiere des Baustoffherstellers deutlich zu auf Tradegate.
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