Demire, FFO

Demire: FFO I bricht auf 10,1 Millionen ein

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 16:38 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Demire senkt Emissionen, kämpft aber mit sinkenden Mieteinnahmen und Kursverlusten. Ratingagentur bestätigt negatives Ausblick.

Demire: Nachhaltigkeitsfortschritte trotz operativer Verluste
Abstrakte Szene, die einen herausfordernden Immobilienmarkt darstellt, mit modernen Architekturelementen und langen Schatten in kühlen Tönen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Immobilienunternehmen Demire Deutsche Mittelstand Real Estate hat mit der Veröffentlichung seines EPRA-Nachhaltigkeitsberichts für den Zeitraum 2025/2026 einen detaillierten Einblick in die ökologische Entwicklung seines Portfolios gegeben. Ein zentraler Aspekt der Berichterstattung ist die nahezu vollständige Erfassung der Verbrauchs- und Emissionsdaten sämtlicher Liegenschaften. Im Geschäftsjahr 2025 gelang es dem Unternehmen, die Emissionsintensität der Scope-1- und Scope-2-Emissionen bezogen auf die Mietfläche um 2,6 Prozent zu senken. Parallel dazu wurden für sämtliche Verbräuche beim Allgemeinstrom Grünstromverträge abgeschlossen, während technische Optimierungen die Dekarbonisierung des Bestands weiter vorantreiben sollen.

Rückläufige Kennzahlen und operative Herausforderungen

Trotz der Fortschritte im Bereich der Nachhaltigkeit verdeutlicht der Geschäftsbericht für das Jahr 2025 die wirtschaftlich angespannte Lage. Die Mieteinnahmen sanken im Vergleich zum Vorjahr von 65,3 Millionen Euro auf 53,5 Millionen Euro. Noch deutlicher fiel der Rückgang beim FFO I (nach Steuern, vor Minderheiten) aus, der nach 26,2 Millionen Euro im Vorjahr nur noch 10,1 Millionen Euro erreichte. Das EBIT verbesserte sich zwar von minus 93,0 Millionen Euro auf minus 34,9 Millionen Euro, verblieb jedoch tief in der Verlustzone.

Der Marktwert des Immobilienportfolios wurde zum Stichtag 31.12.2025 mit 688,3 Millionen Euro taxiert, nachdem er ein Jahr zuvor noch bei 779,3 Millionen Euro gelegen hatte. Dieser Rückgang ist laut Unternehmensangaben primär auf Objektverkäufe sowie eine Like-for-like-Abwertung in Höhe von 4,6 Prozent zurückzuführen. CEO Dr. Dirk Rüffel kündigte an, im laufenden Geschäftsjahr 2026 weitere Effizienzpotenziale heben zu wollen und die Wertschaffung innerhalb des Portfolios konsequent fortzuführen.

Kursentwicklung und Kapitalstruktur im Fokus

An der Börse steht die Aktie unter erheblichem Druck. Der aktuelle Kurs notiert bei 0,35 Euro, was einem Tagesverlust von 8,33 Prozent entspricht. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus damit auf 13,73 Prozent. Mit einem Abstand von 54,58 Prozent zum 52-Wochen-Hoch, das am 19.01.2026 bei 0,78 Euro markiert wurde, spiegelt der Kurs die Skepsis der Marktteilnehmer wider. Das Papier notiert zudem 5,86 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 0,37 Euro, liegt aber immerhin 15,79 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 0,30 Euro. Die Marktkapitalisierung beläuft sich derzeit auf 39,88 Millionen Euro.

Die finanzielle Stabilität bleibt ein Kernthema für die Anleger. Die Ratingagentur Scope Ratings bestätigte Ende November 2025 das Emittentenrating von B- mit einem negativen Ausblick. Als Gründe wurden die fragile Kapitalstruktur, ein steigender Verschuldungsgrad und Herausforderungen bei anstehenden Refinanzierungen in den Jahren 2027 und 2028 genannt. Zur Finanzierung der Anleiherestrukturierung (ISIN DE000A2YPAK1) hatten die Hauptaktionäre Apollo Global Management und die Wecken-Gruppe bereits im September 2024 ein unbesichertes, nachrangiges Gesellschafterdarlehen über bis zu 100 Millionen Euro bereitgestellt, das mit einem Zinssatz von 22 Prozent p.a. verzinst wird.

Sanktionen und Ausblick auf das restliche Jahr

Zusätzliche Belastungen ergaben sich zuletzt durch regulatorische Verstöße. Der Sanktionsausschuss der Frankfurter Wertpapierbörse verhängte gegen Demire ein Ordnungsgeld. Grund hierfür waren Verstöße gegen Publizitätspflichten im Zusammenhang mit der verspäteten Vorlage des Geschäftsberichts 2023 sowie der Quartalsmitteilung für das erste Quartal 2024. Diese Entscheidung ist rechtskräftig.

Auf der ordentlichen Hauptversammlung im Mai 2026 in Frankfurt wurde zudem entschieden, für das Geschäftsjahr 2025 keine Dividende auszuschütten. Hintergrund ist ein Bilanzverlust im HGB-Einzelabschluss zum Jahresende 2025. Investoren richten ihren Blick nun auf die kommenden Termine im Finanzkalender: Die Veröffentlichung des Halbjahresfinanzberichts 2026 ist für den 13.08.2026 geplant, gefolgt von der Zwischenmitteilung zum dritten Quartal am 05.11.2026.

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