Demenz-Prävention, Fälle

Demenz-Prävention: 45 Prozent der Fälle vermeidbar

15.04.2026 - 05:21:54 | boerse-global.de

Bis zu 45 Prozent der Demenzerkrankungen könnten durch Prävention verhindert werden. Neue Bluttests und Lebensstiländerungen senken das Risiko deutlich, wie aktuelle Forschungsergebnisse belegen.

Demenz-Prävention: 45 Prozent der Fälle vermeidbar - Foto: über boerse-global.de
Demenz-Prävention: 45 Prozent der Fälle vermeidbar - Foto: über boerse-global.de

Das teilte das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) im Vorfeld der 8. Bundeskonferenz am 22. April in Köln mit. Aktuelle Studien zeigen, wie entscheidend Lebensstil und neue Diagnoseverfahren sind.

Bluttest erkennt Risiko Jahrzehnte vorher

Die Früherkennung macht enorme Fortschritte. Eine Studie der University of California San Diego zeigt: Ein Bluttest auf den Biomarker p-tau217 kann das Demenzrisiko bis zu 25 Jahre vor den ersten Symptomen identifizieren. Bei über 2.700 untersuchten Frauen erhöhten hohe Werte das Erkrankungsrisiko um das Siebenfache.

Auch die Analyse von Schlafmustern wird zum Werkzeug. Eine im Fachmagazin JAMA Network Open veröffentlichte Studie wertete Daten von mehr als 7.000 Teilnehmern aus. Ein Algorithmus berechnete einen Gehirnalter-Index. Das Ergebnis: Pro zehn Jahre zusätzlichem biologischem Gehirnalter steigt das Demenzrisiko um etwa 40 Prozent.

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Lebensstil senkt Risiko um bis zu 38 Prozent

Wie wir leben, hat massiven Einfluss auf unser Gehirn. Eine Langzeitstudie der Rush University Chicago beobachtete über 1.900 Menschen acht Jahre lang. Das Fazit: Hohe geistige Aktivität über die Lebensspanne senkt das Alzheimer-Risiko um 38 Prozent. Lesen, Gesellschaftsspiele, Schreiben oder Museumsbesuche zählen dazu. In der aktiven Gruppe trat eine Demenz im Schnitt fünf Jahre später auf.

Körperliche Bewegung ist ebenso entscheidend. Eine Meta-Analyse der York University beziffert die Risikosenkung durch 150 Minuten Bewegung pro Woche auf etwa 25 Prozent. Im Gegenzug erhöht tägliches Sitzen von über acht Stunden das Risiko um 27 Prozent.

Netzwerke und Kurse für Betroffene und Angehörige

Um dieses Wissen in die Gesellschaft zu tragen, bauen Organisationen ihre Angebote aus. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft verstärkt ihre Demenz Partner-Kurse und Online-Seminare. Der Gesundheitscampus Wesel startete Mitte April spezialisierte Kurse für den Umgang mit Betroffenen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Frühdemenz vor dem 65. Lebensjahr. Die Hans und Ilse Breuer-Stiftung führt ihr Projekt „MyCareNet“ fort und veröffentlichte Ende März einen umfassenden Online-Leitfaden. In Sachsen, dem Bundesland mit dem höchsten Anteil an Erkrankten, gründete sich zudem das Netzwerk DENOS. Es soll den Zugang zu Diagnostik und Therapie in Ostsachsen verbessern.

Neue Therapieansätze in der Forschung

Während Prävention im Fokus steht, gibt es auch Impulse für die Behandlung. Eine Übersichtsarbeit der Uniklinik Magdeburg legt nahe, dass Gedächtnisverluste bei Alzheimer teilweise auf gestörte, aber nicht zerstörte Hirnnetzwerke zurückgehen. Theoretisch könnten Funktionen durch gezielte Stimulation oder Training wiederhergestellt werden.

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An der University of California, Riverside, rücken die Transportbahnen in Nervenzellen, die Mikrotubuli, in den Fokus. Zukünftige Therapien könnten diese Strukturen stärken. Ein weiterer Weg ist der Einsatz der CAR-Technologie, bei der Hirnzellen genetisch so verändert werden, dass sie schädliche Ablagerungen bekämpfen. Diese Verfahren sind jedoch noch experimentell.

Bis dahin bleibt die Kombination aus Früherkennung und aktivem Lebensstil die wirksamste Strategie gegen den kognitiven Abbau.

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