Deloitte-Studie, KI-Boom

Deloitte-Studie: KI-Boom bringt kaum Umsatz

22.01.2026 - 14:22:12

Eine Deloitte-Studie zeigt eine große Kluft zwischen KI-Investitionen und tatsächlichen Umsätzen. Der Markt für autonome Agenten wächst jedoch rasant und dringt in Kernprozesse vor.

Die meisten Unternehmen verdienen mit Künstlicher Intelligenz noch kein Geld. Das zeigt der neue Branchenreport „State of AI in the Enterprise 2026“ von Deloitte. Demnach erwarten zwar 74 Prozent der Firmen Umsatzwachstum durch KI – erreicht haben es bisher aber nur 20 Prozent.

Große Erwartungen, magere Bilanz

Die Studie liefert einen ernüchternden Realitätscheck für die Tech-Branche. Die Kluft zwischen Investition und Ertrag ist enorm. Branchenanalysten sehen darin ein klares Signal: Die bloße Einführung von KI-Tools reicht nicht aus. Der wirtschaftliche Erfolg stellt sich erst ein, wenn ganze Geschäftsprozesse umgestaltet werden.

Dennoch prognostiziert der Bericht ein explosives Wachstum für einen bestimmten KI-Bereich: autonome Agenten. Der Markt für diese „Agentic AI“, die eigenständig Aufgabenketten plant und ausführt, soll 2026 auf 8,5 Milliarden US-Dollar wachsen. Bis 2030 könnte er sich auf 45 Milliarden US-Dollar fast verfünffachen.

Wo die Agenten bereits Geld verdienen

Dass dieser Markt bereits heute Umsätze generiert, beweist ein Tech-Riese. Die Salesforce-Plattform „Agentforce“ erzielt laut Finanzdaten einen jährlich wiederkehrenden Umsatz von rund 540 Millionen US-Dollar. Die Agenten sind angekommen.

Strategische Partnerschaften treiben die Entwicklung voran. Anfang Januar gaben der Versicherer Allianz und das KI-Forschungsunternehmen Anthropic eine globale Kooperation bekannt. Ihr Ziel: komplexe Versicherungsabläufe mit KI-Agenten automatisieren. Der Clou dabei ist der Fokus auf „Compliance-First“-Architekturen. Jede Entscheidung wird protokolliert, und bei kritischen Schritten bleibt ein Mensch in der Kontrollschleife („Human-in-the-Loop“).

Diese Partnerschaft gilt als Blaupause für stark regulierte Branchen. Sie zeigt: Autonome Systeme dringen in Kernprozesse vor, sobald die Governance-Strukturen passen.

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Neue Risiken und Job-Prognosen

Mit mehr Autonomie der KI wachsen auch die Sicherheitsbedenken. Microsoft warnte kürzlich vor „Cross-Prompt Injection Attacks“ (XPIA). Dabei schleusen Angreifer bösartige Befehle in Dokumente ein, die von KI-Agenten verarbeitet werden. Da diese Agenten eigenständig handeln können – etwa Daten übertragen oder Software installieren –, ist das Schadenspotenzial enorm.

Gleichzeitig werden die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt konkreter. Ein aktueller Forrester-Bericht prognostiziert, dass bis 2030 etwa 6 Prozent der US-Arbeitsplätze durch generative KI und Automatisierung ersetzt werden könnten. Das entspricht rund 10,4 Millionen Stellen.

Microsoft-CEO Satya Nadella wies am Donnerstag Bedenken vor einer KI-Blase zurück. Seiner Ansicht nach hängt die Akzeptanz der Technologie davon ab, ob sie einen lokalen wirtschaftlichen „Überschuss“ (Surplus) schafft. Die Technologie müsse konkrete Verbesserungen in Bereichen wie Gesundheit und Bildung liefern, um ihre gesellschaftliche Legitimation zu behalten.

Die Phase der Konsolidierung beginnt

Die Entwicklungen zeigen: Der KI-Markt reift. Die Phase der Experimente weicht der harten Arbeit der Operationalisierung. Die Frage lautet nicht mehr „Was kann KI generieren?“, sondern „Welche Aufgaben kann sie eigenständig erledigen?“.

Fast 90 Prozent der Führungskräfte fühlen sich technisch bereit für KI. Das große Hindernis sind die veralteten Unternehmensprozesse. Für 2026 zeichnet sich eine Trennung ab: Die Firmen, die ihre Geschäftsmodelle konsequent um autonome Agenten herum neu denken, werden wohl die ersehnten Umsatzsprünge schaffen. Für alle anderen bleibt die Lücke zwischen Hype und Realität vorerst groß.

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