Deloitte prognostiziert 9 Prozent Wachstum für Europas Luxusmarkt
16.02.2026 - 19:41:12 | boerse-global.deEine neue Deloitte-Prognose befeuert den Optimismus in Europas Luxusgüterindustrie. Die Analyse sagt dem Kontinent für 2026 ein kräftiges Wachstum von 9 Prozent voraus. Damit sticht Europa in einem globalen Umfeld hervor, das von moderateren Steigerungsraten geprägt ist.
Die jüngsten Quartalszahlen großer Konzerne wie LVMH und Richemont untermauern diese positive Grundstimmung. Sie zeigen: Trotz geopolitischer Unsicherheiten und eines veränderten Konsumverhaltens bleibt die Branche resilient.
Asien treibt das globale Wachstum an
Der aktuelle „Global Powers of Luxury Goods“-Report von Deloitte zeigt eine klare Verschiebung. Die größten Wachstumsmotoren liegen 2026 in Asien und dem Nahen Osten:
* China und Japan: +19 % (prognostiziert)
* Mittlerer Osten: +18 %
* Indien: +12 %
Europa profitiert dennoch von seiner Rolle als historische Heimat der Top-Marken und von kaufkräftigen Touristen. Ein stabiler Kern: die lokale Nachfrage. Gleichzeitig setzt die Branche zunehmend auf digitale Erlebnisse. Bereits 41 Prozent der Luxusunternehmen nutzen laut Deloitte KI, um den Online-Kaufprozess zu optimieren.
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Konzerne liefern ein gemischtes Bild
Die Geschäftszahlen der Branchenriesen zeichnen ein differenziertes Bild. Der Schweizer Konzern Richemont (Cartier, Van Cleef & Arpels) glänzte im dritten Quartal mit einem währungsbereinigten Umsatzplus von 11 Prozent. Besonders stark war Europa mit einem Wachstum von 8 Prozent.
LVMH, der weltgrößte Player, meldete für 2025 einen robusten Umsatz von 80,8 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr äußerte sich der Konzern jedoch zurückhaltend. Ein Dämpfer kam von Kering: Der Mutterkonzern von Gucci verbuchte für 2025 einen Umsatzrückgang von 13 Prozent. Die Führung kündigte eine strategische Neuausrichtung an, um das Wachstum wieder anzukurbeln.
Die Kunden wollen Erlebnisse und Exklusivität
Analysten beschreiben 2025 als Jahr der Normalisierung nach dem Post-Pandemie-Boom. Ein zentraler Trend: Wohlhabende Kunden investieren vermehrt in Reisen und Wohlbefinden – also Erlebnisse – anstatt nur in materielle Güter.
Gleichzeitig hat sich die Kundschaft verändert. Die Bedeutung der absoluten Top-Kunden wächst, während die Zahl der „aufstrebenden“ Käufer zurückgeht. Das zwingt die Marken, sich noch stärker auf höchste Qualität, Exklusivität und maßgeschneiderten Service zu konzentrieren. Dieser Fokus erklärt auch die Stärke der Schmuck- und Uhrensparten.
Nachhaltigkeit wird zum Erfolgsfaktor
Der europäische Luxusmarkt steht an einem Wendepunkt. Das explosive Wachstum ist einem moderateren, aber nachhaltigeren Tempo gewichen. Bain & Company erwartet für den globalen Markt 2026 ein Wachstum von nur 3 bis 5 Prozent – Europas prognostizierte 9 Prozent heben den Kontinent hier positiv hervor.
Die Herausforderungen sind vielfältig: Aufstrebende asiatische Marken konkurrieren stärker, und der Second-Hand-Markt gewinnt an Bedeutung. Erfolgreich sein werden jene Unternehmen, die in Markenerlebnis, Innovation und eine enge Kundenbindung investieren. Der neue Optimismus basiert auf der Gewissheit: Die Nachfrage nach echter Qualität und Handwerkskunst bleibt ungebrochen.
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